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Radio Hamburg

Nicht schämen!

Krätze wieder auf dem Vormarsch

Kiel/Hamburg, 27.02.2018
Krätze

So kann Krätze aussehen.

Die Hautkrankheit Krätze (Skabies) ist in Deutschland, vor allem aber hier im Norden wieder auf dem Vormarsch.

Ärzte im Norden müssen offenkundig zunehmend Fälle von Krätze behandeln. "Die Zahl der Betroffenen ist innerhalb von zwei Jahren um zwei Drittel gestiegen", berichtete Barmer-Pressesprecher Wolfgang Klink am Montag. Nach den jüngsten
Zahlen habe es 2016 rund 7800 Erkrankte gegeben. Die Zahl der Verordnungen sei bei der entsprechenden Salbe binnen eines Jahres um 70 Prozent gestiegen, bei den Tabletten um mehr als das Vierfache.

Nicht schämen!

"Betroffene müssen sich nicht schämen, denn eine Ansteckung mit Krätze kann jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit fehlender Hygiene zu tun", kommentierte die Dermatologin Utta Petzold. Die Krätze könne zunächst durchaus übersehen werden. "Dann wird der von den kleinen Milben ausgelöste Juckreiz mit den Symptomen eines Hautekzems verwechselt und auch so behandelt, was wiederum die Krätze kaschiert."

Besonders leicht könne sich die Krätzmilbe in Kindergärten verbreiten, wegen des engen Körperkontakts zwischen Kindern. "Wenn die Eltern mit ihrem Nachwuchs bei ersten Beschwerden den Arzt aufsuchen, sind betroffene Kinder aber schon ansteckend und die Familien wissen noch nichts von der Infektion."

So bekämpft ihr Krätze

Die winzigen Krätzmilben graben sich in die obere Hornschicht der Haut ein und bilden dort kleine Gänge. In diesem Versteck überstehen die Tierchen sogar Vollbäder.

Salben und Tabletten können vom Arzt gegen die Krätze verordnet werden und enthalten meist den Wirkstoff Permethrin, der grundsätzlich gut vertragen wird. Bei zu hoher Gabe kann er aber für den Körper giftig sein. Daher müsst ihr immer unter ärztlicher Kontrolle bleiben. Vor allem bei Kindern und Säuglingen wägt der Arzt sorgfältig ab, welche Medikamente er gibt. Nach ca zwei Wochen sollte der Spuk wieder vorbei sein.

Krätzmilben können außerhalb des menschlichen Körpers einige Tage überleben und sich in dieser Zeit einen neuen Wirt suchen. Daher rät Petzold, Kleidung und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen. Handtücher sollten zweimal täglich erneuert werden. Zudem sei es sinnvoll, Polstermöbel und Matratzen täglich mit einem starken Staubsauger abzusaugen.

(dpa/aba)