Radio Hamburg

Erstes Adventswochenende

Am Wochenende fallen die ersten Flocken

Hamburg, 01.12.2017
Schnee, Winter, Schneekugel

Pünktlich zum 1. Advent könnte es auch in Hamburg die erste richtige Schneedecke geben. Viel von der weißen Pracht wird man im Norden aber eher nicht haben...

Frostig kalt ist es schon - am Wochenende sollten dann auch die ersten Flocken im Norden fallen. Das passende Tauwetter gibt's aber auch direkt dazu. 

Wie weiß wird das erste Adventswochenende?

Schnee gab es ja schon eine ganze Menge, besonders in den Mittelgebirgen. Seit Donnerstag (30.11.) kann es Dank kalter Luft polaren Ursprungs auch im norddeutschen Flachland hin und wieder etwas schneien. Mit einer nördlichen Strömung gehen dazu die Temperaturen weiter zurück. Jedoch sorgen Nord- und Ostsee hier für einen eher moderaten Rückgang der Temperaturen. Das ändert sich jedoch am Sonntag. Dann nähert sich mit einem Tiefausläufer wieder mildere Luft, die von Nordwesten weiter gen Südosten zieht. Dabei muss mit glatten Straßen gerechnet werden, denn durch das Aufgleiten milderer Luft fällt der Niederschlag zunächst als Schnee und geht später in Regen über. Gepaart mit Bodenfrost kann es so zu gefrierenden Regen und so zu gefährlich glatten Straßen kommen. So wäre insgesamt ein Besuch auf den zahlreichen Weihnachtsmärkten eher am Samstag (02.12.) zu empfehlen als am Sonntag (03.12.).

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Adventszeit im Flachland eher grau als weiß

Selten genug erfüllt der Dezember die Klischeevorstellung der Postkartenromantik: Klirrende Fröste und eine weiße Deko für den Weihnachtsmarkt sowie zugefrorene Seen mit schlittschuhlaufenden Kindern. So würden es sich nicht wenige wünschen. Viel häufiger klappt es im Flachland mit dem echten Winterwetter dann, wenn viele schon genug davon haben: Im Spätwinter. Sprich, im Februar oder manchmal sogar Anfang März schlägt der Winter hier noch einmal richtig zu, während im Dezember nur Matschwetter herrscht.

Der Grund für die vorenthaltene Winterfreude in der Adventszeit ist das warme Meerwasser. Flüssigkeiten reagieren in Sachen Temperaturänderung wesentlich träger als Feststoffe. Und deshalb dauert es wesentlich länger, bis das Meer sich abkühlt, als dies bei Landmassen der Fall ist. Nord- und Ostsee fungieren im Herbst als gute Wärmespeicher. Hat das Meerwasser seine Höchsttemperatur meist erst im Spätsommer erreicht, braucht es bis zum Spätwinter, ehe seine Temperatur die Talsohle durchschreitet. Kommt nun Kaltluft aus dem hohen Norden zu uns, wird diese bei ihrem Weg über die See angewärmt. Und so reicht es in den Niederungen oft nur für Schneeregen oder Nass-Schnee, wenn überhaupt.

Ausnahmen bestätigen freilich die Regel. Kommt die Kaltluft richtig zackig aus der Polarregion zu uns, bleibt ihr wenig Zeit, sich zu erwärmen. Dann kann es auch in Hamburg, Berlin oder Essen zumindest vorübergehend einen dick verschneiten Budenzauber auf den Weihnachtsmärkten geben. Oder es wird richtig kalte Festlandsluft über Nordsibirien angezapft. Dann kann es sogar fast vier Wochen lang eine geschlossene Schneedecke geben – zuletzt geschah dies im Dezember 2010.

Erste Prognosen: Weiße-Weihnachts-Wahrscheinlichkeit

Wie jedes Jahr zum Start in die Adventszeit gibt es vor allem eine Frage, die die Menschen im Bezug auf das Wetter umtreibt: Bekommen wir weiße Weihnachten? Rein meteorologisch ist diese Frage aus dem Studium der Karten und Wettermodelle dreieinhalb Wochen im Voraus nach allen Regeln der Kunst nicht zu beantworten. Statistisch gesehen sollten wir unsere Erwartungen ohnehin nicht zu hoch schrauben: In Hamburg, Köln oder Frankfurt zeigt sich Weihnachten nicht einmal alle zehn Jahre im weißen Gewand. Immerhin alle drei bis vier Jahre klappt es im Münchner Raum.

Wer jedoch eine Schneegarantie zu Weihnachten wünscht, muss ins Hochgebirge gehen. Auf der Zugspitze liegt an Weihnachten immer Schnee. Berüchtigt ist bekanntlich das "Weihnachtstauwetter", eine sogenannte Singularität. Sprich: Ein Witterungsablauf, der tatsächlich auffällig häufig vorkommt. Trotzdem lässt eine Umstellung der Zirkulation Anfang Dezember Hoffnungen aufkeimen: Werden die nordatlantischen Tiefs ausgebremst, der Mildluft damit der Hahn abgedreht und kann sich gleichzeitig über Nordosteuropa ein größeres Kaltluftreservoir ansammeln, dann steigen die Chancen auf weiße Weihnachten in Deutschland. Denn die Kaltluft braucht dann nur pünktlich angezapft zu werden und schon klappt es mit dem Flockenzauber zur Bescherung. Ein Garant ist aber auch dieser erste Trend nicht. Es muss schon vieles passen im meteorologischen Drehbuch der Adventszeit, damit es ausgerechnet an Heiligabend heißt: Leise rieselt der Schnee.

Rückblick: Wie war der November?

Zu warm, zu trübe und großteils zu nass – so verlief der November 2017 zumindest im Vergleich mit dem dreißigjährigen Mittel. Ganz egal, ob man die Jahre 1961 bis 1990 oder 1981 bis 2010 gegenüberstellt. Der November war insbesondere in den nördlichen zwei Dritteln des Landes tiefdruckgeprägt. Im Süden konnte sich zwischenzeitlich auch mal hoher Luftdruck durchsetzen, was aber im November typischerweise in zähen Nebellagen resultierte. Kaltlufteinbrüche und milde Phasen hielten sich in etwa die Waage. Winterlich wurde es wiederholt in den Hochlagen, was dort aber durchaus als "Normalkost" anzusehen ist. Durch viele bewölkte Nächte und damit eher hohen morgendlichen Minima kommt letztendlich ein leichtes Plus bei den Temperaturen heraus.

Der November reiht sich hiermit ein in eine ganze Folge von Monaten, die dem Norden Deutschlands unbeständiges, sonnenscheinarmes und niederschlagsreiches Wetter brachten. Der letzte Monat, der deutschlandweit einen eindeutigen Sonnenscheinüberschuss brachte, war der März! Während der September im ganzen Land leicht zu kühl und wiederum zu trüb ausfiel, setzte der Oktober das Muster des Sommers fort: Im Süden hui, im Norden pfui. 167,4 Litern Regen in Schleswig stehen 36,3 Litern als Monatssumme in Konstanz gegenüber. In der Gesamtstatistik des Herbstes nivellieren sich die Spitzen freilich statistisch und es kommt ein leicht zu warmer, vor allem im Norden zu nasser und fast überall zu sonnenscheinarmer Herbst heraus.

(iwk/san)