28. Oktober 2026 – Mara Schwarzenberger
Zwei strittige Szenen sorgen beim Hamburger SV nach der Niederlage gegen Frankfurt für Frust. Nun gibt der Schiedsrichter zu: Zumindest bei einer Szene hätte er im Nachhinein anders entschieden.
- Tobias Stieler räumt nach HSV gegen Eintracht Frankfurt ein, dass ein Elfmeter für Hamburg die bessere Entscheidung gewesen wäre.
- Der VAR griff trotz der strittigen Szene nicht ein, da laut Stieler eine hohe Eingriffsschwelle für den Videoassistenten gilt.
- Neben der Elfmeter-Debatte sorgte auch Nnamdi Collins für Diskussionen, während der HSV zugleich an seiner schwachen Chancenverwertung scheiterte.
Schiedsrichter Tobias Stieler hätte eine strittige Szene im DFB-Pokal zwischen dem Hamburger SV und Eintracht Frankfurt im Nachhinein anders bewertet. "Wenn ich die Bilder sehe: Die bessere Entscheidung wäre Strafstoß gewesen", sagte Stieler beim Pay-TV-Sender Sky nach dem 3:1 für Frankfurt in der zweiten Runde.
Was war passiert?
In der 35. Minute ging Hamburgs Zakaria El Ouahdi beim Stand von 0:0 nach einem Zweikampf mit Frankfurts Kapitän Robin Koch im Strafraum zu Boden. Stieler ließ weiterlaufen. Auch der VAR griff nicht ein, was für Frust bei den Norddeutschen sorgte. "Für mich und für uns ist es ein klarer Elfmeter, der heute definitiv geholfen hätte, um eine Runde weiterzukommen", sagte HSV-Coach Merlin Polzin.
Stieler: "Nicht vollkommen falsch"
Die Szene weiterlaufen zu lassen, sei "jetzt nicht vollkommen falsch", betonte Stieler. "Deswegen sehr gut, dass der VAR das supportet hat, weil das wollen wir. Wir wollen, dass der Schiedsrichter bei klarer Wahrnehmung eine Entscheidung trifft." Er sei "null verwundert», dass der VAR nicht eingegriffen hat, betonte Stieler. "Wir haben eine ganz hohe Eingriffsschwelle für den Videoassistenten. Das wird allgemein anerkannt und so gewünscht." Der 45-Jährige bekräftigte aber, dass die bessere Entscheidung Strafstoß gewesen wäre.
Aus Sicht von Hamburgs Sportdirektor Claus Costa wäre Elfmeter nicht nur die bessere, sondern die einzig richtige Entscheidung gewesen. "Für mich ist das ein klarer Elfmeter. Er legt den Ball vorbei, der Gegenspieler hat keine Chance, den Ball zu berühren und räumt ihn im Sechzehner ab. Ich weiß nicht, warum dem Schiedsrichter diese Szene nicht zum Elfmeter reicht. Das kann ich nicht nachvollziehen."
Noch eine Szene sorgte für Wirbel
Und noch eine andere Szene sorgte für Wirbel. Kurz nach der Pause räumte der mit der Gelben Karte vorbestrafte Frankfurter Nnamdi Collins Hamburgs David Møller Wolfe ab. Kurz darauf wurde Collins ausgewechselt. "Es ist häufig bezeichnend, wenn der Gegner den Spieler dann direkt nach der Aktion auswechselt", sagte Costa und fügte hinzu: "Natürlich sind das spielentscheidende Momente, aber das ist nicht unser Fokus, sondern wir sind bei uns."
Costa haderte aber auch mit der eklatanten Chancenverwertung des HSV. "Wir fangen bei uns an. Wir hatten genügend Torchancen heute, um das Spiel auf unsere Seite zu ziehen." Stieler verteidigte die Entscheidung, Collins nicht vom Platz zu stellen. Der Eintracht-Defensivspieler habe nur nach dem Ball geschaut. Es sei keine "bewusste Schulteraktion" gewesen, begründete Stieler.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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