18. Juni 2026 – Isabell Wüppenhorst
Steigende Temperaturen, wachsende Sorgen: Eine neue BARMER-Umfrage zeigt, dass sich die Menschen in Norddeutschland auf Hitzewellen vorbereiten, aber beim staatlichen und betrieblichen Hitzeschutz noch großen Nachholbedarf sehen.
Die Temperaturen steigen, die Sonne brennt und die Sorge vor häufigeren Hitzewellen wächst. Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage der BARMER und des F.A.Z. Instituts blicken 64 Prozent der Menschen in Norddeutschland besorgt auf die kommenden Sommermonate. Doch während sich die Bevölkerung zunehmend eigenverantwortlich schützt, sehen viele eine deutliche Lücke in der offiziellen Vorsorge.
In Norddeutschland haben 75 Prozent der Befragten demnach angegeben, ihr Verhalten bei hohen Temperaturen bereits aktiv anzupassen, beispielsweise durch mehr Wasser trinken, Ruhepausen und weniger Sport. Das Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken ist mit 77 Prozent sehr hoch.
Der Ruf nach strukturellen Änderungen
Besonders kritisch bewerten die Menschen den Hitzeschutz in medizinischen Einrichtungen: Nur ein Drittel der Befragten sieht Krankenhäuser, Arztpraxen oder Pflegeeinrichtungen für Hitzewellen ausreichend gewappnet. Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg unterstreicht: "Hitzeschutz ist und bleibt Gesundheitsschutz. Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen handeln bereits. Jetzt müssen Städte und Arbeitgeber konsequenter nachsteuern."
Diese Maßnahmen werden gefordert
- Im öffentlichen Raum: Besserer Zugang zu kostenlosem Trinkwasser und mehr klimatisierte Rückzugsorte.
- In der Arbeitswelt: 72 Prozent der Beschäftigten wünschen sich Homeoffice-Optionen ab 30 Grad, während 87 Prozent kürzere Arbeitszeiten für Außenarbeiten fordern.
- Stadtplanung: Die Menschen wünschen sich eine hitzeresistente Gestaltung, etwa durch reflektierende Bodenbeläge.
Amtliche Hitzewarnung: So schützt du dich heute
Da für Freitag, den 19. Juni, die erste amtliche Hitzewarnung für Hamburg vorliegt, ist es jetzt besonders wichtig, die Tipps des Hamburger Senats zu beherzigen: Meidet die Mittagssonne, trinkt regelmäßig und nutzt schattige oder klimatisierte Orte. Nutzt dafür die "Karte Kühler Orte" der Stadt Hamburg, um schnell klimatisierte Bibliotheken, Kinos oder schattige Plätze in eurer Nähe zu finden. Besonders bei Kindern, älteren Menschen und chronisch Erkrankten ist jetzt gegenseitige Achtsamkeit gefragt.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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