09. April 2026 – Sebastian Tegtmeyer
2010 gründete sich die Clubstiftung Hamburg. Das Ziel: Clubkultur - insbesondere Live-Musik - in Hamburg fördern. Die Bilanz nach 15 Jahren ist durchwachsen.
Anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens zieht die Clubstiftung Hamburg eine gemischte Bilanz. Zwar sei man sehr dankbar, darüber, dass es immer mehr Kulturförderung der Stadt gebe, hohe Mieten und steigende Strom- und Heizkosten machten den Clubs jedoch sehr zu schaffen, sagte Antonio Stefaniak, Leiter der Geschäftsstelle der Stiftung. Die Clubs am Laufen zu halten, sei für die Betreiberinnen und Betreiber extrem schwer. "Das hören wir immer wieder von unterschiedlichsten Spielstätten, dass die Gelder einfach nicht mehr genügen, um die Energiekosten wirklich zu decken", sagt Stefaniak.
Gentrifizierung und steigende Mieten setzen Clubs unter Druck
Es sei gut, dass Clubs immer mehr Anerkennung als Kulturstätten finden würden, sagt Stefaniak. Dennoch: Mehr finanzielle Förderung reiche nicht aus, es müsse sich auch strukturell etwas ändern.
Aktuell konzentrieren sich die Clubs auf Hamburg-Mitte, Altona und St. Pauli. Durch die steigenden Mieten und fehlende Freiflächen für Kultur sei es für Clubs jedoch sehr schwierig geworden Locations zu finden. Am Stadtrand sei es nicht leicht Fuß zu fassen und Publikum zu generieren, sagt Stefaniak. Eine Stadt wie Hamburg, die sich als Musikmetropole bezeichnet, sollte sich für Stefaniak mit diesem Thema auch aus stadtplanerische Sicht beschäftigen.
Stiftung bietet Darlehen, Konzertförderung und Beratung an
Mit dem Ziel die Hamburger Clubszene zu erhalten und zu unterstützen wurde die Stiftung 2010 von der Hamburger Kulturbehörde ins Leben gerufen. Angefangen hat alles mit der Vergabe von zinsgünstigen Darlehen für Clubs, die finanzielle Unterstützung brauchten - beispielsweise um in Licht- und Tontechnik zu investieren. Im Laufe der Jahre kam die Konzertförderung hinzu, mit der gerade kleine Spielstätten, die Live-Konzerte veranstalten, unterstützt werden. Der sogenannte Live Concert Account der Stiftung sei das größte Förderprogramm für private Musikclubs in Hamburg, sagt Stefaniak. In diesem Jahr würden über das Programm knapp eine Million Euro ausgeschüttet.
Darüber hinaus können Clubs bei der Stiftung finanzielle Unterstützung für Sanierungen, also beispielsweise für Schallschutz, beantragen oder sich bei den Themen Energie, Recht oder Wirtschaft beraten lassen. Die Fördergelder kommen hauptsächlich von der Stadt. Immer wieder gebe es aber auch private Spenden, sagte Stefaniak.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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