Radio Hamburg

Sanktionen für Autofahrer

Verkehrsdelikte im Strafrechner

Polizei NRW Streife Verkehr

Deutschland ist bekanntlich das Land der Regeln und Normen. Das gilt auch für den Straßenverkehr: Wer hier gegen Vorschriften verstößt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Das gilt längst nicht nur für das zu schnelle Fahren durch eine Radarkontrolle, sondern auch viele andere Vergehen werden kontrolliert sowie geahndet. Besonders teuer wird es oft, wenn durch das Fehlverhalten eine Gefährdung, Sachbeschädigung oder sogar ein Personenschaden entstanden ist. Je nach Schwere des Vergehens, müssen die Täter zudem mit dem Führerscheinentzug oder einer Strafanzeige rechnen. Da auch das kommende Jahr 2019 wieder einige Neuerungen im Straßenverkehr mit sich bringt, lohnt sich ein Blick auf die gültigen Sanktionen für verschiedene Verkehrsdelikte. 

Das Überfahren einer roten Ampel

Wer über eine rote Ampel fährt, muss mit 70 bis 360 Euro Strafe rechnen. Hierbei kommt es darauf an, wie lange die Ampel bereits rot war und welche Gefährdung aus deren Überfahren entstanden ist. Möglich ist zudem der Führerscheinentzug für einen Monat bis zu fünf Jahren sowie in Extremfällen ebenfalls eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren – informieren die Experten von https://www.bussgeldkataloge.de/rote-ampel/. Das Fahren über eine rote Ampel ist somit kein Kavaliersdelikt. Selbiges gilt übrigens für das Missachten einer roten Ampel als Fußgänger sowie Fahrradfahrer. Diese Vergehen werden jedoch milder bestraft und belaufen sich im Regelfall lediglich auf ein Verwarngeld. 

Das Überschreiten der Geschwindigkeitsbegrenzung

Wer zu schnell gefahren ist und dabei erwischt wurde, beispielsweise durch eine Radarkontrolle, muss ebenfalls mit einer Geldstrafe rechnen. Diese beläuft sich bei bis zu 10 km/h zu viel auf 10 bis 15 Euro. Wer bis zu 25 km/h mehr drauf hat, muss eine Straße von 70 bis 80 Euro bezahlen, aber noch kein Fahrverbot befürchten. Anders bei einer Geschwindigkeit von mehr als 25 km/h zu schnell: Hier drohen neben dreistelligen Bußgeldern auch Fahrverbote von bis zu einem Monat, jedoch erst einmal nur im Wiederholungsfall. Fix ist ein solches Fahrverbot ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 30 km/h innerorts beziehungsweise über 40 km/h zu viel außerorts. Am teuersten wird es, im Ort mehr als 70 km/h zu schnell unterwegs zu sein. Dieses Vergehen schlägt mit 680 Euro sowie einem dreimonatigen Fahrverbot zu Buche. Hinzu kommen zwei Punkte in Flensburg.

Nichteinhaltung von Mindestabständen

Abstandsvergehen werden in den letzten Jahren immer häufiger kontrolliert sowie strenger geahndet. Grund ist die Zunahme an Unfällen in Folge einer solchen Nichteinhaltung, vor allem auf deutschen Autobahnen. Die Berechnung der Abstände ist jedoch kompliziert und so ist es für einen Laien oft undurchsichtig, wie hoch die Strafe für sein Vergehen voraussichtlich sein wird. Der Bußgeldkatalog beginnt für einen Abstandsverstoß bei weniger als 80 km/h und ohne Folgen bei 25 Euro. Geschieht das Vergehen hingegen bei mehr als 80 km/h, werden die Strafen in Zehnteln vom Tachowert gemessen. Das bedeutet zum Beispiel: Ein Abstand von weniger als 5/10 des Tachowertes kostet 75 Euro und gibt einen Punkt. Ein Abstand von weniger als 1/10 des Tachowertes kostet bei einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 km/h bereits 320 Euro sowie einen Punkt. Wer schneller als 100 km/h fährt, kassiert dafür bereits zwei Punkte in Flensburg. Selbiges Vergehen kostet bei einer Geschwindigkeit von über 130 km/h bereits 400 Euro und zieht zwei Punkte nach sich. Hinzu kommt in beiden Fällen ein dreimonatiges Fahrverbot.

Falsches Halten oder Parken

Beinahe jeder Autofahrer kassiert in seinem Leben mal einen Strafzettel für falsches Halten oder Parken. Aufgrund der Undurchsichtigkeit des deutschen Schilderwaldes, steckt dahinter nicht einmal unbedingt böse Absicht. Glücklicherweise fallen die Strafen in diesem Bereich vergleichsweise milde aus: Wer falsch hält, muss 10 Euro blechen. Behindert er dadurch andere Verkehrsteilnehmer, liegt die Strafe bei bis zu 30 Euro. Die Strafen für das falsche Parken beginnen ebenfalls bei 10 Euro und reichen bis zu 70 Euro sowie einem Punkt für das Parken auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen. Ein Punkt droht zudem für die Behinderung von Einsatz- und Rettungsfahrzeugen.

Sonstige Vergehen und Strafen gemäß Bußgeldkatalog

Zudem gibt es zahlreiche weitere Vergehen, welche in Deutschland mit einem Bußgeld geahndet werden. Was viele Autofahrer beispielsweise nicht wissen: Für das Schnippen einer Kippe aus dem Fenster droht eine Strafe von bis zu 55 Euro. Wer mit falschen oder abgefahrenen Reifen unterwegs ist und dadurch einen Unfall verursacht, muss bis zu 120 Euro bezahlen und erhält einen Punkt in Flensburg. Die Strafen für Vergehen im Bereich der Umweltplakette bewegen sich zwischen 10 und 80 Euro, gegebenfalls wird zudem ein Punkt vergeben. Ebenso beim Handy am Steuer, welches mittlerweile bis zu 200 Euro kostet. Übrigens müssen Autofahrer, welche sich noch in der Probezeit befinden, mit anderen – oftmals höheren – Strafen rechnen. Sie müssen je nach Vergehen unter Umständen schneller wieder ihren Führerschein abgeben oder ein spezielles Aufbauseminar belegen und dessen Kosten natürlich selbst tragen.

Zu den teuersten Vergehen gehört es übrigens, sich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer erwischen zu lassen. Für solche Verstöße beginnen die Strafen bei 500 Euro und Wiederholungstäter müssen sogar bis zu 1.500 Euro blechen. Entsteht dadurch eine Gefährdung des Verkehrs oder liegt der Promillewert über 1,1, wird nicht nur unmittelbar der Führerschein entzogen, sondern der Betroffene muss auch mit einer Anklage rechnen, welche über die Höhe der Geldstrafe sowie einen eventuellen Freiheitsentzug entscheidet.