Radio Hamburg

DB verteidigt sich

Greta Thunberg: Fahrt im überfüllten ICE

Ein Foto der Klimaschützerin Greta Thunberg, die auf dem Boden eines überfüllten ICEs sitzt, stürzt die Deutsche Bahn in Erklärungsnot. 

Alles begann mit einem Foto der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg, die auf dem Boden eines überfüllten ICEs saß und endete mit einer PR-Blamage der Deutschen Bahn.

Greta Thunbergs Foto im ICE

Die 16-jährige Klimaschützerin Greta Thunberg war zuvor mit einem Segelschiff von den USA über den Atlantik bis nach Madrid gesegelt, um dort an der 25. Weltklimakonferenz teilzunehmen. Von dort aus sollte sie einen ICE der Deutschen Bahn bis nach Schweden nehmen. Im Zug entstand auch das Foto, das Greta auf dem Boden eines Waggons neben ihrem Gepäck zeigt. Dazu schreibt sie: "Reise mit überfüllten Zügen durch Deutschland. Und ich bin endlich auf dem Weg nach Hause!". Viele Nutzer teilten daraufhin ihre eigenen Erfahrungen von überfüllten und verspäteten Zügen der Deutschen Bahn unter Gretas Post. Prompt reagierte die Bahn.

Erste Reaktion der Deutschen Bahn auf Greta Thunbergs Post

Auf Twitter reagierte die Deutsche Bahn zuerst positiv. "Wir wünschen #Greta eine gute Heimfahrt. Und arbeiten weiter hart an mehr Zügen, Verbindungen und Sitzplätzen." Damit hätte das Thema beendet sein können, doch die Bahn entschied sich für eine andere Strategie.

Das DB-Debakel um Greta Thunberg

Nach mehreren Stunden griff das Unternehmen den Post Thunbergs nochmals auf, doch fand dieses mal keine so versöhnlichen Worte. "Liebe #Greta danke, dass Du uns Eisenbahner im Kampf gegen den Klimawandel unterstützt! Wir haben uns gefreut, dass Du am Samstag mit uns im ICE 74 unterwegs warst. Und das mit 100 Prozent Ökostrom. 1/2" "Noch schöner wäre es gewesen, wenn Du zusätzlich auch berichtet hättest, wie freundlich und kompetent Du von unserem Team an Deinem Sitzplatz der Ersten Klasse betreut worden bist. #Greta 2/2" 

Fehler der Deutschen Bahn

Was die Bahn nicht wusste: Gretas Zug von Basel ist ausgefallen, weswegen sie in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden sitzen musste, bis sie in Göttingen endlich einen Platz bekam. Dieses Missverständnis hat nicht die DB selbst ausgeräumt, sondern die Umweltschützerin veröffentlichte selbst ein Statement, in dem sie ihre Situation erklärte. Das dürfte dann wohl erklären, warum Thunberg nicht vom tollen Service berichtet hat. Bisher gab es weder eine Entschuldigung noch ein Statement der Deutschen Bahn.