Prüfen, Rufen, Drücken

Hamburg unterstützt bundesweite Woche der Wiederbelebung

Wenn der Partner oder die Kollegin zusammenbricht, kommt es auf jede Sekunde an. Doch viele sind in Sachen Wiederbelebung unsicher. Daran muss sich etwas ändern. Deshalb nimmt auch das UKE an der Woche der Wiederbelebung teil.

Wiederbebelung, Rettungsdienst
Wiederbelebung I Foto: Copyright Lawrey, Shutterstock

  • Hamburg startet in die Woche der Wiederbelebung
  • Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde
  • So kann jeder von uns Menschenleben retten

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21.09.2026
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Bis zu knapp 140.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Viele können gerettet werden, wenn Angehörige, Freunde oder Kollegen richtig und vor allem sofort reagieren. Doch bislang überlebt nur gut jeder Zehnte.

"Wenn Sie bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand auf den Rettungsdienst warten, ist das fast immer das Todesurteil für den betroffenen Patienten", betont der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Rats für Wiederbelebung, Bernd Böttiger. Bleibt das Herz stehen, wird ein Mensch nach wenigen Sekunden bewusstlos. Nach drei bis fünf Minuten fängt das Gehirn an, unwiederbringlich abzusterben.

Der Rettungsdienst ist aber oft erst später da. In den meisten Bundesländern sind 10 bis 15 Minuten angepeilt - was gerade auf dem Land häufiger nicht erreicht wird. Deshalb ist es wichtig, dass Laien in der Zwischenzeit helfen.

Prüfen - rufen - drücken

Die Symptome eines Herz-Kreislauf-Stillstands sind sehr deutlich, wie das Deutsche Herzzentrum der Berliner Charité erläutert. Die zwei wichtigsten: Bewusstlosigkeit und das Fehlen einer normalen Atmung. Auch eine unregelmäßige Atmung oder Schnappatmung gilt dabei als unnormal.

Bricht ein Mensch leblos zusammen, gilt daher der Grundsatz: Prüfen. Rufen. Drücken.

"Wenn jemand umfällt, gehen Sie hin, gucken, schütteln ihn und sprechen ihn laut an", erläutert Böttiger. Der Professor für Intensivmedizin hat die Leitlinien federführend mit erarbeitet. Nach dem Prüfen folgt der zweite Schritt: "Wenn der nicht reagiert, dann sofort die 112 anrufen - also Rufen."

"Stayin' Alive" als Taktgeber

Nach dem Notruf folgt die Herzdruckmassage. Mit beiden Handballen auf der Mitte des Brustkorbes wird der Oberkörper fünf bis sechs Zentimeter tief eingedrückt. Und zwar zweimal pro Sekunde - das ist zum Beispiel der Rhythmus der Lieder "Stayin' Alive" von den Bee Gees oder "Atemlos durch die Nacht" von Helene Fischer.

Wichtig für alle höheren Semester: "Früher hat man noch gesagt: Atmung prüfen. Aber das dauert zu lang", erklärt Böttiger, der auch im Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes sitzt. Das Gleiche gelte für das Fühlen des Pulses und die Mund-zu-Mund-Beatmung. Auch das Holen eines Defibrillators raube nur kostbare Zeit: "Jede Sekunde Verzögerung der Herzdruckmassage verschlechtert das Überleben."

UKE nimmt an Woche der Wiederbelebung teil

Auch das Das UKE beteiligt sich deswegen an der bundesweiten Woche der Wiederbelebung und bietet seit Montag im Foyer Informationen und kleine Trainings an. Dr. Malte Issleib ist Reanimationsbeauftragter am UKE und betont, es geht vor allem um Schnelligkeit: "Der Rettungsdienst, der in Hamburg extrem schnell ist, aber auch nicht schneller als fünf Minuten, der kann oft dann nicht mehr optimal helfen, wenn vorher nichts passiert ist an. Deswegen: wir Menschen, die einen Unfall oder eine bewusstlose Person finden, sind gefragt, das Leben zu retten."

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(Quelle: u.a. von Elke Richter, dpa)

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