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Immer weniger Grippe-Impfungen

Zahl der Influenza-Fälle in Hamburg gestiegen

Hamburg, 21.02.2018
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Die Zahl der Grippefälle ist hier in Hamburg zurzeit deutlich höher als vor einem Jahr. Das sind die 5 wichtigen Irrtümer zum Thema Impfen.

Laut Gesundheitsbehörde hier in Hamburg sind knapp 1.700 Hamburger in den ersten sechs Wochen des Jahres an Influenza erkrankt. Das sind 15 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2017. Den Angaben zufolge ist eine gewisse Impfmüdigkeit zu beobachten.

Die echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine akute Erkrankung der Atemwege. Sie ist eine ernsthafte, mitunter auch lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Grippeviren ausgelöst wird. Man steckt sich von Mensch zu Mensch an oder über verunreinigte Gegenstände wie zum Beispiel beim Festhalten in Bus und Bahn oder beim Schieben eines Einkaufswagens, den vorher ein Grippeerkrankter hatte.

Aufruf zum Impfen

Angesichts der akuten Grippewelle ruft die Europäische Kommission zum Impfen auf. "Ich appelliere an alle Bürger in der Europäischen Union, sich selbst und ihre Kinder impfen zu lassen. Damit schützt man nicht nur die eigene Person, sondern auch die Mitbürger", sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis der Zeitung "Die Welt". Er forderte, den "Mythen und Fehleinschätzungen über Impfungen nicht zu glauben".

Impfungen seien eine "wichtige Maßnahme zur Erhaltung der öffentlichen Gesundheit und sollten eine Selbstverständlichkeit sein", betonte der Kommissar aus Litauen. Besonders wichtig seien jetzt Impfungen gegen Grippe.

5 Fakten Die Irrtümer übers Impfen

Impfungen sind unnötig, Muttermilch reicht!

Durch die Muttermilch und vorher in der Schwangerschaft kommen Abwehrstoffe und Antikörper auch zum Kind uns bieten eine Art Nestschutz. Aber eben nicht gegen alles und schon gar nicht gegen so schwere Krankheiten wie Masern. Eine Impfung ist bei gesunden Kindern also wichtig.





Selbst krank werden härtet ab!

Das glaubte man noch in den 1960er Jahren. Sogenannte "Masernparties" sollten Krankheiten verbreiten und den Körper dazu zwingen, selbst Antikörper zu bilden. Allerdings ist die Erkrankung deutlich gefährlicher als die Impfung. "Ungefähr bei einem von 1000 Kindern, die an Masern erkranken, entwickelt sich eine Entzündung des Gehirns", warnt etwa das Robert-Koch-Institut. 





Impfen gegen nicht vorhandene Krankheiten!

Der Vorwurf betrifft zum Beispiel Impfungen gegen Diphterie oder Polio. Das käme so selten vor, weshalb soll man noch dagegen impfen? Allerdings: der Grund, warum diese Krankheiten nur noch selten auftauchen ist eben der flächendeckende Impfschutz der letzten Jahre und Jahrzehnte. Wenn man jetzt komplett damit aufhören würde, könnten die Krankheiten wieder ausbrechen.





Impfen fördert den plötzlichen Kindstod!

Die Sorge ist wirklich unberechtigt und wissenschaftlich überhaupt nicht belegbar. Es zeichnet sich nach Studien eher eine andere Tendenz ab. Oftmals wurden die Kinder, die auf solch tragische Weise starben, gar nicht oder später geimpft.





Impfstoffe enthalten Chemikalien!

Ja, Impfstoffe enthalten Stoffe, die wir sonst nicht täglich unserem Körper zumuten würden wie Formaldehyd oder Quecksilber. Allerdings sollen diese auch unseren Abwehr-Mechanismus des Körpers ankurbeln und die Medikamente haltbar machen. Wissenschaftler bestätigen, dass es Konzentrationen weit unterhalb toxikologischer Grenzwerte sind. 





(dpa/aba)