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Radio Hamburg

Verletzte und Termin-Chaos

Wird es jetzt lebensgefährlich für die Athleten bei Olympia?

Hamburg , 12.02.2018
Snowboard Olympia

Beim Slopestyle-Wettbewerb stürzt ein Snowboarder nach dem anderen. Viele ziehen sich Verletzungen zu. 

Nachdem der Slopestyle-Wettbewerb gezeigt hat, wie gefährlich die stürmischen Eiswinde Koreas wirklich sind, werden nun viele Wettkämpfe abgesagt. Heißt das, dass die Spiele verlängert werden?

Der Riesenslalom der Damen sowie der Herren-Abfahrt wurde nun wegen zu starker Stürme in den Bergen abgesagt.
Wie gefährlich die koreanischen Eiswinde wirklich sein können mussten die Snowboard-Frauen nun nämlich beim eigenen Leib ertragen. 

Der Slopestyle-Wettbewerb wurde zum Sturzfestival

Der Slopestyle-Wettbewerb , bei dem es um Riesen-Sprünge und Drehungen geht, zeigte wie gefährlich sich die Wetterlage auswirken kann. Offenbar eine Fehlentscheidung der Veranstalter, den Wettbewerb trotz der Stürme stattfinden zu lassen. Mancher Zuschauer mochte es nämlich gar nicht mit ansehen, wie eine Snowboarderin nach der anderen von einer Windböe erfasst wurde und stürzte. Im ersten Durchgang schafften es von 25 Starterinnen nur fünf ohne Sturz ins Ziel.

Die Opfer

Die Norwegerin Silje Norendal landete auf dem 4. Platz und sagte zu dem Wind-Chaos weinend: „Ich hatte Angst um mein Leben“ Andere Sportler wurden durch den Wind sogar ernsthaft verletzt! Wie zum Beispiel Australiens Snowboarderin Tess Coady (17). Sie wurde schon am Sonntag im Training vom Wind erfasst und stürzte. Montag die bittere Diagnose: Kreuzbandriss, Olympia-Aus! Ihr Verband fordert jetzt eine Untersuchung, ob schon das Training hätte abgesagt werden müssen. Finnin Enni Rukajarvi holte trotz Wind-Böen Bronze. Dennoch kritisierte sie die Veranstalter: „Es war ziemlich gefährlich. Man wusste nicht, was einen erwartet. Sie hätten es absagen oder verschieben sollen.“Auch eine TV-Kamera viel dem Wind zum Opfer und stürzte von einem 10 Meter hohen Podest und traf beinahe einen Mitarbeiter des kanadischen TV-Sender CBS.


Silvia Mittermüller

Der deutschen Starterin Silvia Mittermüller ging es ähnlich. Nachdem die 34-jährige die Spiele in Sotschi verletzungsbedingt verpasste, wollte sie bei den Winterspielen 2018 nun unbedingt durchstarten. Trotz dessen sie im vorherigem Jahr an einer Hirnblutung litt und sie am Tag vor dem Slopestyle-Wettkampf noch mit Fieber im Bett lag, hatte sie sich aufgerafft. Beim Trainingssprung vor dem Wettkampf wurde sie dann jedoch vom Wind erfasst und musste einen Meniskusriss mit davontragen. 
Sie selbst sagt: "Ich bin nach Südkorea gekommen, um Olympia mit allen Sinnen aufzusaugen und alles zu geben. Das habe ich trotz der herausfordernden und gefährlichen Bedingungen probiert und dafür bezahlt" 

Jetzt droht Termin-Chaos!

Mehr und mehr Freiluft-Events fallen jetzt den extremen Wetterbedingungen in Pyeongchang zum Opfer.

Auch für Dienstag-Vormittag ist stürmisches Wetter angesagt, weshalb die Alpin-Wettbewerbe auf Donnerstag verschoben wurden. Trotz dessen kann noch niemand mit Sicherheit sagen, dass sie dann auch wirklich stattfinden werden.
Deutschlands Alpin-Boss Wolfgang Maier ist hingegen optimistisch: „Der Wind soll besser werden. Aber wenn wir die Abfahrt am Donnerstag nochmal verschieben müssen, kriegen wir ein richtiges Problem.“

Die Eiseskälte

Auch die Helfer und Zuschauer vor Ort leiden unter der extremen Kälte. Der eisige Wind soll laut Organisatoren noch bis Mittwoch anhalten und die Temperaturen können bis auf minus 18 Grad fallen, weshalb weitere Ausfälle drohen. Der Sprecher des Internationalen Olympische Komitees (IOC) rechtfertigt sich so:  "Es ist nicht immer einfach, weil wir es mit sieben unterschiedlichen Sportarten zu tun haben. Wir sprechen darüber ständig mit den Verbänden" Er versucht zu beruhigen: "Es ist noch genügend Zeit. Alle Wettbewerbe lassen sich abwickeln. Es wäre verfrüht, über eine mögliche Verlängerung der Spiele zu sprechen." Dass er eine mögliche Verlängerung der Spiele überhaupt anspricht zeigt, dass die Situation in Pyeongchang wirklich ernst ist. Alternativ könnte die Wetterlage statt einer Verlängerung der Spiele auch die Absage von einigen Wettbewerben zur Folge haben.