10. Juni 2026 – Chiara-Lee Haartje

Neue Köhlbrandbrücke in Hamburg:

Milliardenprojekt der Köhlbrandbrücke soll Ende der 2030er Jahre fertig sein

Die neue Köhlbrandbrücke nimmt Gestalt an. Der Hamburger Senat hat den Siegerentwurf vorgestellt. Das Milliardenprojekt soll den Hafen fit für immer größere Schiffe machen und die markante Brücke aus den 1970er-Jahren ersetzen.

Köhlbrandbrücke
Der Siegerentwurf der Köhlbrandbrücke I Foto: picture alliance/dpa | Georg Wendt

Hamburg hat einen wichtigen Schritt für eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands gemacht. Der Senat stellte am Mittwoch den ausgewählten Entwurf für die neue Köhlbrandbrücke vor. Die bestehende Brücke aus dem Jahr 1974 gilt als Wahrzeichen des Hafens, kann jedoch nach mehr als 50 Jahren nur noch mit hohem Aufwand instand gehalten werden und soll deshalb ersetzt werden.

Neue Köhlbrandbrücke wird deutlich höher

Optisch erinnert der Entwurf an die bisherige Brücke mit ihren geschwungenen Rampen und den markanten Pylonen. Allerdings gibt es entscheidende Unterschiede. Die beiden riesigen Pylone sollen künftig aus Beton statt aus Stahl bestehen. Zudem werden die Stahlseile zwischen den Fahrbahnen verlaufen und nicht wie bislang an den Außenseiten.

Mit einer Höhe von 73,5 Metern wird die Fahrbahn rund 20 Meter höher liegen als bei der bisherigen Köhlbrandbrücke. Dadurch können künftig noch größere Containerschiffe die dahinter liegenden Hafenbereiche erreichen. Das gesamte Bauwerk mit Strombrücke und Rampen wird eine Länge von rund 3,8 Kilometern erreichen.

Köhlbrandbrücke
Foto: GRASSL, sbp, WTM, gmp, PPL/ Renderings Gärtner + Christ

Ingenieurbüro Grassl bleibt an dem Projekt beteiligt

Mehrere Bietergemeinschaften hatten sich um die Planung beworben. Den Zuschlag erhielt ein Team, zu dem auch das Ingenieurbüro Grassl gehört. Das Unternehmen ist bereits seit Jahren an der Sanierung der bestehenden Köhlbrandbrücke beteiligt und bringt seine Erfahrungen nun auch beim Neubau ein.

Fertigstellung der Köhlbrandbrücke bereits Ende der 2030er Jahre geplant

Ursprünglich war eine Eröffnung der neuen Brücke erst für das Jahr 2042 vorgesehen. Durch beschleunigte Planungen geht die Wirtschaftsbehörde inzwischen davon aus, dass das Bauwerk bereits gegen Ende der 2030er Jahre in Betrieb gehen könnte. Die Kosten für das Mammutprojekt werden derzeit auf bis zu 5,3 Milliarden Euro geschätzt. Der Bund will nach Angaben der Stadt die Hälfte der Netto-Baukosten übernehmen.

Neue Köhlbrandbrücke soll den Hamburger Hafen zukunftsfähig machen

Mit dem Neubau will Hamburg seine Rolle als bedeutender Hafenstandort langfristig sichern. Die höhere Durchfahrt soll den Anforderungen der immer größer werdenden Schiffe gerecht werden und zugleich eine leistungsfähige Verbindung zwischen den Hafenbereichen gewährleisten.

Die neue Köhlbrandbrücke dürfte damit nicht nur ein neues Wahrzeichen der Hansestadt werden, sondern auch zu den größten Infrastrukturprojekten Deutschlands zählen.

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