Radio Hamburg

Misshandlung an Tieren & Vorwurf der Manipulation

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tierversuchslabor LPT

Neugraben, 07.11.2019
Aufnahmen aus dem Tierversuchslabor LPT in Neu Wulmstorf

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Tierversuchslabor LPT in Neugraben.

Dem in der Kritik stehenden Hamburger Tierversuchslabor LPT in Neugraben könnte bald die Arbeit ausgehen.

Im Zusammenhang mit neuen Vorwürfen gegen das private Tierversuchslabor LPT in Neugraben hat die Hamburger Verbraucherschutzbehörde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ehemalige Mitarbeiterinnen der Firma hätten gegenüber dem ARD-Fernsehmagazin „Fakt“ Aussagen gemacht, die auf eine Manipulation von Versuchsreihen - unter anderem am Hamburger Standort der Firma – schließen ließen, teilte die Verbraucherschutzbehörde am Mittwoch mit.

Genehmigung neuer Tierversuche erst nach Klärung

Durch die aktuellen Ereignisse würden Fragen zur Zuverlässigkeit des Unternehmens aufgeworfen. Von der Klärung der Vorwürfe durch die Staatsanwaltschaft werde die Genehmigung weiterer Tierversuchsanträge der Firma abhängen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Anzeige am Mittwoch. Von der beschuldigten Firma war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Strafanzeige nach veröffentlichtem Video

Nach der Veröffentlichung von heimlich aufgenommenen Videos aus einem Versuchslabor im Landkreis Harburg hatte das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bereits Anfang Oktober Strafanzeige gegen die Firma erstattet. Die Staatsanwaltschaft Stade hatte Ermittlungen gegen den Betreiber aufgenommen. Das angegriffene Unternehmen Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) hatte daraufhin erklärt: „Bei der aktuellen Untersuchung kooperieren wir vollumfänglich mit den Behörden.“

Menschen gehen auf die Straße

Am 19. Oktober waren mehr als 7000 Menschen in Hamburg einem Demonstrationsaufruf der „Soko Tierschutz“ gefolgt. Sie forderten die Schließung des Labors. Die Tierschutzorganisation hatte nach eigenen Angaben einen Aktivisten als Mitarbeiter in das private Labor eingeschleust, der blutende Hunde und gefesselte Affen filmte.

Weitere News im Nachrichten-Podcast

Was in Hamburg, Deutschland und der Welt noch los ist, erfahrt ihr jederzeit in unserem Nachrichten-Podcast. Einmal abonnieren und immer up to date sein.

 

(dpa / ste)