Radio Hamburg

Covid-19

Komplette Sperrzone Italien: Wir haben mit Betroffenen gesprochen

Corona in Italien

Italien ist zur kompletten Sperrzone geworden. Wir haben mit Leuten gesprochen, die direkt betroffen sind.

Italien wird komplette Sperrzone

Italien ist zur kompletten Sperrzone geworden. Damit ist das öffentliche Leben in Italien größtenteils zum Erliegen gekommen. So fordert Ministerpräsident Conte, das Haus nicht zu verlassen. Die Gesundheit und der Schutz der Menschen vor Ort geht eben vor. Immerhin sind mittlerweile über 10.000 Infizierte zu verzeichnen mit über 631 Toten. Besonders im Fokus ist die Gegend um Norditalien.

Für euch haben wir uns umgehört und mit einer Hörerin gesprochen, die in Italien im Urlaub war und das Land vor der Sperrung noch schnell verlassen konnte.

Sandra berichtet von ihren Eindrücken in Italien

Sandra: "Wir haben Südtirol verlassen am Sonntag. Und das relativ fluchtartig. Denn, wir wären sowieso am Sonntag gefahren, hatten uns allerdings noch drauf eingestellt, dass wir Ski-Fahren. Es war traumhaftes Wetter, also wirklich tiefblauer Himmel und Sonnenschein. Wir wollten unsere Sachen zusammenpacken und nochmal Ski-Fahren, um dann abends nach Hause zu fahren. Sind aber irgendwie geweckt wurden um 6 Uhr mit Nachrichten aus Deutschland, die komplette Lombardei sei abgeriegelt und ihr müsst fliehen. Dann haben wir schnell unsere Sachen zusammengepackt und im Hotel sagten sie alle, dass heute noch alles auf sei. Allerdings mussten wir einen Zettel unterschreiben, dass wir tatsächlich heute Italien verlassen. Uns wurde auch ganz klar gesagt, wenn wir einmal raus sind, dann geht’s nicht mehr rein."

Ursula spricht über die Arbeitssituation und ihre Kinder

Ursula hat gestern den ersten Tag in der offiziellen Sperrzone Italien verbracht. Die Stadt, in der sie wohnt, ist relativ klein und beherbergt 40.000 Leute. Die Menschen tragen Atemmasken, die Stimmung ist relativ komisch. Auf die Frage, wie es Job-technisch aussieht, erzählt Ursula: „Gestern ist mein Mann noch ganz normal ins Büro gegangen. Er arbeitet im Zentrum, im Rom. Der Direktor hat ihm gleich gesagt, sie sollen alle mal Zuhause bleiben und erstmal schauen, was sie von Zuhause aus im Home-Office machen können. Wir sind jetzt eigentlich hier Zuhause. Ich muss arbeiten, aber ich arbeite sowieso von Zuhause aus. Bis zum 03. April wird das mit meinem Mann auch noch so sein. Vielleicht fährt er auch einmal die Woche rein. Dann muss er allerdings einen Schein ausfüllen, dass er dringend in die Stadt muss.“ Über ihre Kinder erzählt Ursula, dass sie von den verschiedenen Lehrern Whatsapp-Nachrichten mit den Hausaufgaben bekommen. Gemeinsam mit den Kindern werden dann die Aufgaben gemacht und zurückgeschickt. Wenn was vorgelesen werden muss, wird das ganze per Sprachnachricht aufgezeichnet und abgeschickt.

Seid ihr auch gerade auf dem Weg zurück aus einem Corona-Risikogebiet?

Die Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg, Cornelia Prüfer-Storcks, sagt dazu, dass diejenigen, die aus einem Risikogebiet wiederkommen, sich 14 Tage lang freiwillig isolieren und Zuhause bleiben. Zusätzlich hat die Gesundheitsbehörde erlassen, dass Kinder und Schüler verbindlich Zuhause bleiben müssen. 

 Um auf dem Laufenden zu bleiben, lohnt es sich in unseren Stream reinzuhören.