23. Juni 2026 – Chiara-Lee Haartje
Nach einer brutalen Gewalttat in einem Hamburger Hotel ist ein 43-Jähriger zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah besonders schwere Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung als erwiesen an.
- Siebeneinhalb Jahre haft
- Brutale Hotelattacke
- Mordvorwurf verworen
Frau wollte nach Haftentlassung einen schönen Abend verbringen
Eigentlich sollte es ein besonderer Abend werden. Nachdem eine 39-Jährige im vergangenen Oktober aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, wollte sie gemeinsam mit ihrem Partner eine Nacht in einem Hotel im Hamburger Stadtteil Hamm verbringen. Doch der Abend endete in einem brutalen Gewaltexzess.
Das Landgericht Hamburg verurteilte den 43-jährigen Mann nun wegen besonders schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren. Der Vorwurf des versuchten Mordes konnte nach Auffassung der Richter jedoch nicht nachgewiesen werden.
Alkohol und Drogen spielten eine entscheidende Rolle
Nach Angaben des Gerichts holte die Frau zunächst ausstehende Lohnzahlungen in Höhe von 300 Euro ab. Gemeinsam mit ihrem Freund kaufte das Paar anschließend Kokain, Crack und eine Flasche Wodka. Im Hotel konsumierte der Angeklagte die Drogen und geriet später in einen Zustand krankhafter Eifersucht.
Ohne jeden Anlass beschuldigte er seine Partnerin, ihn mit einem anderen Mann betrogen zu haben. Als die Frau das Zimmer verlassen wollte, soll er ihr gedroht haben, sie werde das Hotel nicht lebend verlassen.
Schwere Verletzungen nach Flaschenhieben und Tritten
Der Angeklagte schlug mehrfach mit den Fäusten auf die Frau ein, trat sie und zertrümmerte schließlich eine Wodkaflasche auf ihrem Kopf. Dabei erlitt die 39-Jährige schwere Kopfverletzungen. Anschließend drückte er ihr ein Kissen ins Gesicht, sodass sie kaum noch Luft bekam.
Ein Fluchtversuch scheiterte. Der Mann holte seine Partnerin ein und schleifte sie über Treppen und den Hotelflur zurück. Dabei wurden ihr vermutlich sieben Rippen gebrochen.
Überwachungskameras dokumentierten Teile der Tat
Die Flucht der Frau und das gewaltsame Zurückzerren wurden von Überwachungskameras aufgezeichnet. Erst beim Schichtwechsel bemerkte das Hotelpersonal die Bilder und verständigte die Polizei.
Als die Beamten eintrafen, war die Frau blutüberströmt und schwer verletzt. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht und musste dort acht Tage stationär behandelt werden.
Gericht: Außergewöhnlich schwerer Fall
Nach den Misshandlungen duldete die Frau laut Gericht den Geschlechtsverkehr aus Angst vor weiteren Übergriffen. Die Richter werteten dies als besonders schwere Vergewaltigung.
Der Angeklagte räumte zwar Gewalt ein, behauptete jedoch, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Die Kammer folgte dieser Darstellung nicht. Die Vorsitzende Richterin sprach von einem „außergewöhnlich schlimmen Fall“.
Entzugstherapie nach der Haft
Nach drei Jahren Haft soll der 43-Jährige in eine geschlossene Entziehungsanstalt wechseln. Dort soll er eine Therapie gegen seine Drogenabhängigkeit absolvieren. In seinem letzten Wort zeigte er Reue und erklärte, er liebe seine Partnerin. Das Urteil ist bislang noch nicht rechtskräftig.
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