Warum ein Stromwechsel sich lohnen kann

Strom ist in Deutschland so teuer wie in nur wenigen anderen Ländern der Welt. Trotzdem sind Verbraucher hohen Stromrechnungen zumindest nicht gänzlich hilflos ausgeliefert.

Strompreis, Strom, Geld in Steckdose
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Die verschiedenen Möglichkeiten auszuloten ist auch deshalb wichtig, weil der Energiemarkt aktuell von weiteren geopolitischen Schocks getroffen wird.

Zwei Stellschrauben helfen bei der Reduzierung der Stromrechnung

Gänzlich verhindern lassen sich Stromkosten natürlich nicht. Ein hundertprozentig autarkes Zuhause ist für die meisten Deutschen realistisch schlichtweg nicht möglich. Abseits der anteiligen Eigenversorgung durch Photovoltaik, die prinzipiell nur für Hauseigentümer wirklich in Frage kommt, gibt es aber noch zwei weitere wichtige Stellschrauben. Diese genauer unter die Lupe zu nehmen kann sich lohnen, zumal Experten davon ausgehen, dass der Nahostkrieg die Inflation künftig befeuern könnte, wovon auch der Energiemarkt in seiner Ganzheit betroffen wäre.

Optimieren lassen sich einerseits der Verbrauch in Kilowattstunden, andererseits der gezahlte Preis pro Kilowattstunde. Beides nimmt auf direkte Weise Einfluss auf die Stromrechnung. Um das maximale Einsparpotenzial zu entschlüsseln, nutzen Verbraucher am besten beide Hebel zeitgleich.

Mit einem Stromvergleich eine Übersicht über den Markt der Stromanbieter verschaffen

Seit Jahrzehnten ist der Strommarkt in Deutschland nun schon liberalisiert, Verbraucher dürfen sich ihren Anbieter also frei wählen und sind nicht zwangsläufig an die Tarife des örtlichen Grundversorgers gebunden. Lohnt es sich, Stromanbieter zu vergleichen? Definitiv, so auch Stromexperte Raffael Comitz, der zudem darauf hinweist, dass bei bestehenden Tarifen eine mögliche "Preissenkung jedoch nicht unbedingt an Haushalte weitergegeben" wird.

Um festzustellen, wie gut der eigene Stromtarif tatsächlich marktweit abschneidet, ist ein Vergleich also zwangsläufig notwendig. Häufig können Verbraucher dabei aus mehr als 130 Energielieferanten wählen. Die Preise für die gezahlte Kilowattstunde unterscheiden sich gegenüber den regulären Tarifen der Grundversorgung oftmals deutlich. Außerdem könnten Verbraucher nach einem Stromwechsel von weiteren Vorteilen profitieren, so zum Beispiel einem eventuellen Bonus für Neukunden oder einer ausgestellten Preisgarantie, die den vereinbarten Preis pro Kilowattstunde für einen festen Zeitraum fixiert.

Die Befürchtung, nach einem Wechsel plötzlich keinen Strom mehr zu haben, ist übrigens gänzlich unbegründet. Den eigentlichen Strom speist nämlich weiterhin der regionale Versorger ein. Für Haushalte selbst ändert sich daher an der physischen "Lieferung" des Stroms nichts, lediglich der Rechnungssteller pro verbrauchter Kilowattstunde verändert sich. Weitere gute Nachrichten: Wer aktuell beim regulären Tarif des Grundversorgers ist, kann seinen Vertrag jederzeit binnen zwei Wochen kündigen. Bei einer angekündigten Preiserhöhung entsteht sogar ein Sonderkündigungsrecht.

Ergänzend zum Stromwechsel noch den Stromverbrauch optimieren

Deutschland bezieht mittlerweile einen beachtlichen Teil seines Stroms aus regenerativen Energiequellen, was auch notwendig ist, um den tendenziell eher zunehmenden Bedarf abzufedern. Bedingt durch weitere technische Geräte im Haushalt und teilweise agile Arbeitsplatzlösungen wie das Home-Office, steigt der Verbrauch vielmals an. Trotzdem gibt es auch da Optimierungspotenziale: Wer weniger verbraucht als bisher, kann seine Rechnung ebenfalls reduzieren. Dabei bringen oftmals schon kleine Veränderungen einen großen Mehrwert, wie beispielsweise alte Geräte durch neue, energieeffiziente Geräte zu ersetzen oder das Licht, wenn es gerade nicht benötigt wird, direkt auszuschalten. Zu Lasten des Wohnkomforts müssen solche Anpassungen, falls beispielsweise schlicht die Waschmaschine ersetzt wird, nicht zwangsläufig gehen.

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