22. Juni 2026 – Chiara-Lee Haartje

Fast 6.000 Tonnen

Illegale Müllentsorgung wird für Hamburg immer teurer

Immer mehr illegal entsorgter Müll verursacht in Hamburg steigende Kosten. Während die Stadt inzwischen mehr als 25 Millionen Euro für die Beseitigung ausgeben muss, fallen die Einnahmen aus Bußgeldern vergleichsweise gering aus.

Müll im Park, Müllberge
Müllberge im Park I Foto: Little Adventures / Shutterstock.com
  • Immer mehr illegaler Müll
  • Kosten steigen deutlich an
  • Bußgelder bleiben niedrig

Die Vermüllung Hamburgs nimmt weiter zu. Nach Angaben des Senats wurden im Jahr 2020 noch knapp 3.800 Tonnen illegal entsorgter Abfälle registriert. Im vergangenen Jahr lag die Menge bereits bei fast 6.000 Tonnen – ein Anstieg von rund 60 Prozent.

Auch die Zahl der Meldungen stieg deutlich an. Waren es 2020 noch rund 100.000 Hinweise, wurden im vergangenen Jahr bereits knapp 186.000 Fälle gemeldet. Bis Anfang Juni dieses Jahres gingen schon rund 76.000 Meldungen ein.

Mehr als 25 Millionen Euro Kosten für die Stadt

Mit der zunehmenden Vermüllung steigen auch die finanziellen Belastungen. Musste Hamburg im Jahr 2020 noch rund 16,2 Millionen Euro für die Beseitigung von etwa 42.000 Kubikmetern Müll aufbringen, beliefen sich die Kosten im vergangenen Jahr bereits auf rund 25,1 Millionen Euro bei fast 67.000 Kubikmetern Abfall. Damit wächst der Aufwand für die Stadtreinigung kontinuierlich.

Einnahmen durch Bußgelder vergleichsweise gering

Den hohen Kosten stehen deutlich niedrigere Einnahmen gegenüber. Im vergangenen Jahr verhängte die Stadtreinigung Hamburg 14.741 Verwarnungen und Bußgelder. Insgesamt wurden dabei rund 674.000 Euro eingenommen. Im Jahr zuvor waren es 12.110 Bescheide mit Einnahmen von rund 540.000 Euro.

Allerdings weist der Senat darauf hin, dass in diesen Zahlen auch Verstöße gegen das Taubenfütterungsverbot, die Grillordnung oder die Pflicht zur Hundekotbeseitigung enthalten sind.

Linke fordert sozial gestaffelte Müllgebühren

Der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, Stephan Jersch, sieht angesichts der Entwicklung Handlungsbedarf. Die bisherigen Maßnahmen müssten überprüft werden. Aus seiner Sicht sei die Vermüllung der Stadt auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Die Linke fordert deshalb einen kostengünstigen und sozial gestaffelten Zugang zur Müllentsorgung, um illegale Ablagerungen künftig besser zu verhindern.

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(Quelle: dpa)

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