Radio Hamburg

Glühweinwetter am 2. Advent

Polarluft bringt Schnee und Kälte in den Norden

Hamburg, 08.12.2017
Hamburg und die Alster während der Weihnachtszeit

Erstrahlt Hamburg vielleicht schon bald in winterlichem Weihnachtsglanz?

Pünktlich zum zweiten Advent bringt Tief Walter polare Kaltluft in den Norden. In und um Hamburg dürfte es das erste Mal in diesem Winter richtig winterlich werden.

Nach den zum teil verheerenden Unfällen am 1. Adventswochenende sollte zumindest an dieser Stelle wieder darauf hingewiesen werden, dass es auch am kommenden Wochenende wieder glatt werden wird. Und das nicht nur am zweiten Adventssonntag (10.12.), sondern schon ab Freitagmittag (08.12.). Grund ist Tief "WALTER" das sich ab Freitag über Skandinavien einnistet und so auf seiner Rückseite kalte Luft polaren Ursprungs zu uns in den Norden lenkt. Dabei muss wieder mit Schneeschauern und frostigen Nächten gerechnet werden. Das Fahren sollte an diesem Wochenende also wohl geplant sein, und wer nicht unbedingt sein Fahrzeug bewegen muss, sollte nach Empfehlungen des Institut für Wetter- und Klimakommunikation auf öffentliche Verkehrsmittel zurück greifen oder gänzlich auf Fahrzeuge verzichten. Auch der Start der neuen Woche bleibt winterlich und so muss verbreitet mit Verkehrsbehinderungen durch glatte Straßen oder durch Schnee gerechnet werden. So empfiehlt es sich für die Fahrt zur Arbeit etwas mehr Zeit einzuplanen. 

Walter bringt Wind und Schnee

Mit Tief "WALTER" kommt nicht nur kalte Luft polaren Ursprungs zu uns, sondern es muss mit zunehmend starkem Wind gerechnet werden. Besonders an der Nordsee muss am Freitag (08.12.) mit schweren Sturmböen gerechnet werden. In exponierten Lagen kann es auch zu orkanartigen Böen zum Teil auch zu Orkanböen zwischen 110 bis 130 Km/h kommen. Auf der freien Nordsee sind ebenfalls Windböen um 110 Km/h möglich.

Besonders zur Adventszeit kann das jedoch zum Problem werden. Die meist meterhohen Bäume auf den Weihnachtsmärkten könnten so in Mitleidenschaft gezogen werden. Schmuckwerk kann auf Passanten oder Kaufstände fallen, und bei Windgeschwindigkeiten von 80 bis 100Km/h können sogar die Bäume selbst unter der Last des Windes brechen oder stürzen. Da der Wind zusätzlich das Wasser der Weser, Ems und der Elbe flussaufwärts treibt, muss davon ausgegangen werden, dass sich das Morgen- und Abendhochwasser am Freitag sowie am Samstagmorgen auf Sturmflutniveau auftürmen kann. So ist davon abzusehen direkt am Flussufer, wie beispielsweise am Hamburger Fischmarkt, mit seinem Fahrzeug zu parken, denn es droht Überschwemmungsgefahr.

Kommt jetzt der Winter dauerhaft?

Mit schöner Regelmäßigkeit wird momentan Deutschland pünktlich zu den Wochenenden mit Kaltluft aus der Polarregion geflutet. Diese bringt zumindest den höheren Lagen ab etwa 500 Meter überwiegend frühwinterliches Wetter. Für die Tieflagen reichte es bis jetzt nur vorübergehend für Schneefälle. Der Grund dafür ist das noch relativ warme Wasser der Nord- und Ostsee. Doch steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein und wiederholte Kaltluftzufuhr treibt die Temperaturen nach und nach in den Keller. Aktuell zeigen uns die Wettermodelle ab dem Wochenende anhaltende Kaltluftvorstöße aus Norden. Dabei wird es dann zunehmend auch bis in tiefe Lagen winterlich. Ab etwa 300 bis 400 Meter stellt sich häufig Dauerfrost ein. Was momentan allerdings fehlt, ist ein Hoch, das sibirische Festlandskaltluft anzapft. Dann würde es gelingen, den gefallenen Schnee auch über längere Zeit zu konservieren und mit etwas Sonnenschein eine schöne Winterlandschaft in fast ganz Deutschland zu zaubern.

Vorsicht beim Christbaumkauf

Geschlagen werden Fichten und Tannen bis kurz vor den Festtagen, um genug Nachschub zu liefern. Die Chancen auf einen frischen Baum erhöhen sich also beim späten Kauf. Man sollte dabei auf eine helle Schnittstelle achten. Diese zeigt uns, dass es sich nicht um einen Ladenhüter handelt. Kauft man auf den letzten Drücker, könnte sich aber die Auswahl verkleinern. Wer den Baum allerdings jetzt schon in die warme Stube stellt, muss damit rechnen, dass er bis zum Fest Nadeln lässt. Besser ist es, ihn an einer geschützten Stelle im Garten oder einem unbeheizten Raum in einen Eimer Wasser zu stellen. Vor Frost sollte er in jedem Fall geschützt werden. Beim oder nach dem Kauf kann der Baum, ähnlich wie bei Schnittblumen, nachgeschnitten werden. Wer dann den Christbaum traditionsgemäß erst zu Heiligabend in die gute Stube holt, erfreut sich dann mindestens bis Dreikönig an frischem Tannengrün. 

(iwk/san)

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