29. Juni 2026 – Mara Schwarzenberger

Nachhaltigkeitskonferenz

Blockade am Golf treibt Hunger und Armut weltweit an

Die Blockade der Straße von Hormus verschärft Hunger und Armut im Globalen Süden. Bis zu 45 Millionen Menschen könnten Prognosen zufolge zusätzlich betroffen sein.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht auf der Hamburger Nachhaltigkeitskonferenz,
Foto: picture alliance/dpa | Ulrich Perrey, Foto: picture alliance/dpa

  • Die Blockade der Straße von Hormus verschärft Lieferengpässe, steigende Preise sowie Hunger und Armut im Globalen Süden.
  • Insgesamt 280 Millionen Euro sollen unter anderem Ernährungssicherheit stärken und die lokale Düngemittelproduktion fördern.
  • Auf der Hamburg Sustainability Conference fordern die Beteiligten widerstandsfähigere Ernährungssysteme und weniger Abhängigkeit von Energie- und Düngerimporten.

Mehrere Staaten und Organisationen zeigen sich sehr besorgt über die schwerwiegenden Auswirkungen der Blockade der Straße von Hormus auf den Globalen Süden. Die Störungen der Lieferketten "haben bestehende Krisen verschärft, indem sie den Zugang zu wichtigen Lieferungen eingeschränkt haben, die für die Herstellung von Düngemitteln erforderlich sind, und zugleich die Preise in die Höhe getrieben", heißt es in einer auf der Hamburg Sustainabiliy Conference (HSC) vorgestellten gemeinsamen Erklärung. Besonders betroffen seien Nettoimporteure von Nahrungsmitteln und Energie.

Initiiert von Deutschland, Sierra Leone und Großbritannien

Initiiert wurde die Erklärung nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD), vom Vizepräsident von Sierra Leone, Mohamed Juldeh Jalloh, sowie von der britischen Staatsministerin für Internationale Zusammenarbeit, Jennifer Chapman. Ebenfalls dabei sei der Leiter des UN-Entwicklungsprogramms, der Belgier Alexander de Croo. Mit dem Begriff Globaler Süden sind oft Länder in Lateinamerika, Afrika, im Nahen und Mittleren Osten oder in Asien gemeint.

Die Blockade der Meerenge von Hormus im Zuge des Iran-Konflikts hat den Angaben zufolge Hunger und Instabilität bereits jetzt weltweit verschärft. Prognosen zufolge drohten bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger betroffen zu sein; mehr als 30 Millionen könnten in extreme Armut abrutschen. Klimaphänomene wie El Niño, der die Folgen des menschengemachten Klimawandels vor allem auf der Südhalbkugel verschärft, verstärkten diese Effekte.

Strukturelle Verwundbarkeiten und Abhängigkeiten verringern

"Die aktuelle Lage unterstreicht die dringende Notwendigkeit, strukturelle Verwundbarkeiten und Abhängigkeiten zu verringern, widerstandsfähige Ernährungssysteme zu stärken und die globale Ernährungssicherheit als globales öffentliches Gut zu schützen", heißt es in der Erklärung.

Deutschland verfolgt dabei nach Ministeriumsangaben mehrere Ansätze. Besonders betroffene Regionen in Afrika und Asien würden mit 250 Millionen Euro unterstützt. Diese Mittel dienten der Verbesserung der Ernährungssituation, der Stärkung der Widerstandsfähigkeit und der Unterstützung von Kleinbäuerinnen und -bauern. Umgesetzt werde dies in enger Zusammenarbeit mit UN-Organisationen wie dem Welternährungsprogramm (WFP) und weiteren Partnern.

Abhängigkeit von importiertem Dünger reduzieren

Um die Abhängigkeit von importiertem Dünger zu verringern, stelle Deutschland 30 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld diene etwa der Förderung einer lokalen Düngemittelproduktion und solle als Überbrückungsfinanzierung das Risiko für Kleinbäuerinnen, -bauern und Unternehmen in den ärmsten Ländern abfedern. Zudem setze sich Deutschland unter anderem in internationalen Finanzinstitutionen für die Priorisierung von Investitionen in Stromnetze, Speicher und Netzsteuerung ein. Dadurch sollen die Partnerländer unabhängiger von fossilen Energieimporten werden.

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(Quelle: dpa)

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