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Christkind, Santa Claus & Co.

So kommt der Weihnachtsmann weltweit

Geschenk, Weihnachten, Shutterstock

Christkind, Santa Claus & Co. - so ist es weltweit.

Allein in Deutschland gibt es in jeder Region unterschiedliche Weihnachtsmann-Traditionen. Dabei sieht es in den anderen Ländern der Welt nochmal ganz anders aus.

Besonders für die Kinder ist die Bescherung an Weihnachten mit das Schönste. Dass der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, ist dabei klar, oder etwa nicht? Das sieht jeder anders. Allein in Deutschland gibt es zwei verschiedene Gabenbringer: den Weihnachtsmann und das Christkind. Doch wo genau liegt da der Unterschied?

Was ist das Christkind?

Zu Zeiten des Mittelalters gab es das Weihnachtsfest wie wir es kennen gar nicht. Damals fand die Bescherung am Nikolaustag, dem 6. Dezember, zur Ehrung des Heiligen Nikolaus, statt. Zu Zeiten der Reformation, Mitte des 16. Jahrhunderts, lehnte Luther die katholische Heiligenverehrung wegen seines neuen protestantischen Glaubens ab, sodass der Nikolaustag als Feiertag nicht mehr in Frage kam. So rief er das Christkind ins Leben, das an die Geburt Jesu angelehnt ist. Damit wurde der 24./25. Dezember anstelle des Nikolaustages zum Feiertag im protestantischen Glauben. Im 20. Jahrhundert wurde das Christkind auch bei den Katholiken eingeführt. Symbolisch steht das Christkind, das auf Bildern als mädchenhafter Engel dargestellt wird, für die Kinder, die Jesus zu seiner Geburt Geschenke brachten oder auch für Jesus selbst, der vom Himmel hinabsteigt, um die Kinder auf der Erde zu bescheren. Heute ist es besonders in den katholischen Regionen Deutschlands und in Österreich und der Schweiz verbreitet. 

Christkind oder Weihnachtsmann?

Im Gegensatz zum Christkind reicht die Tradition des Weihnachtsmannes nicht so weit zurück und er ist eine recht junge Erscheinung. Ab 1881 ersetzte er besonders in aufgeklärten protestantischen Gebieten das Christkind und wurde zur Weihnachtsfigur ohne himmlische Bezüge. Er wird als dicker und freundlicher alter Mann dargestellt, der die Geschenke in einem großen Sack auf seinem Rücken trägt und diese an Heiligabend verteilt. Während besonders in Süd- und Westdeutschland das Christkind die Geschenke verteilt, werden sie hier bei uns im Norden vom Weihnachtsmann gebracht. Wenigstens in einer Sache ist sich ganz Deutschland einig: die Geschenke gibt es am Abend des 24. Dezembers, egal von wem. Anders sieht es da in anderen Ländern aus...

Die Weihnachtsmänner in anderen Ländern

Spanien 

In Spanien läuft das traditionelle Weihnachtsfest ganz anders ab und hat eine lange Tradition. Anders als bei uns stehen bei ihnen die Heiligen Drei Könige ("Los Reyes Magos") im Vordergrund. Immer am 5. Januar zieht eine Parade durch die Dörfer und Städte Spaniens, die Süßigkeiten an die Kinder verteilt. In der darauffolgenden Nacht wird es dann besonders spannend für die Kinder: die Heiligen Drei Könige bringen ihnen die Geschenke. Am Abend davor stellen die Kinder ihre Schuhe an Fenster und Türen und positionieren daneben Wasser und Stroh für die Kamele, auf denen die drei Könige kommen. Wenn sie dann am nächsten Morgen aufwachen, ist ein Teil des Strohs weg, das Wasser getrunken und die Schuhe mit Geschenken gefüllt.

Mit der Zeit haben die Spanier aber auch den klassischen Weihnachtsmann ("Papá Noel") übernommen, sodass die Kinder auch in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember beschenkt werden.





Großbritannien

Der britische "Father Christmas" ähnelt unserem Weihnachtsmann vom Aussehen her stark. Jedoch ist die Tradition, wie und wann beschert wird, etwas anders. An Heiligabend hängen die Kinder große Socken an den Kamin und gehen anschließend ins Bett. Am nächsten Morgen sind die Socken voll mit Geschenken, die "Father Christmas" dort versteckt hat. Ins Haus ist er natürlich ganz traditionell durch den Kamin gelangt.





USA

Die US-Amerikaner sind wahre Experten im Feiern von Weihnachten und beginnen bereits Ende November damit, ihre Häuser und Straßen bunt zu schmücken. Der Weihnachtsmann kommt hier, genau wie in Großbritannien, in der Nacht zum 25. Dezember, sodass die Bescherung erst am Morgen dieses Tages stattfindet. Vorher hängen die Kinder Strümpfe an den Kamin oder an das Treppengeländer, die von "Santa Claus" reichlich mit Geschenken befüllt werden. Als Helfer hat der alte Mann einen großen Schlitten mit zwölf Rentieren, allen voran Rudolph, der "Santa Claus" mit seiner roten Nase den Weg leuchtet. Damit Santa und seine Rentiere schön gestärkt weiterreisen können, stehen für sie in jedem Haus Milch und Kekse und Zuckerstückchen für die Rentiere bereit.





Finnland

Der Weihnachtsmann ("Joulupukki") kommt aus dem finnischen Lappland und lebt in beziehungsweise auf einem Berg, dessen Eingang nie gefunden wurde. Er ist der Legende nach der Nachfolger des Heiligen Nikolaus und ist verheiratet. Zur Unterstützung bei dem ganzen Weihnachtsstress hat er seine vielen Weihnachtswichtel, die im Weihnachtsmanndorf das ganze Jahr damit beschäftigt sind, die Geschenke anzufertigen. Heiligabend kommt der Weihnachtsmann dann persönlich bei den Familien vorbei und die Kinder singen oder tanzen ihm etwas vor, um die Geschenke zu bekommen. Natürlich erzählt der Weihnachtsmann den Kindern immer von seinem langen Weg aus Lappland.  





Australien

In Australien läuft Weihnachten ganz anders ab. Während wir im tiefsten Winter auf den Schnee warten und in dicken Mänteln über den Weihnachtsmarkt schlendern, feiern die Aussies Weihnachten im Hochsommer am Strand. Trotzdem kommt bei ihnen natürlich auch der Weihnachtsmann vorbei. "Santa Claus" macht sich nämlich über den Pazifik auf den Weg zu den Kindern am anderen Ende der Welt. Die australische Weihnachtstradition ist eine Mischung aus der britischen und der amerikanischen. Wie in den USA kommt "Santa Claus" auf seinem Rentierschlitten und füllt in der Nacht die Socken, die am Kamin hängen, mit Geschenken.





Russland

Wie auch in Spanien wird Weihnachten in Russland ganz anders als bei uns gefeiert. Zur Zeit der Sowjetunion war der christliche Glauben in Russland verboten, sodass die Geburt von Jesus kein Feiertag war. Jedoch sind in Russland Märchen sehr weit verbreitet, sodass die Figur des "Väterchen Frost" entstanden ist. Begleitet von seiner Enkelin Snegurotschka (dt. "Schneemädchen") wohnt er in einem Wald in der russischen Taiga. Auf dem Schlitten, der von Pferden gezogen wird, besuchen sie jedes Jahr zu Neujahr die russischen Familien. Denn dort finden Neujahr und "Weihnachten" an einem Tag statt. Um Mitternacht dürfen die Geschenke geöffnet werden, die Väterchen Frost bereits gebracht hat oder gerade bringt und danach wird wie bei uns das neue Jahr mit einem Feuerwerk begrüßt. Väterchen Frost grenzt sich auch vom Aussehen von unserem westlichen Weihnachtsmann ab. Je nach Region trägt er einen roten, blauen oder weißen Mantel, hat einen Rauschebart und ein Zepter in der Hand, mit dem er alles zu Eis gefrieren lassen kann. Diese Tradition wird in vielen östlichen Ländern zelebriert. 





Um so richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen, haben wir für euch unseren Weihnachtsstream. Hört mal rein!