Beauty-Welt

Kollagen für schöne Haut? Was dahintersteckt und was die Stars damit zu tun haben

Ob auf dem roten Teppich, bei Konzerten oder auf Instagram: Stars präsentieren sich regelmäßig mit strahlender Haut und einem beneidenswerten Glow. Ein Inhaltsstoff taucht dabei besonders häufig auf: Kollagen. Doch was steckt wirklich hinter dem Beauty-Trend?

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Foto: Olga Shenderova / Pexels

Ob auf dem roten Teppich, bei Konzerten oder auf Instagram: Stars präsentieren sich regelmäßig mit strahlender Haut und einem beneidenswerten Glow. Dahinter steckt nicht immer nur gutes Make-up oder die Arbeit professioneller Beauty-Teams. Ernährung, Hautpflege und Nahrungsergänzung können ebenfalls Teil einer persönlichen Beauty-Routine sein. Ein Inhaltsstoff taucht dabei besonders häufig auf: Kollagen.

Doch was steckt wirklich hinter dem Beauty-Trend? Welche Rolle spielt Kollagen im Körper und was kann die Einnahme von Kollagenpräparaten tatsächlich für Haut und Gelenke bedeuten? Ein Blick auf die aktuelle Forschung zeigt, warum das Protein längst mehr als ein Trend aus der Beauty-Welt ist.

Kollagen – warum ist es in der Beauty-Welt so beliebt?

Wenn wir an Kollagen denken, kommen uns meist Haut, Festigkeit und Falten in den Sinn. Kein Wunder: Kollagen ist längst ein fester Bestandteil der Beauty-Welt und taucht in Cremes, Drinks und Nahrungsergänzungsmitteln auf. Gleichzeitig handelt es sich nicht einfach um einen Beauty-Trend. Kollagen gehört zu den wichtigsten Strukturproteinen des Körpers und kommt unter anderem in der Haut, den Knochen, Knorpeln, Sehnen und Bändern vor.

Man kann sich Kollagen als eine Art Gerüst vorstellen, das die Struktur vieler Gewebe unterstützt. In der Haut trägt es zu ihrer Festigkeit und ihrer normalen Struktur bei, in den Knochen bildet es einen Teil der organischen Knochenmatrix und in Sehnen und Bändern trägt es zur Widerstandsfähigkeit gegenüber Zugbelastungen bei.

Im menschlichen Körper gibt es zahlreiche Kollagentypen. Besonders gut erforscht sind unter anderem die Typen I, II und III. Typ-I-Kollagen kommt vor allem in der Haut, den Knochen, Sehnen und Bändern vor, während Typ II ein wichtiger Bestandteil des Knorpels ist.

Das ist auch bei der Auswahl eines Nahrungsergänzungsmittels relevant. Denn "Kollagen" bedeutet nicht automatisch, dass es sich um dasselbe Produkt handelt. Nahrungsergänzungsmittel können sich hinsichtlich der Quelle des Rohstoffs, des Kollagentyps, des Hydrolysegrades und des Peptidprofils unterscheiden.

Was passiert mit Kollagen, das wir über die Ernährung aufnehmen?

Kollagen, das wir über Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen, gelangt nicht unverändert in die Haut oder in die Gelenke. Während der Verdauung wird es in kleinere Bestandteile – Peptide und Aminosäuren – zerlegt.

Besonders interessant für die Forschung ist hydrolysiertes Kollagen. Bei der Hydrolyse werden größere Moleküle in kürzere Peptide aufgespalten, die aus dem Verdauungstrakt aufgenommen werden können. Studien haben gezeigt, dass nach der Einnahme von hydrolysiertem Kollagen charakteristische Peptide mit Hydroxyprolin im Blut nachweisbar sind.

Deshalb konzentriert sich die moderne Forschung zur Kollagen-Supplementierung nicht nur darauf, wie viel Kollagen ein Produkt enthält. Auch seine Form und Verarbeitung können eine Rolle spielen.

Kollagen für schöne Haut – was sagt die Wissenschaft zum Beauty-Trend?

Stars und Influencer setzen auf aufwendige Skincare-Routinen, Beauty-Treatments und unterschiedlichste Produkte für einen frischen Teint. Doch neben Cremes und Seren rückt auch die Ernährung immer stärker in den Fokus. Genau hier kommt Kollagen ins Spiel.

Die Haut gehört zu den am besten untersuchten Bereichen, wenn es um Kollagen-Supplementierung geht. Die Ergebnisse sind besonders für Menschen interessant, die etwas für die Feuchtigkeit und Elastizität ihrer Haut tun möchten.

Im Jahr 2023 wurde eine Metaanalyse veröffentlicht, die 26 randomisierte klinische Studien mit insgesamt 1.721 Teilnehmenden umfasste. Die Analyse zeigte eine Verbesserung der Hautfeuchtigkeit und -elastizität bei Personen, die hydrolysiertes Kollagen einnahmen, im Vergleich zu Placebo. Gleichzeitig wiesen die Autoren auf Unterschiede zwischen den einzelnen Studien hin, unter anderem hinsichtlich der Kollagenquelle und der Dauer der Einnahme.

Ähnliche Ergebnisse wurden in späteren Untersuchungen beobachtet. In einer randomisierten Studie aus dem Jahr 2024 wurde die Wirkung einer zwölfwöchigen Einnahme eines Präparats mit hydrolysiertem Kollagen und Vitamin C untersucht. Dabei wurden Verbesserungen verschiedener Hautparameter beobachtet, unter anderem im Hinblick auf die Hautfeuchtigkeit und -elastizität.

2025 wurde eine weitere Metaanalyse veröffentlicht, die 23 randomisierte Studien umfasste. Bei der gemeinsamen Auswertung der Studien zeigte sich ein positiver Effekt der Kollagen-Supplementierung auf Hautfeuchtigkeit, Elastizität und Falten. Gleichzeitig stellten die Autoren fest, dass die Ergebnisse unter anderem von der Qualität der Studien und deren Finanzierungsquelle abhingen.

Was bedeutet das in der Praxis? Kollagen ist kein Mittel, das den natürlichen Alterungsprozess der Haut aufhalten kann. Es gibt jedoch klinische Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass bestimmte Kollagenpräparate ausgewählte Parameter des Hautzustands unterstützen können.

Glow mit 20, 30 oder 50? Was passiert mit Kollagen im Laufe des Lebens?

Während Stars und Influencer auf Instagram scheinbar mühelos mit einem perfekten Glow auftreten, verändert sich die Haut mit zunehmendem Alter ganz natürlich. Ein Grund dafür: Die körpereigene Kollagenproduktion verändert sich im Laufe des Lebens.

Kollagen wird unabhängig vom Alter benötigt, doch mit zunehmendem Alter verändern sich die natürliche Produktion des Proteins und die Prozesse der Gewebeerneuerung.

Bei der Haut kann sich dies unter anderem in Veränderungen ihrer Struktur und einem Rückgang des Kollagengehalts zeigen. Auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Dazu gehört beispielsweise UV-Strahlung, die die Struktur der Kollagenfasern beeinflussen kann.

Deshalb beschränkt sich das Interesse an Kollagen nicht auf die Kosmetik. Auch seine mögliche Bedeutung für Gelenke, Knochen, die Geweberegeneration und den Bewegungsapparat wird wissenschaftlich untersucht.

Kollagen und Gelenke – ist es für aktive Menschen relevant?

Kollagen spielt nicht nur für das Aussehen der Haut eine Rolle. Es kommt auch in Knorpeln, Sehnen und Bändern vor, weshalb das Interesse an diesem Protein weit über den kosmetischen Bereich hinausgeht.

In Studien wurde unter anderem untersucht, welchen Einfluss Kollagenpeptide auf den Gelenkkomfort körperlich aktiver Menschen haben können. In einer Untersuchung war die Einnahme bestimmter bioaktiver Kollagenpeptide mit einer Verringerung von Gelenkbeschwerden verbunden, die mit körperlicher Aktivität zusammenhängen.

Besonders interessant sind die Ergebnisse neuerer Analysen. Eine 2025 veröffentlichte Metaanalyse von 11 randomisierten Studien mit insgesamt 870 Teilnehmenden untersuchte die Kollagen-Supplementierung im Zusammenhang mit Kniearthrose. Die Analyse zeigte Verbesserungen bei Parametern, die Schmerzen und die Gelenkfunktion betrafen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Kollagenpräparat die gleichen Ergebnisse erzielen wird. Die Studien beziehen sich auf bestimmte Produkte, Dosierungen und Personengruppen. Deshalb lohnt es sich bei der Auswahl eines Nahrungsergänzungsmittels, auf die Zusammensetzung zu achten und nicht nur auf die auf der Verpackung angegebene Menge an Kollagen.

Kollagen-Drinks, Pulver oder Kapseln – welche Form passt zu dir?

Der Begriff „Kollagen“ umfasst unterschiedliche Produkte. In Nahrungsergänzungsmitteln findet man unter anderem natives Kollagen, Gelatine und hydrolysiertes Kollagen.

Hydrolysiertes Kollagen wird einem Hydrolyseprozess unterzogen, bei dem größere Moleküle in kürzere Peptide aufgespalten werden. Diese kleineren Moleküle sind für die Forschung zur oralen Kollagen-Supplementierung besonders interessant.

Bei der Auswahl eines Kollagenpräparats lohnt es sich daher, nicht nur auf den Produktnamen zu achten. Relevant sind unter anderem der verwendete Kollagentyp, seine Quelle, der Hydrolysegrad und die Menge an Peptiden pro Portion. Verschiedene Präparate können unterschiedliche Peptidprofile und damit auch unterschiedliche biologische Eigenschaften aufweisen.

Auch die Darreichungsform kann eine Frage des persönlichen Alltags sein. Flüssige Kollagenpräparate, Pulver und Kapseln lassen sich unterschiedlich in die tägliche Routine integrieren. Entscheidend ist daher nicht nur, was gerade im Trend liegt, sondern welches Produkt hinsichtlich Zusammensetzung und Anwendung zum eigenen Alltag passt.

Kollagen über die Ernährung oder als Nahrungsergänzung?

Kollagen kommt natürlicherweise in tierischen Lebensmitteln vor, insbesondere in Geweben, die reich an Bindegewebe sind. Der Körper kann eigenes Kollagen jedoch auch aus den Aminosäuren herstellen, die über die Ernährung aufgenommen werden.

Ein Nahrungsergänzungsmittel bietet die Möglichkeit, eine bestimmte Menge an Kollagenpeptiden in konzentrierter Form aufzunehmen. Flüssige Präparate sind dabei eine Option neben Pulvern und Kapseln.

Es gibt keine Darreichungsform, die für jeden Menschen gleichermaßen geeignet ist. Bei der Auswahl können die Zusammensetzung des Produkts, der verwendete Rohstoff, die Menge an Peptiden, die regelmäßige Einnahme und das persönliche Ziel eine Rolle spielen.

Was ist für die körpereigene Kollagenbildung außerdem wichtig?

Die Einnahme von Kollagen ersetzt keine ausgewogene Ernährung. Die körpereigene Kollagenbildung ist ein komplexer Prozess, für den unter anderem Aminosäuren und Vitamin C benötigt werden.

Vitamin C verdient dabei besondere Aufmerksamkeit, da es zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Haut, Knochen und Knorpeln beiträgt.

Deshalb bleibt die Ernährung auch bei der Einnahme eines Kollagenpräparats wichtig. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Protein, Vitaminen und Mineralstoffen liefert die Nährstoffe, die der Körper für seine natürlichen Prozesse benötigt.

Beauty-Trend oder sinnvoller Bestandteil der täglichen Routine?

Kollagen ist längst mehr als ein Inhaltsstoff, der mit Anti-Falten-Produkten in Verbindung gebracht wird. Es handelt sich um ein Protein, das natürlicherweise in zahlreichen Geweben vorkommt und zu deren struktureller Stabilität beiträgt.

Aktuelle Studien zur oralen Kollagen-Supplementierung zeigen mögliche Vorteile unter anderem im Hinblick auf die Hautfeuchtigkeit und -elastizität sowie den Gelenkkomfort. Gleichzeitig untersuchen Wissenschaftler zunehmend genauer, welche Rolle Kollagentyp, Quelle, Dosierung und Verarbeitung spielen.

Ob Kollagen als Drink, Pulver oder Bestandteil einer täglichen Beauty-Routine – entscheidend ist nicht der Hype um einzelne Produkte, sondern ein Blick auf Inhaltsstoffe, Dosierung und die Qualität der jeweiligen Präparate. Denn auch hinter dem perfekten Glow der Stars steckt am Ende mehr als nur ein gutes Make-up: Hautpflege, Ernährung, Lebensstil und ein bewusster Umgang mit der eigenen Gesundheit gehören zusammen.

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