Radio Hamburg

Mobbing im Netz

Hilfen und Ansprechpartner bei Cybermobbing

Hamburg, 07.02.2019
Kinder Computer

Cybermobbing tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf.

Cybermobbing ist ein alarmierender Negativ-Trend der Generation Internet und kann vor allem Kinder psychisch schwer belasten. Hier finden Betroffene und Eltern Hilfe.

Per Mausklick einen Menschen bloßstellen, beleidigen, tyrannisieren. Studien zufolge ist bundesweit etwa jeder dritte Jugendliche schon einmal Opfer von Mobbing-Attacken im Internet und über Social-Media-Plattformen geworden. Demnach kennen knapp 60 Prozent der Pädagogen dieses Mobbing unter ihren Schülern. An einem Drittel der Schulen gab es mindestens einmal pro Woche einen solchen Vorfall. Die Folgen des so genannten Cybermobbings können vor allem für junge Menschen dramatisch sein: Viele Opfer müssen in der Psychiatrie behandelt werden. Gerade durch sozialen Netzwerke können Täter ihre Opfer rund um die Uhr attackieren – oft anonym, was Opfer oft vor eine schier ausweglose Situation stellt.

Nach dem Tod einer Elfjährigen in Berlin, der vermutlich auf Mobbing an der Schule zurückzuführen ist, ist die Diskussion rund um das Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen und wird heiß diskutiert. Am Donnerstagmorgen (07.02.) haben John Ment und sein Team in der Radio Hamburg Morningshow mit euch ausführlich über das Thema Mobbing und Mobbing im Netz gesprochen. 

Wie kann man sich vor Cybermobbing schützen?

Birte Wenke vom Kinder- und Jugendschutz Hamburg erklärt, wie man sich vor Cybermobbing schützen kann: "Wichtig ist, dass man nicht auf die Beleidigungen reagiert, das ist ganz wichtig, weil dadurch eine Spirale entsteht. Und wichtig ist, dass man Beweise hat und sammelt. Chat-Protokolle speichern oder Screenshots von Facebook machen und ganz wichtig: darüber reden, nicht schweigen und es sehr frühzeitig ansprechen."

Formen des Cybermobbings

Zum Cybermobbing zählen Experten der Versicherung "ARAG" unter anderem folgende Formen:

- Happy Slapping: Filmen und veröffentlichen von körperlicher Gewalt

- Impersonation: Auftreten unter dem Namen einer anderen Person

- Flaming: Beleidigungen in einem Chat

- Harassment: Denunziation und Versenden von Beleidigungen

- Cyber Grooming: Versuch sexuelle Kontakte zu Minderjährigen anzubahnen

- Cyberstalking: Andauernde Belästigung und Verfolgung

- Cyberthreats: Androhen von Gewalt

- Outing/ Trickery: Bloßstellen durch öffentliches Posten privater Einträge

- Denigration: Verleumdung und Verbreitung von Gerüchten

- Exclusion: Ausschluss aus Gruppen, zum Beispiel bei Facebook

Ist Cybermobbing strafbar?

Birte Wenke dazu: "Beleidigung oder üble Nachrede oder Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen - das sind alles Straftatbestände, die im Zusammenhang mikt Cybermobbing relevant sein können."  In einer repräsentativen Untersuchung aus dem Jahr 2013 räumten übrigens 19 Prozent der Schüler ein, selbst einmal Täter gewesen zu sein. Ihre Motive waren dabei häufig "Langeweile" oder "Spaß". 17 Prozent der Schüler gaben an, dass sie Opfer von Schikane, Hetze oder Beleidigung im Netz geworden sind. Die angegebenen Tatorte waren zu 80 Prozent soziale Netzwerke wie Facebook. Am stärksten betroffen von üblen Gerüchten, Verleumdung oder auch der Veröffentlichung peinlicher Fotos oder Videos sind Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren.

Hier finden Betroffene und Eltern Hilfe

Ihr seid euch als Eltern oder Lehrer unschlüssig, ob ein Kind mit Cybermobbing drangsaliert wird? Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes informiert detailliert über Hilfsmöglichkeiten und wie ihr erkennet, ob ein Kind oder Jugendlicher Cybermobbing ausgesetzt ist. Alle Infos zum Thema Cybermobbing findet ihr hier oder online beim Bündnis gegen Cybermobbing.

Adressen für Hilfe bei Mobbing

Verschließt nicht die Augen, wenn ihr Mobbing bemerkt und helft den Opfer, ihr Leiden anzuzeigen. Mit der Offenbarung bei der Polizei, Lehrern oder der Familie ist es aber meist nicht getan. Die seelischen Wunden bleiben. In Hamburg gibt es folgende Anlaufstationen bei Mobbing:

AOK Rheinland/Hamburg

Unter der Rufnummer 0221/27 180 200 der AOK Rheinland/Hamburg erhaltet Ihr dienstags in der Zeit von 14 - 20 Uhr Beratung und Informationen zum Thema Mobbing.

KDA

Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt hat den Arbeitskreis "No-Mobbing" ins Leben gerufen und hilft in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

No-Mobbing-Telefon
Di 10:00 - 12:00 Uhr und 17:00-19:00 Uhr
Tel.: 0451/8 40 40

Anlaufstellen: 

KDA Hamburg
Schillerstr. 7, 22767 Hamburg, Tel.: 040/306232 12

KDA Kiel
Gartenstr. 20, 24103 Kiel, Tel.: 04531 /5 1461

KDA Flensburg
H.C. Lorenzen, Tel.: 0461/5 47 22

KDA Stade
Dankerstr. 24, 21860 Stade, Tel.: 04141 /63068

Beratung für Schüler

https://www.beratung4kids.de/~run/forum/200017/rund-um-die-schule.html

Weitere Infos zum Thema Mobbing und Cybermobbing im Podcast

Im Radio Hamburg Morningshow Podcast bekommt ihr weitere Infos rund um das Thema Mobbing und Cybermobbing. Unter anderem sprechen John, Anke und André mit Betroffenen, einer Lehrerin, die das Problem aus ihrer Sicht schildert und dem Experten Peter Sommerhalter, der Leiter für Prävention- und Medienberatung beim "Bündnis gegen Cybermobbing" ist.

Lest auch: Der Podcast danach...: Der neue Podcast der Radio Hamburg Morning-Show

Spannende Gäste und interessante Gespräche mit John Ment, Birgit Hahn und André Kuhnert. Das war die Woche. Das i ...

(aba/san)

comments powered by Disqus