Radio Hamburg

Das exklusive Interview

Gefährliche Augenverletzungen an Silvester

Hamburg, 30.12.2019
Bindehautentzündung, rotes Auge

Die Gefahren an Silvester sollten nicht unterschätzt werden. Insbesondere das Auge kann durch die Knallerei schwerwiegende Verletzungen erleiden. 

Carsten Grohmann aus dem UKE hat uns alle wichtigen Fragen zur Verletzungsgefahr der Augen an Silvester beantwortet.

Carsten Grohmann arbeitet als Weiterbildungsassistent in der Klinik Hamburg Eppendorf - genauer genommen in der Klinik für Augenheilkunde. Da er auch in der Silvester-Nacht Dienst hat, beantwortet er uns in einem exklusiven Interview alle dringenden Fragen rund um die Verletzungsgefahr an Silvester.

Haben Sie in den vergangenen Jahren an Silvester erlebt, dass es einen Anstieg von Augenverletzungen gibt?

Carsten Grohmann: Eigentlich nicht. An sich haben wir einen Schnitt von drei bis fünf Notoperationen in der Silvesternacht, alleine im UKE. Und 60-70 Leute kommen mit einem unterschiedlichen Schweregrad an Verletzungen fast jedes Jahr ins UKE.

Mit welchen Verletzungen kommen die Leute an Silvester in die Klinik?

Carsten Grohmann: Meistens sind es Fremdkörperverletzungen. Meist auch schwere Verletzungen mit Prellungen, z.B. wenn die Rakete direkt aufs Auge zu fliegt. Risse im Augapfel, Rupturen, Lid- und Oberflächenverbrennungen. Aber auch, wenn man sich in einem schlechten Moment über einen explodierenden Feuerwerkskörper oder eine Feuerwerksbatterie beugt - oder bei Blindgängern nachguckt, dann kann das zu schweren Schäden am Augapfel führen. 

Wie häufig ist eine Erblindung des Augapfels?

Carsten Grohmann: Meistens tun wir, was wir können. Allerdings sind die Augen dann bereits so verletzt, dass der Erfolg mäßig ist.

Was sollte man in einem Notfall schnell selber machen, bevor man in die Klinik kommt?

Carsten Grohmann: Möglichst beide Augen sollten steril abgedeckt werden. Das liegt daran, dass wenn nur ein Auge abgedeckt wird, sich das andere mitbewegt. Der Patient versucht zu gucken und dadurch bewegen sich dann beide Augen. Der Patient sollte Ruhe bewahren und dann am besten mit dem Krankenwagen zu uns in die Klinik kommen, damit wir uns das angucken können.

Was kann man tun um seine Augen an Silvester zu schützen?

Carsten Grohmann: Wir empfehlen da eindeutig eine Schutzbrille. Es muss keine teure Schutzbrille sein. Aber wirklich eine Schutzbrille, die gegen schwere Verletzungen hilft. Zusätzlich sollten sich die Sicherheitsregeln der Knaller angeguckt werden. Auch Alkohol uns Silversterknaller vertragen sich nicht gut.

Welche Personen kommen denn zu ihnen mit Augenverletzungen an Silvester?

Carsten Grohmann: Etwa 40 Prozent sind Minderjährige. Am häufigsten verletzt sind jedoch Männer zwischen 18 und 45 Jahren, und leider sind diese auch oft im alkoholisierten Zustand.