10. August 2026 – Mara Schwarzenberger

Öffentliche Unterbringung

Hochhauswohnung für Flüchtlinge kostet 8.500 Euro pro Monat

Anfang 2023 kaufte der Hamburger Senat eines der markantesten Hochhäuser der Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen. Jetzt zeigt sich, dass das Wohnen dort überdurchschnittlich teuer ist.

Mundsburg-Türme
Foto: picture alliance/dpa | Markus Scholz, Foto: picture alliance/dpa

  • Die Unterbringung von Flüchtlingen in 77 Wohnungen des Mundsburg-Towers kostete Hamburg 2025 rund 7,9 Millionen Euro.
  • Im Schnitt waren dort 336 Flüchtlinge untergebracht – die Kosten lagen bei rund 1.950 Euro pro Person und Monat.
  • Hamburg gab 2025 insgesamt 636 Millionen Euro für Flüchtlingsunterbringung aus. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 265 Millionen Euro.

Die Unterbringung von Flüchtlingen in einem der Hamburger Mundsburg-Hochhäuser hat den Steuerzahler im vergangenen Jahr rund 7,9 Millionen Euro gekostet. Für die 77 Wohnungen, die als öffentlich-rechtliche Unterkunft genutzt werden, berechnete der städtische Betreiber Fördern & Wohnen jeweils 8.510 Euro pro Monat, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Andreas Grutzeck bestätigte.

2025 wurden in dem Hochhaus rund 336 Flüchtlinge untergebracht

In dem Anfang 2023 gekauften Hochhaus waren 56 weitere Wohnungen privatrechtlich vermietet. Für diese kassierte Fördern & Wohnen im Durchschnitt lediglich 1.550 Euro pro Monat. Zur Größe der Wohnungen wurden keine Angaben gemacht. Auch zum Kaufpreis des Mundsburg-Towers hat sich der Senat bislang nicht geäußert. In dem Hochhaus waren 2025 durchschnittlich 336 Flüchtlinge untergebracht, woraus sich 1.950 Euro an Wohnkosten pro Person und Monat ergeben. In der öffentlichen-rechtlichen Unterbringung in ganz Hamburg betrugen die Kosten laut Senat pro belegtem Platz und Tag knapp 42 Euro, was sich monatlich auf 1.260 Euro summiert.

Die Gesamtkosten für die Flüchtlingsunterbringung in Hamburg betrugen im vergangenen Jahr 636 Millionen Euro, wovon 173 Millionen auf Hotelkosten entfielen. Im April hatte der Senat diese Kosten mit knapp 164 Millionen Euro angegeben. Ende des vergangenen Jahres befanden sich laut einem Lagebild des Senats gut 42.000 Menschen in öffentlich-rechtlichen Unterkünften, davon rund 5.000 in Hotels. Ende Juni waren rund 40.000 Menschen untergebracht, 4.500 von ihnen in Hotels.

Kosten der Unterbringung sinken

Für das erste Halbjahr 2026 zeichnet sich eine Verringerung der Kosten ab. Insgesamt wurden für die Unterbringung von Flüchtlingen in Hamburg 265 Millionen Euro ausgegeben, davon 69 Millionen für Hotels. Die durchschnittlichen Kosten pro belegtem Platz und Tag sanken auf knapp 37 Euro, was 1.110 Euro pro Monat bedeutet. Grutzeck bezeichnete die Unterbringungskosten im Mundsburg-Tower als nicht logisch nachvollziehbar. "Fakt ist, dass solche Fälle den Unmut in der Bevölkerung schüren und die Spaltung der Gesellschaft beschleunigen", erklärte der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion. Zunächst hatte NDR 90,3 über das Thema berichtet.

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(Quelle: dpa)

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