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Radio Hamburg

Radiowecker, Uhren an Mikrowelle & Herd

Darum gehen eure Uhren gerade nach

Hamburg, 07.03.2018
Uhr Herd

Viele Radiowecker oder Uhren in Mikrowellenherden haben aktuell offenbar Probleme, die exakte Zeit anzuzeigen: Sie gehen nach. 

Momentan machen es uns kleine sechs Minuten echt schwer. Vielleicht ist es euch ja auch schon an euren Radioweckern, Mikrowellen- oder Herduhren aufgefallen, dass diese nach gehen. Bedeutet also: Ihr müsst 8:30 Uhr aus dem Haus, eure Uhren zeigen 8:24 Uhr an - es ist aber schon 8:30 Uhr. Das kann im morgendlichen Stress wirklich zu heftigen Folgen führen. Ihr steht zu spät auf, ihr schafft die Bahn nicht, ihr kommt zu spät zum Job etc.

Grund für diese Verzögerung ist laut Technologiemagazin "Heise Online" akute Energieknappheit. Durch eine Strompanne auf dem Balkan ticken zahlreiche elektrische Uhren in Europa derzeit nicht richtig.

Viele solcher Synchronuhren nutzten statt Quarzoszillatoren traditionell die minimalen Abweichungen der konstanten Netzfrequenz für die Berechnung der Zeitanzeige. Diese liegt in Europa traditionell bei fast genau 50 Hertz. Stärkeren Energiebedarf gleichen die Versorger in der Regel durch höhere Einspeisung aus, so dass die Frequenz normalerweise nur um ein paar hundertstel Hertz differiert, was den Uhren aber als Taktgeber ausreicht.

Dass solche Uhren, die die Schwingungen der Netzfrequenz für die Zeitmessung nutzen, nun mehrere Minuten nachgingen, sei ein Indiz dafür, dass seit Längerem zu wenig Leistung etwa aus Gaskraftwerken ins Netz gespeist werde, schreibt "Heise Online"-Redakteur Ernst Ahlers. "Der Leistungsmangel scheint aktuell ein Dauerzustand zu sein." 

Ist der Strompreis daran schuld?

Ein Grund dafür könne der Strompreis sein, schätzt Ahlers. Möglicherweise exportiere Deutschland derzeit auch große Mengen an Strom nach Frankreich, da das Nachbarland aktuell Probleme mit der Energiegewinnung aus seinen Atomkraftwerke habe, schätzt "Heise Online"-Redakteur Christof Windeck. Wenn die Differenz deutlich sinke, würden die Anbieter jedoch gegensteuern. Größere Ausfälle seien also nicht zu erwarten. Wenn es wieder wärmer wird, werde sich das Problem ohnehin von selbst erledigen, sagte Windeck.

(dpa/aba)