11. September 2026 – Mara Schwarzenberger

​Nach Wahl in Sachsen-Anhalt

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der AfD könnte die Partei in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein AfD-Verbot zu prüfen.

Andy Grote
Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen , Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen

  • Hamburgs Innensenator Andy Grote unterstützt eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur verfassungsrechtlichen Prüfung eines möglichen AfD-Verbotsverfahrens.
  • Nach dem AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt prüfen die Innenminister von Bund und Ländern einen stärkeren Schutz geheimer Daten und sensibler Informationen.
  • Die AfD erzielte in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent und könnte bei einer Regierungsbeteiligung künftig auch das Innenministerium übernehmen.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Hamburgs Senator Andy Grote (SPD), unterstützt den Vorschlag, die Voraussetzungen für ein AfD-Verbotsverfahren zu prüfen. "Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe wäre der nächste logische Schritt, um alle relevanten Erkenntnisse und Materialien zusammenzuführen und das Vorliegen der Voraussetzung für ein Verfahren qualifiziert verfassungsrechtlich zu prüfen", sagte Grote dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Die AfD muss man politisch klein machen"

Die Bildung einer solchen Arbeitsgruppe hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) vorgeschlagen. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) reagierte darauf mit Skepsis: "Ich bin nach wie vor der Meinung, die AfD muss man politisch klein machen", sagte Rhein der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich wie Rhein äußerte sich CSU-Chef Markus Söder.

Innenminister wollen Schutz geheimer Daten prüfen

Aus Sicherheitskreisen hieß es am Donnerstag (10. September), die Innenminister von Bund und Ländern wollten nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt den möglichen Schutz bestimmter geheimer Daten prüfen. Es gehe darum, gegebenenfalls Quellen und auch Informationen mit Bezügen zu Russland zu schützen. Klar sei aber auch, dass relevante Informationen, die etwa der Verhinderung von Terroranschlägen dienten, weiter in vollem Umfang für alle zugänglich bleiben müssten. Die Bild-Zeitung berichtete, die Minister wollten die AfD von Geheimdaten fernhalten. Das sei das Ergebnis einer internen Schaltkonferenz am Dienstag, zu der Grote eingeladen hatte.

Der bisher größte Erfolg

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erreichte die AfD am vergangenen Sonntag (6. September) mit 43,8 Prozent ihren bisher größten Erfolg. Die Partei verdoppelte damit ihr Ergebnis von 2021, verfehlte aber die absolute Mehrheit im Parlament. Sie wird in Sachsen-Anhalt und vier weiteren Ländern vom jeweiligen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will bei den anderen Fraktionen und einzelnen Abgeordneten eine Mehrheit suchen. Die Regierungsbildung ist bisher offen. Sollte es zu einer AfD-geführten Regierung kommen, könnte auch das Innenministerium in der Hand der AfD sein.

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(Quelle: dpa)

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