26. September 2026 – Isabell Wüppenhorst

Bundeswehr

1.700 Kräfte trainieren Ernstfall – Aktivisten protestieren

Wie Bundeswehr, Polizei und Unternehmen bei "Red Storm Charlie" auf Notfälle reagierten – und warum Aktivisten dagegen auf die Straße gingen.

Red Storm Charlie, Bundeswehr
Die Bundeswehr hat ihre Übung "Red Storm Charlie" gestartet I Foto: Picture Alliance

Begleitet von Demonstrationen ist die dreitägige Militärübung "Red Strom Charlie" am Samstag in Hamburg zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Übung von Bundeswehr, zivilen Behörden, Organisationen und Unternehmen standen Kommunikation, Koordination und das gemeinsame Handeln in komplexen Lagen.

Rund 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Rund 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter etwa 500 Soldatinnen und Soldaten, hatten diverse Aufgaben zu bewältigen, etwa einen Chemieunfall, einen Sabotageakt auf einen Zug mit militärischen Gütern, einen Massenanfall von verletzten Soldatinnen und Soldaten sowie die Einrichtung eines Ersatzkrankenhauses in einer Tiefgarage.

Als ersten größeren Test mussten Bundeswehr und Polizei am Donnerstag zwei feindliche Drohnen vom Himmel holen, entschärfen und den Drohnenpiloten auf dem Terminalgelände O'Swaldkai des Hafenlogistikers HHLA festsetzen. In der Nacht rollte zudem ein Konvoi mit bis zu 70 Militärfahrzeugen durch die Stadt.

Übung von Protesten begleitet

Begleitet wurde die Übung von Protesten, am Donnerstag hatten Aktivisten nach Polizeiangaben vergeblich versucht, den Militärkonvoi zu stören. Am Freitag besetzten Aktivisten Gleise der Hafenbahn und am Samstag zogen Hunderte Demonstranten durch die Innenstadt.

Zum Protest aufgerufen hatte das Bündnis "Kein Nato Hafen" unter dem Motto "NEIN zum Kriegsmanöver Red Storm Charlie - JA zu sozialem Fortschritt!". Unterstützt wurde das Bündnis unter anderem von Initiativen der Friedensbewegung, Jugendverbänden, Gewerkschaftern und Nichtregierungsorganisationen (NGOs).

"Red Storm Charlie" dritte Übung dieser Art

"Red Storm Charlie" war die bereits dritte zivil-militärische Übung dieser Art in Hamburg. Deren Basis war der Operationsplan Deutschland. Er beschreibt laut Bundeswehr, wie militärische Maßnahmen der Landes- und Bündnisverteidigung mit zivilen Unterstützungsleistungen koordiniert werden. Ziel des Plans sei es, Zuständigkeiten, Abläufe und Verfahren frühzeitig festzulegen, damit staatliche und zivile Stellen im Bedarfsfall abgestimmt und handlungsfähig reagieren könnten.

Neben der Bundeswehr beteiligten sich nach "Red Storm Alpha" (2024) und "Red Storm Bravo" (2025) an der dritten Resilienzstärkungs- und Verteidigungsübung Blaulichtorganisationen wie Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk. Auch dabei waren Landesbehörden, das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf und zivile Unternehmen wie Airbus, der Hafenlogistiker HHLA, die Hafenverwaltung HPA und Lebensmittel-Handelsketten. Zudem wollten rund 250 Unternehmen bei der Übung "Red Storm Business" der Handelskammer die eigene Handlungsfähigkeit bei einem längeren Stromausfall prüfen.

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(Quelle: dpa)

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