30. Juni 2026 – Mara Schwarzenberger
Hohe Energie- und Rohstoffpreise sind Anlass zur Sorge. Die IHK Nord pocht auf Unterstützung der Politik.
- Mehr als jedes zweite Reiseunternehmen erwartet ein schwächeres Sommergeschäft.
- Hohe Energiepreise zählen zu den größten Sorgen der Branche.
- Die IHK Nord fordert schnelle Entlastungen und die Umsetzung der Tourismusstrategie.
Die norddeutsche Reisebranche erwartet einer Befragung zufolge schlechtere Geschäfte in der Sommersaison. Das geht aus dem Konjunkturreport Tourismuswirtschaft der IHK Nord aus Hamburg hervor. Die norddeutschen Industrie- und Handelskammern haben den Angaben nach mehr als 320 Unternehmen aus dem Gastgewerbe und der Reisewirtschaft befragt.
Die Sorgen in der norddeutschen Reisebranche wachsen
Mehr als jedes zweite Unternehmen unter den norddeutschen Reisebüros und Reiseveranstaltern erwartet, dass sich die Geschäfte während der Sommersaison ungünstig entwickeln werden, wie die IHK Nord mitteilte. Ein Jahr zuvor äußerte hingegen weniger als ein Viertel der Unternehmen der Reisewirtschaft diese Sorge. Als Risiko nannten die Reisebüros und Reiseveranstalter am häufigsten die Energie- und Rohstoffpreise. Dahinter kann sich verbergen, dass Autofahrer lange Fahrten an die Nord- und Ostsee scheuen, wenn Benzin- und Dieselpreise hoch sind.
Kammer-Vorsitzender sieht "Anlass zur Sorge"
Der Vorsitzende der IHK Nord, André Grobien, sagte zu den Ergebnissen: "Die Tourismuswirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Norddeutschland - und die aktuellen Umfrageergebnisse geben Anlass zur Sorge." Die Branche stehe unter Druck und brauche Entlastungen. Wichtig sei, dass die nationale Tourismusstrategie zügig umgesetzt werde.
Die nationale Tourismusstrategie ist Anfang des Jahres von der Bundesregierung beschlossen worden. In der Strategie wird unter anderem bekräftigt, dass Arbeitszeitregelungen flexibilisiert werden sollen. Angedacht ist eine wöchentliche Höchstarbeitszeit statt einer täglichen.
Zu der IHK Nord gehören 13 Industrie- und Handelskammern aus Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Kammern befragten die Betriebe vom 8. April bis Mitte Mai, wie eine Sprecherin der IHK Nord sagte.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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