Radio Hamburg

Nach Tipps von Tierschützern

Polizei durchsucht Tierversuchslabor LPT

Neu Wulmstorf, 27.11.2019
Aufnahmen aus dem Tierversuchslabor LPT in Neu Wulmstorf

Die drei Standorte der umstrittenen Tierversuchsfirma LPT sind am Montag (25.11.) von Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht worden.

Tausende Menschen hatten gegen das umstrittene Tierversuchslabor LPT südlich von Hamburg demonstriert, nachdem Tierschützer dort im Oktober schockierende Aufnahmen von misshandelten Tieren gemacht hatten. Kurz drauf nahmen auch Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen das Labor auf. Am Montag (25.11.) wurden Standorte der Firma durch die Staatsanwaltschaft Stade und die Polizeiinspektion Harburg durchsucht. Betroffen von den Durchsuchungen waren auch Standorte in Hamburg und Schleswig-Holstein. 

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Tierschützer hatten angeprangert, dass in Mienenbüttel Hunde und Affen bei Versuchen misshandelt würden. "Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und anderer möglicher Vorwürfe", sagte ein Sprecher. Grundlage der Durchsuchung sei ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Stade, hieß es in einer Presseerklärung. Anzeigen hätten den Anfangsverdacht begründet, dass Wirbeltieren in Mienenbüttel erhebliche und länger anhaltende Schmerzen zugefügt oder sie außerhalb eines laufenden Versuches und damit ohne tragfähigen Grund getötet worden seien. Die Anzeigen seien vom Verein SOKO Tierschutz, dem Landkreis Harburg und dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) gekommen.

Droht LPT Gewinnabschöpfung?

Gesucht wurden Unterlagen und Präparate. Dabei ging es nach Angaben der Behörden auch um Belege, welche Gelder die Firma durch bestimmte Tierversuche eingenommen hat. Nach den Durchsuchungen bei LPT prüfen die Ermittler jetzt auch eine so genannte Gewinnabschöpfung. Eventuell wird der Firma das Geld weggenommen, das sie mit illegalen brutalen Tierversuchen eingenommen hat, sollte sich der Vorwurf bestätigen. "Insoweit konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden", erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft.

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