29. April 2026 – Sebastian Tegtmeyer
Buckelwal Timmy / Hope, der wochenlang an der Ostseeküste festsaß, wird weiter Richtung Nordsee gebracht. Am Mittwochmorgen hat das Schleppfahrzeug "Fortuna B" die Barge übernommen.
Auf seiner Reise Richtung Nordsee wird der Lastkahn mit dem gestrandeten Buckelwal an Bord nun von einem anderen Schiff weitergezogen. Die "Fortuna B" hat am Mittwochmorgen vor 7 Uhr als Schleppfahrzeug übernommen, wie ein Mitglied der privaten Initiative, das an Bord ist, der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Am Dienstagabend hatte zunächst der Schlepper "Robin Hood" die Barge – also eine Art schwimmendes Becken – mit dem Wal am Ausgang der Kirchsee vor der Insel Poel übernommen. Anschließend fuhr er samt dem mit Wasser gefüllten Lastkahn in die Wismarbucht und weiter hinaus auf die offene Ostsee. Begleitet wurde er von dem Mehrzweckschiff "Fortuna B", das nun die Schleppaufgabe übernimmt.
Route um Dänemark
Laut dem Schiffs-Ortungsdienst VesselFinder befand sich der Verband gegen 8 Uhr östlich vor Fehmarn am Morgen. Nach Plänen der privaten Initiative soll der Wal in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee gebracht und dann freigelassen werden.
Übersteht der Wal den Transport?
Offen ist nach Expertenansicht, ob der Wal den Transport überstehen wird und ob er in der Nordsee oder im Atlantik wieder in Freiheit leben kann. Wissenschaftler vermuten, dass er vor seiner Strandung immer wieder flaches Wasser aufgesucht hatte, weil er geschwächt war und sich ausruhen wollte.
Helfer zogen den Wal stundenlang zum Lastkahn
Die Verbringung des Tiers in die Barge hatte am Dienstagvormittag begonnen und mehrere Stunden gedauert. Mitglieder des Rettungsteams zogen den Wal mit Gurten zu dem Lastkahn. Um 14.45 Uhr war das Tier schließlich in dem abgesenkten Kahn. Anschließend wurde ein Netz aufgespannt, um zu verhindern, dass der Wal wieder heraus schwimmt.
"Mir fällt wirklich ein Stein vom Herzen", sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) im Hafen von Kirchdorf. "Ich war auch kurz davor, ins Wasser zu springen, um ihm noch auf den letzten Meter mitzuhelfen". Er habe sich dann aber zusammengerissen. Der Minister gestand, er habe auf dem Schiff, von wo er die Aktion beobachtete, geweint.
Nach der Aktion fielen sich die Helfer der privaten Rettungsinitiative im Hafen in die Arme, bei manchem rollte eine Träne der Erleichterung nach Wochen der Anspannung. Bei ihrer Ankunft im Hafen von Kirchdorf wurden sie von den Anwesenden teils mit Jubel und Klatschen empfangen. «Die Hoffnung haben wir nie aufgegeben», sagte eine Schaulustige vor Ort.
Erste Sichtung des Wals schon Anfang März
Der Buckelwal war nach Angaben der Behörden erstmals Anfang März in Küstennähe aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Dem Tier gelang es, das flache Wasser über eine ausgehobene Rinne zu verlassen. Danach nahm es aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar. Schließlich schwamm es in die Kirchsee genannte flache Bucht der Insel Poel. Dort strandete es erneut, schwamm sich zwischenzeitlich frei, lag aber weniger Stunden später am Ausgang der Bucht wieder fest.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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