Radio Hamburg

Olympia als Vermittler: Nord- und Südkorea

Sensation bei Olympia 2018

Hamburg, 30.01.2018
Olympia 2018

Die Olympischen Spiele in Pyeonchang werden in die Geschichte eingehen. Erstmals treten Nord- und Südkorea zusammen auf. Ist das ein Zeichen der Versöhnung? 

Die erste nordkoreanische Delegation ist nach Südkorea gereist, um die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen vorzubereiten. Die Gruppe organisiert ein nordkoreanisches Orchester, das mit insgesamt 140 Musikern bei den Winterspielen auftritt. Bei dem Besuch kam es zu Protesten: Demonstranten in Seoul zündeten ein Bild von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un an. Kein Wunder, denn den Atomkonflikt zwischen Nord- und Südkorea verschärfte Nordkorea nämlich zuvor mit anhaltenden Raketentests und den bisher größten nuklearen Tests des Landes.

Nordkoreanische Athleten in Südkorea

Antreten werden in Pyeonchang 22 nordkoreanische Athleten in fünf Disziplinen: Im Eiskunst- und Eisschnelllauf sowie im Skilanglauf, Eishockey und Ski alpin. Es wird sogar auch ein gemeinsames Frauen-Eishockey-Team beider koreanischer Staaten geben. Dieses wird es erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele geben. Mit ihnen werden 24 Funktionäre und 21 Medienvertreter aus Nordkorea Südkorea für die Olympischen Spiele nach Südkorea reisen.

Ein Tag nach dem Besuch der nordkoreanischen Funktionäre in Seoul hat Südkorea erstmals nach zwei Jahren ebenfalls eine Delegation in den Norden geschickt. Dieser gehörten zwölf Gesandte an, die sich bei ihrer dreitägigen Reise um gemeinsame Sport- und Kulturaktivitäten kümmern sollten. Unter anderem sollten außerdem Skifahrer beider Nationen im nordkoreanischen Skigebiet Masikryong zusammen trainieren.

Gemeinsamer Einlauf bei der Eröffnungszeremonie

Bei der Eröffnungszeremonie am 09. Februar werden Athleten beider Staaten hinter der sogenannten "Fahne der Vereinigung" laufen, welche eine hellblaue Silhouette der koreanischen Halbinsel auf weißem Grund abbildet. Dies macht Hoffnung auf eine mögliche Entspannung der Krise zwischen Nord- und Südkorea, welche durch das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm ausgelöst wurde.

Zwischenfälle sind jedoch vorprogrammiert: Skeptiker bezweifeln nämlich die Bereitschaft zu Frieden und Einheit – vor allem im Norden. Es gilt als sicher, dass Kim Jong Un sich den Deal mit dem Süden fürstlich bezahlen lässt. Aufgrund der scharfen Wirtschaftssanktionen infolge des Atomprogramms könnte er das Geld sicher gut gebrauchen.