Radio Hamburg

Nach Vorstellungen der Pläne

Kritik an neuer S- & U-Bahnlinie

Hamburg, 10.07.2019
Schnellbahnanbindung, S32, U5, Streckennetz

Die geplante Streckenführung der neuen S32 & U5.

Nach der Vorstellung der Pläne für den Bau einer neuen S-Bahnlinie 32 und die Erweiterung der geplanten U5 gibt es viel Kritik.

Für die seit langem gewünschte Anbindung des Hamburger Westens an das Schnellbahnnetz sind nach einer Studie wichtige Weichen gestellt. Die Stadtteile Lurup und Osdorf sowie die Science City Bahrenfeld können nach einer Machbarkeitsstudie von Hochbahn und Deutscher Bahn über eine S-Bahn angebunden werden, wie Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher am Dienstag sagte.

Finanzierung ist noch offen

Das Volksparkstadion und die Barclaycard-Arena sollen dagegen den Endpunkt für die geplante neue U-Bahn-Linie U5 bilden. Eine Entscheidung für die Projekte ist damit noch nicht verbunden; zahlreiche Fragen sind noch offen, vor allem die Finanzierung. Folglich gibt es auch noch keinen Zeitplan, wann die Projekte realisiert werden sollen.

Verbesserung der Mobilität zentrales Thema

Die beiden Streckenführungen waren 2017 aus sieben Varianten ausgewählt worden. "Die Verbesserung der Mobilität ist das zentrale Thema der Politik bis 2030", sagte Tschentscher. "Das ist ein guter Plan auf dem Weg zum Hamburg-Takt, dem garantierten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr für ganz Hamburg." Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) kündigte an, dass zuvor neue Expressbuslinien auf den Routen der geplanten Schnellbahnen eingesetzt werden sollen.

Kritik von der CDU & dem BUND

Die CDU-Opposition in der Bürgerschaft kritisierte, dass die Realisierung der Pläne noch Jahrzehnte dauern könne. Es stehe in den Sternen, ob sich der Bund an den Nahverkehrsprojekten beteiligen werde. Zudem hätten die Planungen schon jetzt viel zu lange gedauert. Auch Manfred Barsch, Chef der Umweltorganisation BUND, fordert allein aus Kostengründen einen Stadtbahn-, also Straßenbahn-Bau, als Alternative in die Planungen einzubeziehen.

Kosten von rund 300 Millionen Euro

Mit ca. 300 Millionen Euro pro Streckenkilometer gehört der geplante U5 Abschnitt von Bramfeld zur City Nord zu den teuersten U-Bahn-Baumaßnahmen in Deutschland, sagt der BUND. Er verlangt von Bürgermeister belastbare Zahlen statt nur bunten Karten zur Linienführung. Vor allem, da bereits fünf Millionen Euro für die bisherige Planung ausgegeben worden seien.

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(dpa / ste)