Radio Hamburg

Ottensen macht Platz

Ottensen wird für sechs Monate autofrei

Hamburg, 02.09.2019
In Fußgängerzone umgewandelter Straßenzug bei Ottensen macht Platz

Ottensen ist seit Sonntag (01.09.) autofrei. Beim Projekt "Ottensen macht Platz" sind mehrere Straßenzüge für sechs Monate autofrei.

Seit Sonntag (01.09.) läuft in Ottensen ein Verkehrsversuch, der für Hamburg Vorbild werden könnten. Mehrere Straßenabschnitte werden bis Ende Februar 2020 zur Fußgängerzone.

Für sechs Monate heißt es jetzt in Ottensen "Ottensen macht Platz" und lässt die Autos draußen. Mehr Platz gibt es auf den Straßen rund um den Spritzenplatz bis Ende Februar stattdessen für Fußgänger, Kunst, Kultur und die Ottensener Nachbarschaft.

"Ottensen macht Platz" startet mit Picknick, Tanz und Musik

Der Verkehrsversuch verwandelt mehrere Straßenabschnitte im Zentrum des Stadtteils in eine Fußgängerzone mit Parkverbot. Auch Anwohner dürfen dort nur noch in Ausnahmefällen parken. Lieferverkehr ist nur in der Zeit zwischen 23.00 und 11.00 Uhr erlaubt. Taxis und Radfahrer dürfen aber weiter fahren. Geht es nach dem Willen der Bezirksversammlung sollen die Anwohner den autofreien Raum stattdessen mit eigenen Ideen und Initiativen füllen. Zum Starttag am Sonntag (01.09.) versammelten sich viele Interessierte in den Straßen, spielten Tischtennis, entspannten auf Kunstrasen oder machten ein kleines Picknick.

Verkehrsversuch wird wissenschaftlich begleitet

Von dem Projekt erhoffen sich Experten wichtige Erkenntnisse, auch deshalb wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. "Ottensen ist prototypisch für alle innenstädtischen Quartiere, die wir noch planen", so Casten Venus von der Architektenkammer. Für den Fraktionschef der Grünen, Anjes Tjarks, könnte der Versuch der "Leuchtturm der Verkehrswende werden". "Die Autos fressen wahnsinnig viel Platz", sagte Rainer Schneider vom Verkehrsclub Deutschland. Und die Allgemeinheit müsse das bezahlen. Der Stadtteil sei bereits bestens angebunden, ein Auto brauche man da nicht, so Schneider weiter. Der Anteil der Bürger in Ottensen mit eigenem Auto liegt unter 30 Prozent.  

Kritische Stimmen im Viertel

Trotz des fröhlichen Auftakts zeigten sich die Anwohner auch kritisch. So befürchten beispielsweise einige Anwohner, dass die jetzt erlaubten nächtlichen Lieferzeiten die Nachtruhe stören könnten. Geschäftsinhaber befürchten Umsatzeinbußen. Ende Februar wird die Bezirksversammlung dann entscheiden, wie es mit dem Projekt weitergeht.

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