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Radio Hamburg

Stresemannstraße & Max-Brauer-Allee

Diesel-Fahrverbote auch in Hamburg

Hamburg, 27.02.2018
Stau Verkehr Ostern HERO

Hamburg gehört bundesweit zu den Städten mit der höchsten Stickoxidbelastung - in Hamburg sollen deshalb zwei Straßen zukünftig für Dieselautos tabu sein.

In Hamburg müssen Autofahrer laut Umweltsenator Jens Kerstan schon in wenigen Wochen mit Diesel-Fahrverboten rechnen.

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts kündigt Umweltsenator Jens Kerstan jetzt an, dass die vom Senat beschlossenen Maßnahmen für zwei Straßen in Hamburg wie geplant umgesetzt werden sollen: Nach dem Luftreinehalteplan sind demnach rund 600 Meter der Max-Brauer-Allee sowie ein 1,7 Kilometer langer Abschnitt der Stresemannstraße betroffen. "Die Diesel-Durchfahrtsbeschränkungen in Hamburg werden bundesweit vermutlich die ersten sein. Die
Schilder können noch heute bestellt und binnen weniger Wochen aufgestellt werden", so der Umweltsenator.

Sperrungen in Hamburg

Der Abschnitt auf der Max-Brauer-Allee soll für LKW und Diesel-Pkw gesperrt werden, die nicht die Abgasnorm 6 oder Euro VI erfüllen, die Stresemannstraße nur für Lkw. "Auch wenn der Gesundheitsschutz der Bevölkerung Vorrang haben muss, ist das Urteil für die Autofahrerinnen und Autofahrer eine besondere und unverschuldete Härte", erklärt Kerstan und setzt gegenüber der Regierung nach: "Dass hätte die Bundesregierung in den letzten Jahren vermeiden können, indem sie die Hersteller schon früher gedrängt hätte, marktfähige Alternativen zum schmutzigen Diesel zu entwickeln."

Anlieger, Handwerk und Co. dürfen weiterhin fahren

Anwohner und deren Besucher, also auch Krankenwagen, Lieferanten sowie Handwerker im Einsatz werden weiterhin alle Straßen befahren dürfen, selbst wenn ihre Fahrzeuge nicht die geforderten Normen erfüllen. Der typische Durchgangsverkehr mit jenen Autos, die besonders viele Stickoxide ausstoßen, soll jedoch vermieden werden. 

Wie will die Polizei die Verbote überprüfen?

Falls es also zu Kontrollen des Durchfahrtsverbots kommt: Woran erkennt man eigentlich als Fahrzeugführer, ob es sich bei dem Wagen um einen Euro-6-Diesel handelt? Von außen ist das bislang gar nicht möglich, das steht nämlich nur im Fahrzeugschein. Dieser würde dann bei Stichproben-Kontrollen überprüft. Zwar wurde eine blaue Plakette ins Gespräch gebracht, davon ist die Politik jedoch wieder abgerückt. Da aber auch andere Städte wie Düsseldorf, München und Stuttgart über Erweiterungen ihrer Umweltzonen diskutieren, könnte eine spezielle Kennzeichnung nötig werden.  

Bußgelder von bis zu 75 Euro

Wahrscheinlich ist ein Verwarnungs- oder Bußgeld von 20 bis 75 Euro. Das entspricht den Sätzen für Pkw und Lkw beim Missachten von Durchfahrtsbeschränkungen. In anderen Städten gibt es explizite Umweltzonen, die man nur mit entsprechender Plakette befahren darf. Hier kostet ein Verstoß 80 Euro.

In Hamburg ist die Luft besonders schlecht

Seit Jahren werden in vielen Städten Luftverschmutzungs-Grenzwerte nicht eingehalten. Dabei geht es um Stickoxide, die unter anderem Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen oder verschlimmern können. Der Verkehr, darunter vor allem Dieselautos, macht in Städten nach Angaben des Umweltbundesamts mehr als 60 Prozent der Belastung aus. Hamburg stand nach Daten des Umweltbundesamts für 2017 mit einer Belastung von 58 Mikrogramm Stickoxiden je Quadratmeter Luft zuletzt auf Platz fünf der Städte mit schlechter Luftqualität in Deutschland.
(dpa/san)