24. Februar 2026 – Chiara-Lee Haartje
Riesen Jubiläum
400 Jahre Reeperbahn: Vom Reepschläger zur Kultur- und Partymeile
2026 wird die Reeperbahn 400 Jahre alt: Ein runder Geburtstag, der dazu einlädt, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Deutschlands wohl berühmtester Straße neu zu beleuchten. Mit Kunst und Kultur, vielfältigen Veranstaltungen und markanten Stimmen aus dem Viertel.
Ralf Neubauer (SPD, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte), Julia Staron und Lars Schütze (Quartiersmanagement BID Reeperbahn+), Dr. Sebastian Binger (Geschäftsführer Otto Wulff Placemaking GmbH) eröffnen die Pressekonferenz zum 400. Jubiläum.
Vom damaligen Reepschläger bis hin zur heutigen Olivia Jones Bar: 2026 wird die Reeperbahn 400 Jahre alt, ein Jubiläum, das weit mehr ist als ein runder Geburtstag. Es ist die Feier einer Straße, die wie kaum eine andere für Wandel, Widerspruch und Weltläufigkeit steht. Vom Arbeitsort der Reepschläger im 17. Jahrhundert bis zur international bekannten Vergnügungs- und Kulturmeile hat sich die Reeperbahn immer wieder neu erfunden und ist sich doch treu geblieben.
Von der Seilerei zum Sehnsuchtsort
Ihren Namen verdankt die Reeperbahn den Reepschlägern, die hier ab 1626 ihre langen Seile („Reepe“) für die Schifffahrt fertigten. Vor den Toren Hamburgs, damals noch auf dem Gebiet von St. Pauli, fanden sie ausreichend Platz für ihre bis zu mehrere hundert Meter langen Arbeitsbahnen. Die Nähe zum Hafen prägte das Viertel früh – ebenso wie Seeleute, Händler und Reisende aus aller Welt.
Im 19. und 20. Jahrhundert wandelte sich die Straße zunehmend zum Vergnügungsviertel. Theater, Tanzlokale und später Musikclubs machten die Reeperbahn zu einem kulturellen Hotspot. Spätestens mit den legendären Auftritten der The Beatles Anfang der 1960er-Jahre wurde sie auch international zum Mythos. Heute ist sie Partymeile, Touristenmagnet, Wohnort, Arbeitsplatz und Kulturstandort zugleich, ein vielschichtiger Stadtraum zwischen Hafen, Nacht, Musik und Erinnerung.
400 Jahre Reeperbahn
Der Ursprung der Reeperbahn - Reepschläger in der Seilherstellung I Radio Hamburg I Foto: Radio Hamburg
Ralf Neubauer (SPD, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte) probiert sich als Reepschläger I Foto: Radio Hamburg
Ralf Neubauer (SPD, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte) schneidet die Torte an
Alle Akteure des 400-jährigen Jubiläums der Reeperbahn zünden die Kerzen der Torte an I Foto: Radio Hamburg
Oliver Wurm kündigt ein neues Panini-Heft allein für die Reeperbahn an I Foto: Radio Hamburg
Künstlerin Anna Genger I Foto: Radio Hamburg
Astra Jubiläumsbier zum 400. Geburtstag I Foto: Radio Hamburg
Veuve Noire, offizielle Botschafterin der Olivia Jones Familie. I Foto: Radio Hamburg
Prof. Bettina probst und Eva Decker klären über die Geschichte der Reeperbahn auf I Foto: Radio Hamburg
Ein Jubiläumsjahr mit starken Stimmen
Eröffnet wird das Jubiläumsjahr von Ralf Neubauer (SPD), Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte. Gemeinsam mit Julia Staron und Lars Schütze vom Quartiersmanagement BID Reeperbahn+ sowie Sebastian Binger, Geschäftsführer der Otto Wulff Placemaking GmbH, setzen sie den offiziellen Auftakt für ein Jahr voller Kunst, Kultur und Begegnungen.
Geplant sind Ausstellungen, Konzerte, Diskussionsformate und Stadtteilprojekte, die die Geschichte der Reeperbahn ebenso würdigen wie ihre Zukunft in den Blick nehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen des Viertels: Gastronomen, Kulturschaffende, Anwohnerinnen und Anwohner, deren Stimmen den Kiez seit Jahrzehnten prägen.
Kunst im Stadtraum: Zeichen setzen
Das Jubiläumsjahr wird im öffentlichen Raum unter anderem durch eine auffallende Beflaggung der ganzen Reeperbahn unübersehbar. Zwei überlebensgroße Figuren begrüßen künftige Besucher am Millerntor und an der Reeperbahn 1, als Referenz an die Handwerker, die der Straße 1626 ihren Namen gaben. Die Finanzierung wird vom BID Reeperbahn+ übernommen.
Das erste Panini-Buch für eine Straße
Ein besonderes Highlight erscheint im April 2026: Der Journalist und Herausgeber Oliver Wurm hat ein neues Panini-Sammelbuch entworfen und schreibt damit Geschichte. Denn es ist das erste Panini-Album, das nicht einer Fußball-Weltmeisterschaft oder einer ganzen Stadt gewidmet ist, sondern einer einzigen Straße: der Reeperbahn.
Das Buch versammelt prägende Orte, Persönlichkeiten, historische Momente und popkulturelle Meilensteine. Von legendären Clubs bis zu stillen Hinterhöfen entsteht ein Sammelalbum der Erinnerungen, zum Kleben, Tauschen und Bewahren.
Kunst im öffentlichen Raum
Auch im Stadtbild selbst wird das Jubiläum sichtbar. Die Künstlerin Anna Genger hat eine besondere Fliese gestaltet, die bald an der S-Bahn-Station Reeperbahn zu sehen sein wird. „Die Fliese zeigt St. Pauli als vielschichtigen Stadtraum zwischen Hafen, Nacht, Musik und Erinnerung. Ein Emblem für ein Viertel, das sich ständig verändert und doch erkennbar bleibt.“ Damit wird die Geschichte der Reeperbahn buchstäblich Teil des Alltags. Eingebettet in den unterirdischen Raum, durch den täglich Tausende Menschen strömen.
Spezielle Fliesen für das 400. Jubiläum
Wandel in der Geschichte der Reeperbahn I Foto: Reeperbahn
Designte Fliese zum 400. Geburtstag der Künstlerin Anna Genger I Foto: Radio Hamburg
Designte Fliese zum 400. Geburtstag der Künstlerin Anna Genger I Foto: Radio Hamburg
Zwischen Vergangenheit und Zukunft
400 Jahre Reeperbahn bedeuten 400 Jahre Wandel. Vom Ort harter körperlicher Arbeit über Zeiten des Aufbruchs, der Provokation und der Subkultur bis hin zur heutigen Event- und Kulturmeile war die Straße in gesellschaftlicher Entwicklungen.
Das Jubiläum 2026 ist daher nicht nur ein Blick zurück, sondern auch ein Ausblick: Wie bleibt ein historischer Ort lebendig? Wie verbindet man Tradition mit Innovation? Und wie bewahrt man den unverwechselbaren Charakter des Kiezes in Zeiten ständiger Veränderung? Die Reeperbahn hat in vier Jahrhunderten bewiesen, dass sie Wandel nicht fürchtet, sondern gestaltet. 2026 feiert sie ihr großes Jubiläum. Selbstbewusst, vielfältig und mit einem klaren Blick nach vorn.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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