Radio Hamburg

Hallo, Herbst!

Der September zeigt uns schönstes Aprilwetter

Hamburg, 14.09.2017
Hamburg, Herbst, Bäume

Viele Bäume haben nach dem Orkan Sebastian schon ordentlich Blätter lassen müssen. Auch das Wetter in den kommenden Tagen zeigt sich deutlich von seiner herbstlichen Seite.

Sonne, Wolken und Regen - der September macht seinem Ruf als Übergangsmonat alle Ehre und präsentiert uns die gesamte Wetterpalette am Wochenende.

Am Wochenende startet in München das Oktoberfest - auch das Wetter macht mit und zapft schon einmal kräftig die Regenwolken und die kühle Luft aus Nordeuropa an. Die Zeichen stehen am Wochenende voll auf Herbst und abwechslungsreichem September-Aprilwetter.

Kühl und windig

Trotz lebhaftem Südwestwind bleibt es weiterhin sehr wechselhaft und auch recht kühl. Täglich ist mit Regenschauern zu rechnen. Die Temperaturen pendeln am Wochenende am Tag um die 17 Grad, in der Nacht kann das Thermometer auf bis zu 7 Grad fallen. Dazu gibt's das ganze Wochenende über immer wieder dichtere Wolken mit Schauern. Zwischendurch ist sogar das eine oder andere Gewitter möglich. Die Sonne zeigt sich jedoch auch immer wieder. Drei bis fünf Sonnenstunden gibt's jeweils am Samstag und Sonntag.

Kein Vergleich übrigens zum letzten Jahr. Die Freibäder konnten mancherorts die Saison verlängern, da an acht Tagen die Temperatur noch auf hochsommerliche Werte von teils weit über 30 Grad stieg. Die Wetterkarte sah im Vergleich zu heute quasi seitenverkehrt aus: Über Skandinavien lag ein großes Hochdruckgebiet, das uns sehr warme und trockene Luft aus Südosten brachte: Quasi der Joker in Sachen Badewetter. Davon sind wir momentan weit entfernt, doch es geht auch noch ungemütlicher: Bestes Beispiel ist der September 2002 als es in München und in den Mittelgebirgen sogar Schnee und eine geschlossene Schneedecke gab.

Gibt es einen Sommernachschlag?

Momentan macht der September jegliche Hoffnungen auf einen sommerlichen Nachschlag zunichte. Vom Regen in die Traufe ging es stattdessen, und der Herbst zieht alle ungemütlichen Register, die ihm zur Verfügung stehen. Doch es zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer am Horizont der meteorologischen Glaskugel ab. Mehreren Wettermodellen zufolge könnte die Tiefdruckparade Mitte nächster Woche endlich abreißen und steigender Hochdruckeinfluss von Südwesten her für ruhiges und sonnigeres Wetter sorgen: Der berühmte Altweibersommer könnte durchstarten.

Wir bleiben aber im Konjunktiv, da dieses Szenario noch recht unsicher ist. Die noch wenig klare weitere Entwicklung der Hurrikans auf dem Westatlantik wird noch das ihre dazu beitragen. Ohnehin positioniert sich das Hoch, sollte es kommen, voraussichtlich eher ungünstig für sommerliche Temperaturen, denn wir lägen in einer Nord- bis Nordostströmung. Entlang des Rheins würde es aber voraussichtlich dennoch reichen, um die 20-Grad-Grenze wieder zu durchstoßen. Allerdings erkaufen wir uns dies in der zweiten Septemberhälfte in klaren Nächten auch mit kalten Morgenstunden, in ungünstigen Lagen durchaus mit Bodenfrösten. Ein kleiner Trost vielleicht zum Schluss: Selbst Anfang Oktober kann es, die richtige Wetterlage vorausgesetzt, in tieferen Lagen noch einzelne Sommertage mit Höchstwerten von 25 Grad oder mehr geben. 

(wik/san)

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