01. September 2026 – Mara Schwarzenberger

​Zugriff in Berlin

Nach Gewalttat in Stade: Mutmaßlicher Waffenverkäufer verhaftet

Auch ohne den Hauptverdächtigen gehen die Ermittlungen zum gewaltsamen Tod von sechs Menschen in Stade westlich von Hamburg weiter. Nun gibt es einen weiteren Verdächtigen und neue Details.

Sorgerechtsstreit Stade, Polizei
Einsatzkräfte am Tatort in Stade I Foto: Picture Alliance

  • Ein Waffenhändler sitzt nach der Gewalttat in Stade in Untersuchungshaft.
  • Der mutmaßliche Täter soll sechs Menschen in einer Mutter-Kind-Einrichtung getötet haben.
  • Die Ermittlungen gegen die Mutter des Kindes und die Fluchtwagen-Fahrerin laufen weiter.

Rund zwei Monate nach der Gewalttat mit sechs Toten im niedersächsischen Stade ist ein Waffenhändler in Untersuchungshaft genommen worden. Der 49 Jahre alte Berliner soll dem 45 Jahre alten mutmaßlichen Mörder die Tatwaffe verkauft haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Verkauf soll einige Tage vor der Tat Ende Juni stattgefunden haben. Laut Mitteilung wurde der verdächtige Waffenverkäufer am Montag in Berlin von Spezialeinsatzkräften festgenommen.

Haftbefehl wurde heute erlassen

Der Berliner habe sich widerstandslos festnehmen lassen, hieß es. Am Dienstagmittag (1. September) sei Haftbefehl erlassen worden. Der Mann kam den Angaben nach in ein niedersächsisches Gefängnis. Weitere Details nannten die Ermittler zunächst nicht.

Sechs Menschen getötet

Nach bisherigen Erkenntnissen tötete der 45-jährige Türke in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade westlich von Hamburg sechs Menschen - drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes Hannover sowie drei Beschäftigte der Einrichtung. Als Motiv vermuten die Ermittler einen Sorgerechtsstreit um die zur Tatzeit drei Monate alte Tochter des Mannes. Er wurde kurz nach dem Verbrechen festgenommen und kam in Untersuchungshaft.

Mutmaßlicher Täter im Juli tot in Zelle gefunden

Im Juli wurde der 45-Jährige tot in seiner Einzelzelle im Gefängnis in Bremervörde gefunden. Die Beamten gehen von Suizid aus. Die Ermittlungen wegen sechsfachen Mordes gegen den Mann wurden eingestellt, ein Verfahren gegen Tote ist in Deutschland nicht möglich. Trotz des Todes des Hauptverdächtigen werden die Ermittlungen der Mordkommission gegen die Mutter des Kindes und die Fahrerin des Fluchtwagens weitergeführt. Das Baby lebt inzwischen getrennt von der Mutter in einer anderen Einrichtung.

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(Quelle: dpa)

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