04. Juni 2026 – Mara Schwarzenberger

Hamburger Straßenbäume

Klebriger Belag auf Autos: Das steckt hinter dem Linden-Phänomen in Hamburg

Jeden Sommer sorgen Linden in Hamburg für Frust bei vielen Autofahrern. Doch der klebrige Film stammt nicht von den Bäumen selbst. Warum Blattläuse dahinterstecken, wann Lackschäden drohen und weshalb die Stadt trotzdem weiter auf Linden setzt.

Linden Blumen auf dem Baum
Foto: M. Schuppich / Shutterstock, Foto: Shutterstock

Viele Hamburger kennen das Problem: Über Nacht bildet sich auf Autos, Fahrrädern oder Gartenmöbeln eine klebrige Schicht. Verantwortlich dafür sind jedoch nicht die Linden selbst, sondern Blattläuse. Sie saugen Pflanzensaft aus den Blättern und scheiden überschüssigen Zucker als sogenannten Honigtau wieder aus. Dieser verteilt sich anschließend auf allem, was unter den Bäumen steht.

Die Linde ist Hamburgs häufigster Straßenbaum

Trotz der regelmäßigen Beschwerden gehören Linden fest zum Stadtbild der Hansestadt. Von den knapp 230.000 Straßenbäumen in Hamburg sind etwa 54.000 Linden. Damit ist keine andere Baumart häufiger vertreten. Der Grund dafür ist, dass die Linde als besonders robust gilt und mit den Herausforderungen einer Großstadt gut zurecht kommt. Sie spendet Schatten, verträgt Hitze und Trockenheit vergleichsweise gut und bietet zahlreichen Insekten Nahrung und Lebensraum.

Deshalb pflanzt Hamburg weiter Linden

Auch künftig sollen Linden in Hamburg nachgepflanzt werden, vor allem dort, wo bestehende Baumreihen oder historische Alleen ergänzt werden müssen. So soll das typische Stadtbild erhalten bleiben. In neuen Wohngebieten setzt die Stadt dagegen zunehmend auf verschiedene Baumarten. Ziel ist es, die Artenvielfalt zu erhöhen und den Baumbestand widerstandsfähiger gegen Krankheiten und die Folgen des Klimawandels zu machen.

Keine Alternative trotz Ärger

Naturschützer sehen in den Vorteilen der Linde deutlich mehr Gewicht als in den Nachteilen. Gerade mit Blick auf steigende Temperaturen gelten die Bäume als wichtiger Bestandteil einer klimaangepassten Stadt.

Rußtaupilze als Gefahr für Autos

Wer sein Fahrzeug regelmäßig unter Linden parkt, sollte den Honigtau allerdings möglichst schnell entfernen. In Kombination mit Rußtaupilzen und Sonneneinstrahlung kann es besonders lästig werden, denn die Rußtaupilze zersetzen den Honigtau und lassen Rückstände in Form von schwarzem Belag. Das kann die Oberfläche auf Dauer beschädigen, sich in den Lack einbrennen und hinterlässt unschöne Flecken und Einkerbungen. Nur mithilfe einer Politur kann dieser Schaden wieder behoben werden. Für die Reinigung von Honigtau reicht meist Wasser und etwas Spülmittel aus.

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