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Radio Hamburg

Furioses WM-Finale in Moskau

Frankreich holt sich mit 4:2-Sieg den Pokal

Moskau, 16.07.2018
FIFA WM 2018, Frankreich, Titel, Feier, Pokal, Picture Alliance

Olivier Giroud, Lucas Hernandez, Thomas Lemar, Presnel Kimpembe und Florian Thauvin feiern den WM-Sieg.

In einem furiosen Finale hat sich Frankreich am Sonntagabend mit einem 4:2-Sieg gegen Kroatien den Weltmeistertitel gesichert!

Die neue Gold-Generation der Franzosen ließ sich auch bei der Pressekonferenz ihres Erfolgstrainers nicht bremsen. Singend und tanzend stürmte die Weltmeister-Truppe um Super Spaßvogel Paul Pogba die Veranstaltung am späten Sonntagabend im Moskauer Luschniki-Stadion. Sie seien ein bisschen verrückt, meinte Deschamps grinsend und erneut durchnässt von den Champagner- und Wasserduschen. Fast schon väterlich verständnisvoll fügte er hinzu: "Sie sind jung und sie sind glücklich." So jung, dass diese Mannschaft nach dem 4:2-Finalsieg über Kroatien am Anfang einer Ära steht und den Doppeltriumph ihrer Vorgänger um Zinedine Zidane nicht nur einstellen, sondern noch toppen könnte. In zwei oder vier Jahren erreiche sie erst ihre ganze Stärke, wiederholte Deschamps mehrfach während der WM in Russland. Bei ihrer Ankunft am frühen Montagabend auf den legendären Champs-Élysées dürfte der Mannschaft ein rauschender Empfang bevorstehen. Das dürfte auch helfen, zu realisieren, was das Team erreicht hat. "Im Moment wissen meine Spieler noch nicht, was es bedeutet, Weltmeister zu sein", sagte Deschamps.

Die Party hat erst begonnen

Um 19.53 Uhr Ortszeit war Anpfiff für den Feiermarathon. Und mittendrin auch Staatspräsident Emmanuel Macron. Mit Pogba machte er die typische Tanzbewegung des feierwütigen Pogba - einmal den Kopf in die Armbeuge. Gegen Mitternacht ging die Party im WM-Camp der Franzosen weiter - Ende offen. Die Familien waren mit dabei. "Und Montag feiern wir mit allen Franzosen", kündigte Antoine Griezmann an. Griezmann, der Matchwinner, vielleicht das Gesicht dieser WM-Generation, ist 27 Jahre alt. Und damit einer der älteren im Team! Kylian Mbappé ist der jüngste, auch er traf im Endspiel. Und sagte danach: "Weltmeister zu sein, ist schon eine Botschaft, aber ich will noch besser werden."

Kroatien verabschiedet sich als stolzer Verlierer

Die Auszeichnung für den zweiten Platz wollte Luka Modric nicht ablegen. Auch auf dem Weg zum Bus trug der Superstar der Kroaten noch die Silbermedaille um seinen Hals. "Wir fahren hier mit erhobenem Haupt weg. Aber es ist nicht einfach, so ein Finale zu verlieren, weil wir so nah dran waren", gestand der 32-Jährige. "Wir können uns nichts vorwerfen, wir haben alles gegeben und deshalb müssen wir stolz sein." Zudem verließ Modric die WM noch mit dem Goldenen Ball als bester Spieler. Der heimliche Star der Siegerehrung war Kroatiens Staatspräsidentin. Erst küsste Kolinda Grabar-Kitarovic die WM-Trophäe, dann drückte sie den besten Jungprofi Kylian Mbappé fest an sich und herzte schließlich alle Spieler des unterlegenen Teams. Der Regen machte ihr gar nichts aus - so ließ sie es sich auch nicht nehmen, völlig durchnässt Luka Modric & Co. in der Kabine wieder aufzurichten.

Ausschreitungen in Frankreich

Bei den Jubelfeiern nach dem WM-Sieg ihres Teams über Kroatien ist es in mehreren französischen Städten zu Ausschreitungen gekommen. Die Feiern von Hunderttausenden Fans wurden in der Nacht zu Montag vor allem in Paris, Lyon, Marseille und Ajaccio von Zwischenfällen überschattet, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. In der Hauptstadt wurde ein Mann nach einer Schlägerei schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Rund 30 junge Menschen plünderten zudem auf der Prachtstraße Champs-Élysées ein Geschäft, die Polizei vertrieb sie mit Tränengas. Zuvor hatten hier die Fans friedlich und euphorisch den 4:2-Triumph ihres Teams gefeiert. Zu Zusammenstößen von rund 100 zumeist jugendlichen Fans mit der Polizei kam es auch in Lyon. In Marseille wurden bei Auseinandersetzungen zwei Polizisten verletzt. Zehn Menschen wurden festgenommen. In Ajaccio gerieten französische und kroatische Fans aneinander.

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(dpa / ste)

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