07. Juli 2022 – Sebastian Tegtmeyer

Sechste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Neuer Warnstreik bei den Hafenarbeitern droht

Im Tarifstreit der Hafenarbeiter droht wieder ein Warnstreik. Auch die sechste Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft verdi und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. 

Streikende bei Verdi-Streik
Foto: penofoto / Shutterstock.com

Im Tarifkonflikt um die Entlohnung der Hafenarbeiter zeichnet sich weiter keine Lösung ab. Auch in der sechsten Verhandlungsrunde am Dienstag (05.07.) hätten sich die Gewerkschaft Verdi und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) nicht einigen können, teilten die Gewerkschaft und der ZDS mit. “Wir brauchen einen echten Inflationsausgleich, um die Beschäftigten in allen Betrieben nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerung allein zu lassen”, begründete Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth das Nein der Verdi-Tarifkommission zum Angebot der Arbeitgeber.

Weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen

Schwiegershausen-Güth betonte, Verdi sehe eine Lösung des Tarifkonflikts um die rund 12.000 Beschäftigten in den 58 tarifgebundenen Unternehmen in Hamburg, Niedersachsen und Bremen weiter am Verhandlungstisch. Eine Schlichtung wie von der Arbeitgeberseite vorgeschlagen lehne die Gewerkschaft ab. Gleichzeitig schloss sie weitere Warnstreiks nicht aus.

ZDS bietet Erhöhungen zwischen 5,18 und 8 Prozent

Nach Verdi-Angaben bietet der ZDS eine Erhöhung der Entgelte rückwirkend zum 1. Juni zwischen 5,18 Prozent für die Beschäftigten im Automobilumschlag und 8 Prozent für die Beschäftigten in Vollcontainerbetrieben sowie 3,5 Prozent für die beschäftigungsgesicherten Betriebe an. Ab dem 1. Juni 2023 sollen die Löhne dann dauerhaft um weitere 3,1 Prozent steigen, beziehungsweise um 2 Prozent für die beschäftigungsgesicherten Betriebe. Die Gesamtlaufzeit soll 24 Monate betragen.

Hafenarbeiter legten Abfertigung von Container- und Frachtschiffen weitestgehend lahm

Vor knapp zwei Wochen hatten Hafenarbeiter mit Beginn der Frühschicht mit einem 24-stündigen Warnstreik die Abfertigung von Container- und Frachtschiffen in Deutschlands großen Nordseehäfen weitgehend lahmgelegt. Betroffen waren die Häfen Hamburg, Emden, Bremen, Bremerhaven, Brake und Wilhelmshaven. Es war der zweite Warnstreik innerhalb von drei Wochen. Zuvor gab es bei den Hafenarbeitern viele Jahre lang keine Arbeitsniederlegungen.

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(Quelle: dpa)

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