Radio Hamburg

03. Oktober

Warum feiern wir den Tag der Deutschen Einheit?

Deutschland, 03.10.2019
Tag der Deutschen Einheit Radio Hamburg

Der Tag der Deutschen Einheit ist ein nationaler Feiertag. 

Am 03. Oktober feiern wir den Tag der Deutschen Einheit. Aber weshalb ist dieser Tag eigentlich ein Feiertag? 

Am 03. Oktober ist Tag der Deutschen Einheit! Und um diesen freien Tag richtig und ordentlich zu feiern, lohnt es sich in die Geschichte dieses Tages zu gucken. Warum feiern wir unsere Einheit? Und was ist genau an diesem Tag passiert?

Der Tag der Deutschen Einheit

Der 03. Oktober ist deutscher Nationalfeiertag. Entstanden ist er im Jahr 1990 durch den Einigungsvertrag, um an die Wiedervereinigung zu erinnern. Das bedeutet: Deutschland ist nun ein einzelner Staat und nicht mehr in zwei Lager geteilt. Dies waren die Bundesrepublik Deutschland im Westen und die Deutsche Demokratische Republik im Osten.

Die Teilung Deutschlands

Zur Teilung Deutschlands kam es mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Besetzt wurde dort der Westen von den USA, Großbritannien und Frankreich, die dafür sorgten, dass der Staat einen demokratischen Aufbau bekam und die Bürger an freien Wahlen teilnehmen durften. Der Osten wurde von der kommunistischen Sowjetunion besiedelt, welche die „Deutsche Demokratische Republik“ gründeten. Der Westen und der Osten waren somit geteilt. Und auch die Hauptstadt Berlin, welche sich im Osten (DDR) befand war in der Mitte in Ost und West untergliedert. Im Gegensatz zu den Westmächten, legte die Sowjetunion bei ihrer Besetzung Wert auf Diktatur.

Was ging der Teilung voraus?

Der Spaltung Deutschlands ging ein grauenvoller Krieg voraus. Der Zweite Weltkrieg. Die zwölfjährige Diktatur des Nationalsozialismus sorgte vor allem für eins: Über 56 Millionen Menschen verloren ihre Leben in Folge der Kriegseinwirkungen. Aber auch Deutschland verlor den Krieg. Die großen „Sieger“ waren die Mächte Großbritannien, Frankreich, die USA und die Sowjetunion – die sogenannten Allierten. Das Bündnis der Länder diente dazu Hitler zu stoppen. Geteilt wurde Deutschland dann in vier Besatzungszonen. Jedoch fokussierten Großbritannien, Frankreich und die USA eher eher das Umsetzen um demokratische und marktwirtschaftliche Bereiche, die sowjetische Union bemühte sich in ihrer Besatzungszone um eine sozialistische Regierungsform. Sprich: Das Land war geteilt. Manifestiert wurde diese Teilung durch den Zusammenschluss der westlichen Besatzungszonen zur Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949. Am 07. Oktober 1949 legte die sowjetische Besatzungszone nach und gründete die DDR.

Das System der DDR

Das politische System der DDR hatte es in sich. Es gab keine existierende Gewaltenteilung. Das bedeutete: Eine Institution durfte mehrere Gewaltfunktionen ausüben. Und auch eine Person verfügte über mehrere Funktionen. Das heißt: Gesetzgebung, ausführende Gewalt und die Rechtsprechung lagen in einer Hand. Und das ist gefährlich! Wenn jemand der die Gesetze erlässt und herrscht, auch über das Gericht und diverse Strafverfahren verfügt, kann es zu keiner demokratisch geführten Regierung kommen, sondern zu einer diktatorischen Machtausübung. In der DDR ging somit die gesamte politische Macht von den herrschenden Führern der DDR aus. Es herrschte lediglich eine Partei, die sogenannte Staatspartei. Unter Herrschaft dieser durften die Menschen weder ihre Meinung sagen, noch das Land verlassen. 

Die Gefahr der Volkskammer

Die Volkskammer war die Volksvertretung, also das Parlament der DDR. Die Zusammensetzung der Vertretung stand jedoch bereits vor der Wahl fest, was bereits verdeutlicht, dass das Volk nicht wirklich vertreten wurde. Der Wille des Volkes wurde nicht richtig berücksichtigt. Eine Opposition fehlte vollkommen, Beschlüsse wurden einstimmig geschlossen.

Warum ist die Staatspartei gefährlich?

Die Staatspartei ist besonders gefährlich für die politische Vielfalt der Bürger. Immerhin sorgt eine Vielfalt der Parteien dafür, dass die verschiedenen Interessen der unterschiedlichen Menschen repräsentiert werden. Auch eine Koalition aus verschiedenen Parteien sorgt für gegenseitige Rücksichtnahme und sorgt als Erinnerung dafür, dass unterschiedliche Themen auf eine Staatsagenda treten. Herrscht nur eine Partei, befindet man sich in einem Einparteiensystem. Das heißt, es wurde gesetzlich festgeschrieben, dass nur eine Partei an der Herrschaft ist. Dabei gibt es keine Oppositionsparteien, die die Politik gegebenenfalls in eine andere Richtung lenken können. Demokratische Vielfalt herrscht somit nicht.

Der Bau der Mauer und die Flucht

155 km umfasste die Länge der Berliner Mauer, die sich rund um Westberlin und dem Westen und Osten bildete. Entstanden ist diese, da in der Nacht vom 12. zum 13. August die Betriebskampfgruppen, die Nationale Volksarmee (NVA) und die Volkspolizei die Sektorengrenze erbauten.

Die Wende und die Friedliche Revolution

Die Wendezeit sammelte sich um den Zeitpunkt 1989. Die Menschen, die die DDR bewohnt haben, wollten nicht mehr in ihrer Staatsform wohnen. Es kam zum Volksaufstand - auch Friedliche Revolution genannt. Gewaltfrei gingen die Bürgerinnen und Bürger der DDR auf die Straße und protestierten. Genau wie die Menschen im Westen wollten sie Meinungsfreiheit und freie Wahlen. Auch das Reisen in den Westen wollten sie gewährt bekommen. Die Revolution war ziemlich erfolgreich, denn im November 1989 fiel die gehasste Mauer. Zu einem gemeinsamen Staat wurde das geteilte Deutschland kurz darauf. Am 03. Oktober 1990 - der heutige Feiertag.