Radio Hamburg

Hamburgs Sparer leiden

Der Wertverlust geht weiter

Hamburg , 15.03.2019
Sparen, Geld

Sparen trotz niedriger Zinsen: Lohnt sich das? 

Bereits im vergangenen Jahr machten Agenturen auf die hohen Verluste der deutschen Sparer aufmerksam. Nun zeigt sich, welche enorme Summe tatsächlich durch die Hände der deutschen Anleger rann.

Aktuell ist von 28,4 Milliarden Euro die Rede. Aktuell gibt es auch in Hamburg nicht die Hoffnung auf eine rasche Kehrtwende in dieser Frage.

Der Niedrigzins hält an

In erster Linie sind es die niedrigen Zinsen, die für das aktuelle Dilemma der Sparer verantwortlich gemacht werden können. Bereits seit März 2016 liegt der Leitzins bei 0 Prozent. Dies hält viele Privatanleger davon ab, mit ihrem privaten Vermögen die Rendite zu erzielen, die sie sich eigentlich vorstellen. Da Aktien nach wie vor gemieden werden und die Beträge stattdessen auf das Girokonto wandern, konnte bis dato noch keine Besserung der Lage verbucht werden.
Profiteure in dieser Situation sind vor allem Kreditnehmer. Denn auch die Darlehen werden von den Leitzinsen maßgeblich beeinflusst. So sind seit rund drei Jahren extrem günstige Finanzierungen zu finden, wie sie in den Jahren zuvor nicht auf den Markt gebracht werden konnten. Dabei gibt es neben den Hausbanken weitere Anbieter, die sich um die Gunst der Kunden bemühen. Dazu zählen in erster Linie digitale Vertreter der Branche, welche den Vorteil niedriger Kosten auf ihrer Seite haben. So sind sie dazu in der Lage, ihren Kunden besonders attraktive Offerten zu unterbreiten. Informationen zu den Angeboten, die hierbei zur Verfügung stehen, finden Sie auch auf Kredit-ohne-Schufa.de.

Sparer meiden die Börse

Schon seit Jahrzehnten ist die allgemeine Skepsis bekannt, welche deutsche Anleger der Börse entgegenbringen. Ist durch die richtigen Spartipps erst einmal ein finanzieller Grundstock aufgebaut worden, so gelingt es in der Regel nicht, diesen gewinnbringend anzulegen. Aktuell halten nur etwa 6 Prozent der Menschen in Deutschland Einzelaktien von an der Börse notierten Unternehmen. Werden auch offene Fonds und ETFs mit in die Betrachtung einbezogen, so erhöht sich dieser Anteil zumindest auf zehn Prozent. Dennoch kann in dieser Frage noch ein großes Potenzial nach oben entdeckt werden, das bis dato nicht ausgeschöpft wurde.
Doch was sind die Alternativen, die für die Anlage des Geldes genutzt werden? Leider fällt der Blick der meisten Anleger in der Folge auf das einfache Girokonto. Dabei sind sie sich nicht darüber im Klaren, dass mit der Dauer der Anlage der Wert ihres Vermögens immer weiter sinkt. Dies liegt daran, dass es derzeit keine Zinsen gibt, die dazu in der Lage wären, die Rate der Inflation auszugleichen. Von Jahr zu Jahr verliert der gleichbleibende Betrag damit an Kaufkraft. So ist nur zu gut zu verstehen, dass sich viele Hamburgerinnen und Hamburger in den vergangenen Jahren ganz bewusst für den Konsum entschieden haben.

Der Hintergedanke des Leitzinses

An und für sich lässt sich leicht erklären, welcher Gedanke hinter der Anpassung und Gestaltung des Leitzinses lag, wie wir ihn heute erkennen können. Die Politik versuchte in den Jahren nach der großen Finanzkrise, die Wirtschaft mit neuem Schwung auszustatten. Dies war letztlich nur durch neue Investitionen von den großen Unternehmen möglich, die dafür die passenden Anreize erhalten sollten. Ein solcher Kurs des Wachstums kann sehr viel leichter in die Tat umgesetzt werden, wenn dafür günstige Kredite zur Verfügung gestellt werden. Der niedrige Leitzins war damit eine wichtige Triebfeder der europäischen Wirtschaft, die in der letzten Dekade dazu in der Lage war, die Misere des Jahres 2008 über weite Strecken vergessen zu machen und den Blick wieder nach vorn zu richten.
Gleichsam kamen auch die Menschen selbst in Kontakt mit der nun veränderten finanziellen Situation. Auch auf privater Ebene wurden Anschaffungen gefördert, die wiederum die gesamte Kaufkraft positiv beeinflussten. Dafür verantwortlich sind zum Beispiel günstige Finanzierungsangebote, wie sie uns seit einigen Jahren an praktisch jeder Ecke angeboten werden. Die Händler sind durch die Zinssituation dazu in der Lage, ihren Kunden eine Ratenzahlung ohne zusätzliche Kosten anzubieten. Diese flexible Form der Bezahlung trägt wiederum einen Teil dazu bei, dass wir gerne mehr Investitionen in die Tat umsetzen, als wir eigentlich finanziell gut begründen könnten. Der Anreiz, das neue Smartphone oder gar den neuen Wagen ganz einfach in handliche Raten aufzuteilen, die sehr viel leichter mit dem zur Verfügung stehenden Einkommen in Einklang gebracht werden können, ist zu groß.

Zu spät für eine Anpassung?

Doch sollten sich die Verbraucher nun ganz bewusst für die Anpassung der eigenen Anlagestrategie entscheiden, wenn das Geld bis dato nur auf dem Girokonto lag? Tatsächlich kann sich dahinter eine vernünftige Entscheidung verbergen. Gleichsam ist nicht bekannt, wie lange die Zinsen noch auf dem aktuellen Niveau verweilen und wann an die Zinswende gedacht ist. In den kommenden Jahren wird ein solcher Umschwung notwendig sein, um wieder in das normale Auf und Ab der Wirtschaft überleiten zu können. Mit höheren Zinsen würden wiederum den Börsen weniger billige Gelder zur Verfügung stellen, was das weitere Wachstum der Kurse negativ beeinträchtigen könnte. So ist zu diesem Zeitpunkt kaum abzusehen, welche Schritte von den Verbrauchern besonders sinnvoll eingeleitet werden können. Dies zeigt zum Beispiel der Blick auf die Analysen und Meinungen der Experten. Denn auch diese gehen aktuell sehr weit auseinander. Schon zahlreiche Male wurde zudem die überfällige Zinswende proklamiert, die im Anschluss doch mehrere Jahre erfolgreich auf sich warten ließ. Auch dies gilt es bei der Betrachtung der Situation zur berücksichtigen.