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Cryptowährung

Seit mehr als 10 Jahren - Bitcoins

Hamburg , 19.02.2019
Bitcoin, Shutterstock

Der Bitcoin ist keine Alltagswährung. Lohnt sich eine Investition trotzdem? 

Erstmalig vorgestellt wurde die Idee vor über zehn Jahren von Satoshi Nakamoto. Und obwohl sich Bitcoin nicht als Weltwährung durchsetzen wird, gilt die Währung immer noch als Versprechen. 

Denn im November 2018 jährte sich die Mitteilung an Interessierte das zehnte Mal. Bitcoin entstand daraufhin zwei Monate später. Gleichzeitig, als die dazu nötige Software online ging. Selbst heute weiß ein Großteil noch nicht, was diese Kryptowährung eigentlich ist und muss erst lernen, wie man online Bitcoins kaufen kann. Tatsächlich feierte Bitcoin also am 03. Januar 2019 seinen Geburtstag. Der erste Block der Bitcoin-Blockchain, der geschürft wurde, ist der Genesis-Block. Dieser steht als Symbol für den Zahlungsverkehr, der grenzenlos ist und weder von der Politik noch von Zentralbanken kontrolliert wird.

Noch immer die Leitwährung der Szene

2017 war dann das erste große Jahr für den Bitcoin. Eine erste Preisrallye trieb den Bitcoin auf mehr als 16.000 Euro. Im darauffolgenden Jahr hat die Krypto-Währung dann an Wert, aber auch an Zustimmung verloren. Macht man sich die Mühe und sucht über den Internet-Giganten Google „ Bitcoin is dead“, erhält man eine Vielzahl von Treffern. Jedoch ist auch Bitcoin, wie viele andere in der Zwischenzeit, durch ein gutes Jahr gegangen. Die Leitwährung der Szene ist immer noch wohlauf. Stiller hingegen ist es geworden um die ganzen Hardfork, die sich 2017 abgespalten haben. Und betrachtet man die Marktdominanz von Bitcoin, ist diese um 20 Prozent auf satte 50 Prozent gestiegen.
Zudem ist die Technik hinter Bitcoin ständig weiterentwickelt worden. So werden die Core-Entwickler in Zukunft das Lightning-Netzwerk nutzen. Damit wird Geld schneller und vor allem billiger zwischen den Besitzern verschoben werden können. Dabei hat man sich auf die Kernkompetenz fokussiert und sich nicht mit den lauten Hintergrundgeräuschen beschäftigt. Anders als die Hardfork Bitcoin Cash, die sich unter großem öffentlichem Brimborium von Bitcoin abspaltete. Die Energie für die Grabenkämpfe hat man bei der ältesten Blockchain-Währung schlicht in die Technologie investiert.

Zu komplex für die breite Masse

Dennoch ist das größte Problem weiterhin bestehen geblieben – die geringe Verbreitung des Bitcoins. Selbst die Aufmerksamkeit, die der Kryptowährung medial widerfuhr, konnte daran nichts ändern. Immer noch ist die breite Masse der Menschen mit dieser Idee nicht vertraut und viele geben schnell auf, versuchen sie sich, in die Materie einzuarbeiten. Denn Bitcoins sind  keine Alltagswährung, sondern Spekulationsobjekte. Ebenfalls sind die Apps zur Nutzung sehr komplex, was viele abschreckt. Zwar gibt es immer mehr Möglichkeiten, bei Unternehmen mit Bitcoins zu bezahlen, dennoch sind es im Verhältnis einfach noch zu wenige. Dabei ist die Kryptowährung technisch auf einem Niveau, damit sie für den täglichen Zahlungsaustausch geeignet wäre. Dennoch kommt sie kaum vom Fleck. Das bezieht sich ebenfalls auf die anderen Währungen in diesem Bereich. Scheinbar ist das Bedürfnis nach einer Alternative zu Bitcoins nicht groß genug.

Bitcoin bleibt ein Spekulationsobjekt

So hört man immer mehr Diskussionen aus der Kryptoszene, wie man institutionelle Finanzinvestoren einladen und am Spekulationskreislauf beteiligen könnte. Dennoch beschäftigen sich immer noch viele mit der alltäglichen Adaption. Anträge und Ideen gibt es ebenfalls. So soll mit Bakkt erstmals eine Kryptobörse Terminkontrakte für Großanleger bieten. Damit werden die Hoffnungen der Kryptoinvestoren geschürt. Denn wenn finanzielle Schwergewichte in den Markt einsteigen, könnte das zu einer Verknappung der Bitcoin-Angebote führen und den Preis erhöhen. Dass sich dies jedoch positiv auf die marktwirtschaftliche Relevanz als Zahlungsmittel auswirkt, ist zumindest zu bezweifeln. Denn blickt man auf das Jahr 2017 zurück, haben der Hype und die stark schwankende Preise dazu geführt, dass Menschen lieber auf Euro als auf Bitcoin setzen. Und obwohl sich die Kryptoszene eine ähnliche Preisrallye sicher wünscht, würde das den Coin als Alternative zu herkömmlichen Zahlungsmitteln nicht zugutekommen.
Nach mehr als zehn Jahren ist der Bitcoin also ein Wegbereiter für neue Technologien geworden. Eine Weltwährung ist er hingegen nicht. Bitcoins sind ein wenig wie Gold. Es ist schön, wenn man etwas davon hat. Aber wirklich nutzen kann man es aktuell leider nicht.