Radio Hamburg

Filmfestspiele von Venedig 2019

"Joker" gewinnt den Goldenen Löwen in Venedig

Joaquin Phoenix gewinnt den goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig, Radio Hamburg

Joaquin Phoenix gewinnt den goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig. 

Joaquin Phoenix wurde acht Minuten mit Applaus für seine Darstellung des "Joker" im gleichnamigen Film gefeiert. 

Der Psychothriller "Joker" ist beim Festival in Venedig mit dem Goldenen Löwen für den besten Film ausgezeichnet worden. Das Werk des US-Amerikaners Todd Phillips erzählt, wie aus einem psychisch kranken Mann der aus Comics bekannte Bösewicht Joker wird - der Erzfeind von Batman. In der Hauptrolle ist der 44-jährige Joaquin Phoenix zu sehen, der bei der Weltpremiere in Venedig für seine intensive Darstellung mit achtminütigem Applaus gefeiert worden war. Auch die Jury verwies am Samstagabend (07.09.) auf das beeindruckende Spiel des Darstellers.

Zweitwichtigster Preis geht an Polanski 

Der Große Preis der Jury, der zweitwichtigste Preis des Festivals, ging an den von Roman Polanski produzierte Film "J'accuse". Der 86-jährige Oscarpreisträger erzählt darin von der Dreyfus-Affäre in den 1890er Jahren, die zu einem Justizskandal in Frankreich führte. Dass Polanskis Film in den Venedig-Wettbewerb eingeladen wurde, hatte bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Denn dem Regisseur wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er hatte in den 70er Jahren Sex mit einer Minderjährige. Den Preis nahm Polanskis Frau Emmanuelle Seigner entgegen, da der 86-Jährige selbst nicht in Venedig war. 

Joaquin Phoenix nicht der einzige Gewinner

Für die beste Regie wurde der Schwede Roy Andersson ausgezeichnet, der in seinem Melodram "About Endlessness" in kurzen Episoden in die traurigen Seelen von Menschen blickt. Der in Hongkong lebende Yonfan gewann den Preis für das beste Drehbuch für den Animationsfilm "No. 7 Cherry Lane". Als beste Schauspieler wurden der Italiener Luca Marinelli und die Französin Ariane Ascaride ausgezeichnet. Marinelli gewann die Trophäe für seine Darstellung in "Martin Eden" von Pietro Marcello nach einer Buchvorlage von Jack London, Ascaride für ihre Leistung in dem Sozialdrama "Gloria Mundi" von Robert Guédiguian.
Die Dokumentation "La mafia non è più quella di una volta" des Italieners Franco Maresco bekam den Spezialpreis der Jury.

Deutsche Koproduktion geht leer aus

Mit dem Marcello-Mastroianni-Preis für den besten Jungdarsteller wurde Toby Wallace ausgezeichnet, der in "Babyteeth" einen Drogensüchtigen spielt. Die deutsche Koproduktion "The Perfect Candidate" der saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour ging leider leer aus. In diesem Jahr konkurrierten im Wettbewerb 21 Beiträge um die Hauptpreise. Präsidentin der Jury war die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel. Das Filmfest in Venedig ist das älteste der Welt.