Radio Hamburg

Das Plastik in mir: Wie der Müll uns krank macht

Jenke im exklusiven Interview über den Plastikkonsum

Hamburg, 23.09.2019
Das Jenke Experiment Radio Hamburg

Jenke von Wilmdsdorff stellt sich in seinen Experimenten immer großen Herausforderungen. 

Anlässlich des dritten globalen Klimastreiks gibt Jenke in unserem exklusiven Interview Einblicke in sein neustes Plastik-Experiment. 

Jenke von Wilmsdorff ist Extrem-Reporter bei RTL und stellt sich in seinen Experimenten ganz besonderen Extremsituationen. Für sein neustes Experiment hat er sich Plastik in allen möglichen Formen zugelegt. Dies konsumiert er für vier Wochen, auf ganz verschiedene Arten. Dazu zählt zum Beispiel die Zunahme von Fertigessen aus Plastikverpackungen oder das Trinken aus Pet-Flaschen. Ausgestrahlt wird die neue Episode heute (23.09.) um 20:15 Uhr bei  RTL. Vorab war er bei uns jedoch im exklusiven Interview. 

Was genau hast du in diesem Experiment ausprobiert?

Jenke: „Ich habe mich entsetzlich ungesund ernährt. Ich habe nur Dinge gegessen und getrunken, die in Plastik verpackt sind. Meist sogar noch in Plastik erhitzt werden mussten. In der Mikrowelle, im Backofen. Dann habe ich Plastik von außen zugefügt und zugeführt, durch Kosmetikartikel, die mit Mikroplastik und Nanoplastikteilchen versehen waren. Durch Raumluft, die ja sehr oft auch von Mikroplastik durchsetzt ist. Also, habe ich versucht - soweit es nur geht - meinen Körper aus allen Richtungen mit Plastik zu belasten." 

Hattest du eine ärztliche Betreuung oder wie wurde der Plastikgehalt kontrolliert?

Jenke: „Das große Problem ist, dass das keiner großartig kontrollieren kann. Das ist die Gefahr bei Plastik. Wir sind umgeben von Plastik, haben mit dem Plastikproblem weltweit zu tun. Aber wir wissen noch nicht genau, was es mit unserer Gesundheit macht. Die meisten Mediziner gehen davon aus, dass es nicht in den Körper gehört. Dass es Entzündungen und Krankheiten auslösen kann. Plastik steht sogar im Verdacht Krebs auszulösen. Hundertprozentig weiß man das jedoch nicht. Da macht es auf jeden Fall auch Sinn mich von einem Mediziner begleiten zu lassen. Dann kann man gucken: Was tut sich da, was tut sich nicht. Zu Beginn des Experiments habe ich Blut und Urin untersuchen lassen von einem Speziallabor. Die waren auf der Suche nach Plastikbestandteilen und Weichmachern. Dort habe ich dann einen Plastik-Wert ermitteln lassen. Dann habe ich 14 Tage später nochmal einen Wert ermitteln lassen und nach vier Wochen, als das Experiment dann zu Ende war, einen Endwert ermitteln lassen. Wie viel Plastik, Weichmacher, Mikroplastik, Neuroplastik - wie viel davon hatte ich nach vier Wochen in Blut und Urin.“

Jenke, was hast du so gespürt und wie ist dein Vier-Wochen-Plastik-Experiment ausgegangen?

Jenke: „Es kam ein erschreckendes Ergebnis raus, mit dem ich nicht gerechnet habe – mit dem aber auch die Mediziner und das Labor nicht gerechnet haben. Also, das Ergebnis war wirklich dramatisch. Was ich gespürt habe? Ich habe in den ersten Tagen Kopfschmerzen gehabt. Wirklich jeden Abend Kopfschmerzen gehabt, worunter ich eigentlich nicht leide und habe dann mit zunehmender Dauer des Experiments gemerkt, dass mir die Energie abhanden kommt. Ich bin immer schlapper geworden und hab das Gefühl gehabt, ich hätte gar keine Vitamine mehr im Körper. Also, ich war sehr antriebslos, sehr schlapp. Abgesehen davon, konnte ich das Plastik nach zwei Wochen nicht mehr riechen konnte. Wenn ich schon eine Plastikverpackung gesehen habe, mit irgendeinem Gericht - da ist mir schon übel geworden. Ich bin sehr, sehr geruchsempfindlich geworden. Ich hab wirklich ausmachen können, was in Plastik verpackt war und was nicht. Da hat sich der Körper sehr schnell drauf eingestellt.“

Hast du eigentlich bei deinen extremen Versuchen nicht Angst, deinem Körper Schlechtes anzutun?

Jenke: "Ne, da habe ich keine Angst vor. Wenn ich wirklich Angst hätte, dass ich meinem Körper dauerhaft Schaden zufüge, dann würde ich das nicht tun. Ich mache das immer auf einen zeitlich abgesteckten Rahmen, also meist nur vier Wochen. Alles darüber hinaus würde meinen Körper dann wahrscheinlich wirklich nachhaltig angreifen. Das tue ich nicht. Ich merk schon, dass ich schneller gealtert bin, als andere Menschen. Das merk ich schon. Runtergerockt bin ich. Gesundheitlich bin ich fit. Ich werde ja quasi bei jedem Experiment auf Herz und Nieren getestet – allein schon aus Versicherungsgründen für den Sender, um zu gucken: 'Wie geht’s dem denn?' - und ich hab da immer Bestwerte. Also bis jetzt, toi toi toi, trage ich keine ernsthaften Spuren."

Sind die Experimente nicht stressig für dich?

Jenke: "Ja natürlich, da ist aber der Punkt, ob du das gerne machst. Stress lässt sich in positiven und negativen Stress unterteilen. Also, wenn du etwas gerne machst, was auch stressig ist - was auch belastend für deinen Körper ist, dann macht das mit deinem Körper was anderes, als wenn du denkst: Oh Gott, jetzt musst du ein Experiment machen, oh Gott jetzt hab ich diesen Stress . Das habe ich ja alles nicht. Für mich ist das wirklich positiver Stress. Ich mache das gerne, ich mache das wirklich ausgewählt. Ich mache ja auch wirklich nicht jeden Mist, sondern das von dem ich denke, dass es eine gesellschaftliche Relevanz hat. Und ich mach ja Pausen dazwischen. Es sind ja immer mehrere Monate zwischen den Experimenten, sodass mein Körper weiß: Okay jetzt hat er sich beruhigt, jetzt kann ich wieder dafür sorgen, dass ich gesund bleibe."

Mehr von Jenke hört ihr auch in unserem Stream.