18. Juni 2026 – Chiara-Lee Haartje
Schluss mit Papierparkscheinen: Hamburg startet ein digitales Parkraummanagement. Spezielle Scan-Fahrzeuge sollen Falschparker künftig deutlich schneller aufspüren.
Hamburg führt ab dem 7. Juli in zwei Testgebieten ein neues digitales Parkraummanagement ein. Dabei kommen spezielle Scan-Fahrzeuge zum Einsatz, die während der Fahrt Nummernschilder parkender Autos erfassen und automatisch überprüfen, ob ein gültiger Parkschein oder eine Parkberechtigung vorliegt.
Mit dem Projekt gehört die Hansestadt bundesweit zu den Vorreitern. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) stellte das neue System jetzt vor.
Papierparkscheine gehören der Vergangenheit an
Künftig müssen Autofahrer an den Parkautomaten lediglich ihr Kennzeichen eingeben. Ein ausgedruckter Parkschein hinter der Windschutzscheibe ist dann nicht mehr notwendig.
Auch Bewohner- oder Besucherparkausweise sollen künftig vollständig digital verwaltet werden. Nach Angaben der Stadt könnten dadurch allein bei den Parkscheinautomaten rund 546 Kilometer Papierrollen eingespart werden. Langfristig soll das System auf alle Parkgebiete in Hamburg ausgeweitet werden.
Bis zu 1.500 Kennzeichen pro Stunde
Die Scan-Fahrzeuge fahren im normalen Straßenverkehr mit und gleichen die Kennzeichen automatisch mit den gespeicherten Daten ab. Pro Stunde können dabei zwischen 1.000 und 1.500 Fahrzeuge kontrolliert werden. Zum Vergleich: Ein Mitarbeiter der Parkraumüberwachung schafft bislang etwa 50 Kontrollen pro Stunde.
Die Kennzeichendaten werden an den Landesbetrieb Verkehr übermittelt und dort mit den Informationen aus den Parkautomaten sowie den vorhandenen Parkausweisen abgeglichen.
Datenschutz: Nur Kennzeichen werden erfasst
Nach Angaben der Stadt sind die Fahrzeuge so ausgestattet, dass ausschließlich die Nummernschilder abgestellter Fahrzeuge erfasst werden. Die Umgebung werde nicht gefilmt. Ist alles ordnungsgemäß, werden die Daten unmittelbar gelöscht.
Strafzettel werden weiterhin von Menschen vergeben
Trotz der automatisierten Kontrolle soll am Ende kein Computer über ein Bußgeld entscheiden. Fahrzeuge, bei denen Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, werden zusätzlich von Mitarbeitern der Parkraumüberwachung überprüft.
„Die Entscheidung, ob am Ende jemand einen Strafzettel bekommt oder nicht, trifft immer ein Mensch“, betonte Verkehrssenator Tjarks.
Hamburg als Vorreiter bei digitalem Parken
Auch andere Städte wie Mannheim oder Heidelberg arbeiten an ähnlichen Konzepten. Lange fehlte allerdings die rechtliche Grundlage für eine dauerhafte Einführung solcher Systeme in Deutschland.
Mit dem Pilotprojekt geht Hamburg nun einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung des Verkehrs und könnte damit Vorbild für andere Kommunen werden.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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