Radio Hamburg

Der Goldene Bär geht in den Iran

Das sind die Gewinner der 70. Berlinale

Berlin, 02.03.2020
Mohammad Rasoulof

Der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof war auf der Berlinale nicht anwesend.

Am Samstag (29.02.) ist die 70. Berlinale mit der Verleihung des Goldenen Bären zu Ende gegangen. Welche Filme sich den begehrten Preis sichern konnten, sehr ihr hier.

Die 70. Berlinale ist am Sonntag (01.03.) mit dem Publikumstag zu Ende gegangen. Am Samstag hat die Jury die besten Filme und besondere Leistungen geehrt. Wer durfte sich über den Preis freuen?

Der Goldene Bär

Die Berlinale ist vorbei und alle Preise wurden vergeben. Der Hauptpreis, der Goldene Bär, geht in diesem Jahr an "Es gibt kein Böses“ aus dem Iran. Der Film wurde von dem politisch verfolgtem Regisseur Mohammad Rasoulof gedreht und behandelt die Auswirkungen der Todesstrafe, aber auch die Liebe zu seinem Land und deren Menschen. Um den Film drehen zu können, mussten viele einzelne Drehgenehmigungen beantragt werden, auf denen nie der Name des Regisseurs zu lesen war, da dieser von den Mullahs ein lebenslanges Drehverbot auferlegt bekommen hat. Die iranische Zensur beachtet Kurzfilme weniger und so wurden die angeblichen Kurzfilme am Ende zu einem langen Film zusammen geschnitten. Bei Drehs an öffentlichen Orten konnte der Regisseur nicht teilnehmen und ließ dies seine Assistenten übernehmen. Er selbst konnte nur aktiv werden, wenn Szenen in Wohnungen oder auf dem Land gedreht wurden. Aufgrund eines Ausreiseverbotes konnte er den Preis auch nicht selbst entgegennehmen. Seine Tochter nahm ihn stellvertretend für ihn an.

Dieter Kosslick wird vermisst

Dieses Jahr war Dieter Kosslick zum ersten Mal nach 18 Jahren nicht mehr Direktor der Filmfestspiele, da sein Arbeitsvertrag ausgelaufen war. Er wurde von dem ehemaligen Locarno-Chef Carlo Chatrian und der Filmproduzentin Mariette Rissenbeck abgelöst. Im Vergleich zum vorigen Jahr wurden statt 400 Filmen nur noch 340 gezeigt. Der ehemalige Direktor wurde aber von einigen Stars sehr vermisst, da er auch ein Showman war, der jedes Jahr seinen Auftritt auf dem roten Teppich genoss und Autogramme schrieb. In Gegensatz zu seinem Vorgänger schlich sich der neue Chef an allen vorbei und blieb im Hintergrund. William Defoe, der dieses Jahr mit dem Film "Siberia" im Wettbewerb war, sagte, dass er Dieter vermisse und dieser großartig sei.  

Die Gewinner der Haupt-Jury-Preise

Goldener Bär für den besten Film: "Es gibt kein Böses" - Mohammad Rasoulof





Silberner Bär Großer Preis der Jury: Eliza Hittman - "Niemals selten manchmal immer"





Silberner Bär – 70. Berlinale: Benoît Delépine und Gustave Kervern - "Delete History"





Silberner Bär für die beste Regie: Hong Sang-Soo - "The Woman Who Ran"





Silberner Bär für die beste Darstellerin: Paula Beer - "Undine"





Silberner Bär für den besten Darsteller: Elio Germano - "Hidden Away"





Silberner Bär für das beste Drehbuch: Damiano und Fabio D’Innocenzo - "Bad Tales"





Silberner Bär für eine herausragende künstlerische Leistung: Kameramann Jürgen Jürges - "DAU. Natasha"





Alles über Filme und Serien erfahrt ihr in unserem Podcast "Weggesuchtet" mit Christian Aust, der auf der Berlinale unterwegs war.