Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Sechs neue Straßen in Hamburg

Streit um nächtliches 30er-Zonen Tempolimit

Hamburg, 11.01.2018
Tempo 30 Schild

Die Einführung von Tempo 30 nachts auf sechs weiteren Hauptstraßen in Hamburg sorgt für Streit. Das sagen Kritiker und Befürworter.

In Hamburg ist ein Streit über nächtliches Tempolimit auf Hauptverkehrsstraßen ausgebrochen. Während Umweltschützern das Konzept von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) nicht weit genug geht, fügt der Senat aus Sicht der CDU der Mobilität in Hamburg dadurch "einen schweren Schaden zu". "Wer nachts für Ruhe sorgen will, ist mit Tempo-30-Diktaten schlecht beraten", sagte der CDU-Politiker Dennis Thering. Der rot-grüne Senat verabschiede sich damit vom wichtigen Prinzip "Leistungsfähige Hauptverkehrsstraßen - verkehrsberuhigte Wohnstraßen". Tempo 30 im Vergleich zu Tempo 50 führe weder tagsüber noch nachts zu einer nennenswerten Reduktion der Lärm- und Schadstoffemissionen.

Tempo-30-Zone

Das müsst ihr wissen

  • Am 14. November 1983 wurde in Buxtehude das bundesweit erste Tempolimit 30 eingerichtet.

  • Tempo-30-Zonen könnt ihr online einreichen. Dabei handelt es sich um das Tempo-30-Antragstool des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.). Dort findet ihr ein Formular, das ausgefüllt und an das zuständige Polizeikommissariat geschickt werden muss.

    Hier geht's zum Tempo-30-Antrag

  • Die Bezirke entscheiden dann in Hamburg fachlich und auch finanziell, ob eine Tempo-30-Zone genehmigt wird.

  • Die Europäische Bürgerinitiative "30 km/h – macht die Straßen lebenswert!" will die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit ein (also statt Tempo 50).

  • Zum Vergleich: die Gefahr bei einem Unfall mit Tempo 50 tödlich zu verunglücken liegt bei 80 Prozent, bei Tempo 30 bei 30 Prozent.

Flüsterasphalt statt Tempo 30?

Bisherige Erfahrungen zeigten vielmehr, dass mit Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen die Lärmbelästigung im Durchschnitt um 2,5 Dezibel sinke und damit so gering, dass der Unterschied kaum zu hören sei. Gleichzeitig steige jedoch die Abgasbelastung an. Viel wirksamer beim Kampf gegen Verkehrslärm wäre es stattdessen, die Zahl der mobilen Geschwindigkeitskontrollen im Allgemeinen und speziell und in den Nachstunden deutlich auszuweiten. Außerdem solle der Senat verstärkt auf lärmmindernde Fahrbahnbeläge, sogenannten Flüsterasphalt, setzen.

Die Umweltschutzorganisation BUND bezeichnete die Maßnahme dagegen als "völlig unzureichend". Von der Lärmschutzmaßnahme profitierten höchstens 2000 Anwohner, in Hamburg leben aber mehr als 140 000
Menschen an gesundheitsschädlich verlärmten Straßen. "Nachts Tempo 30 an sechs Straßenabschnitten - nur das Problem komplett aussitzen wäre weniger ambitioniert. Selbst wenn in diesem Jahr noch einmal vier Straßenabschnitte dazu kommen, profitieren weniger als drei Prozent der Betroffenen von diesen Maßnahmen", sagte Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

Hier gibt's jetzt nachts Tempo 30

 

Am Dienstag hatte der Senat erste Maßnahmen des  Lärmaktionsplans 2018 umgesetzt und an sechs Hauptstraßen das Tempo in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr auf 30 Stundenkilometer reduziert. Betroffen sind die Holtenklinker Straße und die Bergedorfer Straße im Stadtteil Bergedorf, die Eiffestraße und die Rennbahnstraße in Mitte, der Mühlendamm in Nord und die Vogt-Wells-Straße in Eimsbüttel. Vier weitere Abschnitte in Altona (Holstenstraße), Nord (Braamkamp und Tarpenbekstraße) und Wandsbek (Bramfelder Chaussee) sollen voraussichtlich im ersten Halbjahr 2018 folgen.

Und was meint ihr? Seid ihr für Tempo 30 oder bringt das eurer Meinung nach nichts? Postet es in unsere Kommentare! Vielen Dank.

comments powered by Disqus