Sechs Tipps für den perfekten Sitz in der Halle
Badmintonschuhe richtig auswählen
Warum die richtige Schuhgröße allein nicht ausreicht und worauf Freizeit- und Vereinsspieler beim Kauf achten sollten. Schnelle Richtungswechsel, abrupte Stopps und weite Ausfallschritte: Badminton gehört zu den Sportarten, die besonders hohe Anforderungen an Schuhe und Füße stellen.
Merry zeigt einen Yonex-Badmintonschuh im Hamburger Fachgeschäft. I Foto: Racket World
Trotzdem achten viele Spieler beim Kauf vor allem auf die gewohnte Schuhgröße, das Design oder die Marke.
Dabei können bereits kleine Unterschiede in Passform, Stabilität und Dämpfung entscheidend dafür sein, wie angenehm sich ein Schuh während des Spiels anfühlt.
Im Hamburger Badminton-Fachgeschäft Racket World gehören die individuelle Schuhanprobe und praktische Bewegungstests zur Beratung. Merry und Mattis zeigen, worauf es dabei ankommt.
1. Die Fußlänge messen – statt sich auf die EU-Schuhgröße zu verlassen
Ein besonders häufiger Fehler beim Schuhkauf ist die Annahme, dass Größe 42 bei jedem Hersteller gleich ausfällt. Tatsächlich unterscheiden sich Badmintonschuhe verschiedener Marken und Modellreihen teilweise deutlich in ihrer Länge.
Deshalb empfiehlt es sich, zunächst beide Füße im Stehen zu messen. Entscheidend ist der längere Fuß. Bei der Messung sollten die Sportsocken getragen werden, die später auch beim Badminton zum Einsatz kommen.
Die Zehen benötigen vorne etwas Bewegungsfreiheit. Gleichzeitig darf der Schuh nicht so lang sein, dass der Fuß bei schnellen Stopps nach vorne rutscht.
Eine Größenberatung für Badmintonschuhe mit den Größentabellen von Yonex, VICTOR und Babolat kann bei der ersten Orientierung helfen. Die tatsächliche Anprobe ersetzt sie jedoch nicht.
2. Ein breiter Fuß braucht nicht automatisch eine größere Schuhnummer
Wenn ein Schuh am Vorfuß drückt, greifen viele Spieler zur nächstgrößeren Nummer. Das löst das eigentliche Problem aber häufig nicht.
Ein größerer Schuh bietet vor allem mehr Länge. Ist die Passform grundsätzlich zu schmal, kann der Fuß trotzdem seitlich eingeengt bleiben. Gleichzeitig verliert die Ferse möglicherweise ihren sicheren Halt.
Für breitere Füße bieten einige Hersteller spezielle Wide-Modelle an. Aber auch die Höhe des Spanns, die Form des Mittelfußes und der Fersenbereich beeinflussen die Passform.
Ein gut sitzender Badmintonschuh sollte den Fuß sicher umschließen, ohne unangenehme Druckstellen zu verursachen. Vor allem bei längeren Trainingseinheiten macht sich dieser Unterschied bemerkbar.
3. Seitliche Stabilität ist wichtiger, als viele denken
Während Laufschuhe hauptsächlich für Bewegungen nach vorne entwickelt werden, müssen Badmintonschuhe den Fuß bei schnellen Richtungswechseln und seitlicher Belastung unterstützen.
Beim Doppelspiel folgen beispielsweise häufig mehrere schnelle Schritte zur Seite, bevor ein Spieler abrupt abbremst und die Richtung wechselt.
Dafür benötigt der Schuh eine stabile Konstruktion im Mittelfußbereich und ausreichend seitliche Führung.
Besonders wichtig ist außerdem der Fersenhalt. Hebt sich die Ferse bei jedem Schritt deutlich aus dem Schuh, kann das auf eine ungeeignete Passform oder eine unzureichende Schnürung hinweisen.
Ein guter Hallenschuh verbindet Stabilität mit genügend Bewegungsfreiheit. Zu steif sollte er sich ebenso wenig anfühlen wie zu locker.
4. Die richtige Außensohle: Grip und Non-Marking
Nicht jede Sportschuhsohle eignet sich für den Einsatz auf einem Badmintoncourt.
Die Sohle muss bei schnellen Antritten und Stopps zuverlässigen Grip bieten. Gleichzeitig verlangen viele Sporthallen ausdrücklich nicht abfärbende Sohlen.
Die Bezeichnung Non-Marking bedeutet, dass die Sohle bei normaler Nutzung möglichst keine farbigen Abriebspuren auf dem Hallenboden hinterlässt.
Dabei gilt: Non-Marking und gute Rutschfestigkeit sind zwei unterschiedliche Eigenschaften. Auch eine nicht abfärbende Sohle muss ausreichend griffig sein.
Mattis zeigt bei der Schuhanprobe im Hamburger Fachgeschäft auch die Unterseite eines Hallenschuhs. So lässt sich erklären, warum die Außensohle beim Kauf ebenso wichtig ist wie die Dämpfung oder das Design.
Mattis prüft den Schuh bei einer Bewegungsprobe; die Außensohle ist gut sichtbar. Non-Marking ist für viele Hallen wichtig. I Foto: Racket World
5. Den Schuh nicht nur im Sitzen anprobieren
Ein Schuh kann beim ersten Hineinschlüpfen bequem wirken und sich während des Spiels dennoch als ungeeignet erweisen.
Deshalb sollte eine Schuhanprobe nicht beim Stehenbleiben enden.
Einige kontrollierte Seitwärtsschritte, leichte Ausfallschritte und kurze Stoppbewegungen helfen dabei, die Passform realistischer einzuschätzen.
Dabei lohnt es sich, besonders auf drei Fragen zu achten: Bleibt die Ferse sicher im Schuh? Stoßen die Zehen beim Abstoppen vorne an? Hat der Fuß auch bei seitlicher Belastung genügend Halt?
Die Bewegungen müssen nicht mit voller Geschwindigkeit ausgeführt werden. Schon einfache Tests können zeigen, ob Länge, Breite und Schnürung zusammenpassen.
6. Leichte Schuhe oder mehr Dämpfung – was ist besser?
Badmintonschuhe unterscheiden sich teilweise erheblich in Gewicht, Dämpfung und Stabilität.
Besonders leichte Modelle vermitteln häufig ein direktes Laufgefühl und lassen sich schnell bewegen. Andere Schuhe setzen stärker auf Dämpfung und eine stabile Konstruktion.
Welche Variante besser passt, hängt unter anderem von der Trainingshäufigkeit, dem Spielstil, dem Körpergewicht und den persönlichen Vorlieben ab.
Wer überwiegend schnelle Doppel spielt, kann andere Anforderungen haben als jemand, der regelmäßig lange Einzel trainiert.
Wichtig ist deshalb nicht, automatisch das teuerste Modell auszuwählen, sondern die Eigenschaften des Schuhs mit den eigenen Anforderungen abzugleichen.
Mattis bei der Schuhanprobe: Länge, Breite und Fersenhalt sollten gemeinsam beurteilt werden. I Foto: Racket World
Fazit: Der beste Badmintonschuh muss zum Fuß passen
Ein passender Badmintonschuh sollte die richtige Länge und Breite mit sicherem Fersenhalt, einer geeigneten Hallensohle und einer angenehmen Dämpfung verbinden.
Wer beim Kauf sorgfältig misst, verschiedene Passformen ausprobiert und den Schuh auch in Bewegung testet, kann typische Fehlkäufe vermeiden.
Eine Auswahl unterschiedlicher Badmintonschuhe von Yonex, VICTOR und weiteren Herstellern bietet Racket World online und im Hamburger Fachgeschäft mit persönlicher Beratung an