Radio Hamburg

Endlich wach

Frühjahrsmüdigkeit – und was dagegen hilft

Frau schläft im Bett

Wie in jedem Jahr, sind wir auch in diesem wieder besonders "frühjarhsmüde". Doch woran liegt das? 

Wieder einmal kommt es uns Hamburgern so vor, als ob der Winter sich nie verziehen würde. Mitte März – und die Temperaturen fallen noch einmal weit unter den Gefrierpunkt, die eisige Kälte ist garniert mit einem ebenso stürmischen wie schneidenden Wind. Nur: Wenn sich Eis und Frost endlich verzogen haben, fallen viele von uns gleich in das nächste Loch, weil die gefürchtete Frühjahrsmüdigkeit um sich greift. Woher sie kommt und was wir dagegen tun können – hier!

Glückshormon und Schlafhormon

Das Klima ist schuld! Zumindest, was die Frühjahrsmüdigkeit betrifft. Wenn wärmere Temperaturen Einzug halten, muss sich unser Körper erst wieder daran gewöhnen. Dabei erweitern sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Das führt zu Müdigkeit.

Zu Beginn des Frühlings herrscht zudem im menschlichen Körper ein Mangel an Serotonin: Dieses Glückshormon hebt unsere Stimmung, es braucht aber Licht, damit unser Körper das Hormon produziert. Nach Monaten winterlicher Dunkelheit sind unsere Serotonin-Reserven so gut wie aufgebraucht. Wird die Bildung von Serotonin wieder angekurbelt, sinkt simultan die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, das den zirkadianen Rhythmus (Schlaf-Wach-Rhythmus) steuert. Der Hormonspiegel muss sich neu justieren, wir werden müde. Frühjahrsmüde eben.

Ein Mangel an Melatonin ist übrigens nicht zu unterschätzen: Er kann Schlafstörungen, Sodbrennen, Migräneattacken oder sogar Depressionen zur Folge haben. Wer zu wenig von diesem Hormon produziert, kann es dem Körper auch gesondert zuführen. Melatonin wird in verschiedenen Formen angeboten – als Kapseln, Tropfen oder Lutschtabletten.

Wichtig: Bewegung und Ernährung

Zwei wichtige Eckpfeiler der Anti-Frühjahrsmüdigkeit-Anstrengungen sind Bewegung und Ernährung. Spaziergänge und sportliche Aktivitäten unter freiem Himmel (und bei Tageslicht!) fördern die Bildung von Serotonin. Wer morgens abwechselnd warum und kalt duscht, ist schneller munter. Auch Saunagänge führen dazu, dass sich unser Blutdruck stabilisiert. Um möglichst viel Sonne zu tanken, sollten wir für ein paar Wochen zeitig ins Bett gehen und früh aufstehen.

Ebenso wichtig wie Bewegung ist eine gesunde Ernährung. Dazu zählen viel frisches Obst und Gemüse – zum Beispiel Karotten, Spinat, Salate und Lauch. Die enthaltenen Vitamine bringen den Stoffwechsel in Gang. Zitrusfrüchte stärken mit ihrem Vitamin C das Immunsystem.

Und denken Sie daran, ausreichend Flüssigkeiten zu sich zu nehmen: zwei Liter Wasser, ungesüßten Tee oder verdünnten Fruchtsaft am Tag. Nach zwei bis vier Wochen sollte die Frühjahrsmüdigkeit überwunden sein. Fühlen Sie sich noch immer müde, abgespannt und gereizt, liegen die Ursachen vielleicht tiefer. Sie sollten dann einen Arzt aufsuchen.