Radio Hamburg

Königin der Selbstinszenierung

Kim Kardashian erklärt die Stunde des Selfies für erloschen

Hamburg, 16.10.2017
Kim Kardashian, Fotos Selfie

Ganz natürlich: Das geplant-spontane Plandid ersetzt das egozentrierte Selfie .

Gerade ein Selfie gemacht? Das Handy sollte wohl lieber wem anders in die Hand gedrückt werden, denn die Königin der Selfies hat gesprochen.

Bitte keine Selfies mehr!

Die Königin der Selfies, die oberste Vertreterin der Selbstinszenierung – Kim Kardashian , erste ihres Namens, verkündete nun voller Seriosität: Selfies sind Out! 

Wie bitte? Waren es nicht Kims Tipps, die erklären wie man sein bestes Selfie schießt und nachträglich insziniert? Wir erinnern uns gerne an Tipps über das richtige Licht und den richtigen Winkel. Ganz unschuldig nach oben gucken, den Dackelblick aufsetzen, eine Schnute ziehen, das Gesicht ganz langsam schräg zur Seite drehen, damit das Gesicht schmaler aussieht. Waren das nicht einige ihrer Gebote?

Ja, das sind genau die Worte jener Kim Kardashian, die auch den 448-seitigen Band „Selfish“ auf den Markt gebracht hat. Eine fröhliche und bunte Ansammlung ihrer besten Selfies. Und wenn man sich nicht für eines entscheiden kann, werden eben 448 Seiten gefüllt, das ist ja klar. Und das ist jetzt vorbei.

Zu dem Statement der Anführerin des Kardashian-Clans kam es, als ihre Schwester Khloé  bei einem Entweder-oder-Spiel die Frage aller Fragen stellte:

„Würdest du lieber nie wieder ein Selfie posten oder Snapchat benutzen?“

Wer jetzt immer noch der festen Überzeugung ist, dass sich Kim gegen Snapchat entschieden hat, der hat wohl zu lange in dem 448-seitigen Band gestöbert. Denn, das Po-Wunder würde lieber ohne Selfies leben.

Plandid

Das Plandid regiert nun die Szene der Selbstdarstellung. Ein Blick in die Kamera? Fehlanzeige. Beim Plandid geht es darum, das Foto so aussehen zu lassen, als wäre es spontan entstanden.

Zusammengesetzt ist das Wort aus dem Englischen „planned “, was so viel wie „geplant“ bedeutet und „candid “, das für „aufrichtig “ steht.

Ein spontanes Bild, bei dem immer so geguckt wird, als hätte man einen Kaugummi auf dem Schuh kleben. Ganz beiläufig eben. So richtig aufrichtig und spontan. Zudem knipst man das Bild auch niemals selbst. Man hat immer jemanden zur Stelle, um diesen spontanen Schnappschuss festzuhalten. Vom Aufwand wirkt das natürlich viel bescheidender als ein Selfie, da hat die Kim schon recht.

Kim Kardashian verteufelt für sich persönlich zwar das Selfie und postet auf ihrem privaten Instagram-Account tatsächlich nur Snapchat-Videos oder eben Plandids, allerdings sollte sich nun niemand gehemmt fühlen sein Gesicht auf Online-Plattformen zu präsentieren. Oder man postet eben wie Kim andere Körperteile.